Inhalt - 22.03.17 Trinkwasser-Initiative

„Trinkwasser-Initiative“ schiesst am Ziel vorbei

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 22. März 2017

Ein achtköpfiges Initiativkomitee um den Verein „Sauberes Wasser für alle“ startete heute mit der Unterschriftensammlung für ihre Initiative „Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz“ (kurz „Trinkwasser-Initiative“). Sauberes Wasser ist für die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung. Die Initiative lehnt der Schweizer Bauernverband jedoch entschieden ab. Sie würde die Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz stark einschränken und die Abhängigkeit von Importen erhöhen.

Nur Landwirte, die ohne Pflanzenschutzmittel produzieren und ihren Tieren nicht vorbeugend Antibiotika verabreichen, sollen vom Staat künftig unterstützt werden. Das fordert die Initiative „Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz“ (kurz „Trinkwasser-Initiative“), deren Unterschriftensammlung heute startete. Hinter der Initiative steht ein achtköpfiges Komitee aus parteiunabhängigen Privatpersonen um den Verein „Sauberes Wasser für alle“.

Sauberes Wasser ist auch für die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung. Der Schweizer Bauernverband (SBV) lehnt die Initiative jedoch aus mehreren Gründen entschieden ab. So ist bereits die im Initiativtitel enthaltene Aussage „keine Subventionen für den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz“ nicht korrekt. Der prophylaktische Antibiotika-Einsatz ist in der Schweiz längst verboten. Folge dessen kann dieser auch nicht subventioniert werden. Ebenso wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Schweiz nicht unterstützt – ausser indirekt über den Beitrag für die Direktsaat. Kein Landwirt erhält mehr Direktzahlungen, weil er Pflanzenschutzmittel einsetzt. Genau das Gegenteil ist heute der Fall, der Verzicht wird mit diversen Anreizsystemen belohnt. Unter dem Strich erachtet der SBV die Argumente der Initianten als einseitig und nicht stichhaltig. Ökonomische und soziale Aspekte werden mit keinem Wort erwähnt.

Betreffend Gewässerschutz wurde in den vergangen Jahren Vieles erreicht. Das Bundesamt für Umwelt stufte in seinem Bericht vom Januar 2017 die Qualität der Gewässer als grundsätzlich gut ein. Die Landwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zur Beibehaltung dieser Qualität zu leisten – aber nicht mittels dieser Initiative. Der SBV setzt sowohl auf den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes wie auf die Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen, in deren Prozessen er aktiv mitarbeitet. Die Initiative würde die Lebensmittelproduktion in der Schweiz stark einschränken und zu massiv mehr Importen führen, für welche die entsprechenden Auflagen nicht gelten.

Rückfragen:

  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33
  • Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte & Ökologie, Mobile 078 803 45 54
  • David Brugger, Leiter Geschäftsbereich Pflanzenbau, Tel. 056 462 51 11

 

 

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