Inhalt - 23.11.17 Delegiertenversammlung

Manifest zur Umsetzung der Ernährungssicherheit verabschiedet

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 23. November 2017

Die Delegierten des Schweizer Bauernverbands verabschiedeten an der heutigen Jahresversammlung ein Manifest zur Umsetzung des neuen Artikels 104a zur Ernährungssicherheit in der Bundesverfassung. Die Gesamtschau des Bundesrats zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik wies die Basis als Diskussionsgrundlage zurück.

Im Zentrum der 85. Delegiertenversammlung (DV) des Schweizer Bauernverbands (SBV) in Bern standen die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung und die Gesamtschau des Bundesrats zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik. Am 24. September 2017 bekannte sich das Stimmvolk mit mehr als 78 Prozent Ja-Stimmen unbestreitbar klar zur Schweizer Landwirtschaft und ihrer Bedeutung für die Versorgung mit verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln aus dem Inland und ergänzenden Importen, die auch im Ausland zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beitragen. Das deutliche Abstimmungsresultat freut die Basis des Verbands, die mit ihren Aktivitäten einen massgeblichen Beitrag zu diesem Erfolg leistete. Die Schweizer Bauernfamilien verbinden das unmissverständliche Bekenntnis der Bevölkerung mit klaren Erwartungen an Bundesrat, Verwaltung und Parlament. Damit Ernährungssicherheit längerfristig gewährleistet ist, muss jedes Land für eine nachhaltig ausgelegte Produktion sorgen und die eigene Landwirtschaft entsprechend fördern. Die Delegierten diskutierten und verabschiedeten dazu ein Manifest, das sich an den fünf Unterpunkten des neuen Artikels orientiert und für jeden konkrete Ziele festlegt.

Für Unmut bei den Delegierten sorgte die vom Bundesrat Anfang November veröffentlichte Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik, mit der die Regierung den demokratisch auferlegten Auftrag zur Ernährungssicherheit komplett missachtete. In allen Szenarien geht er von einem mehr oder minder starken Abbau des Grenzschutzes für Agrarprodukte und einem forcierten Strukturwandel aus. Doch letzterer ist bereits heute hoch und die Produzentenpreise unter enormen Druck. Entsprechend liegen die landwirtschaftlichen Einkommen deutlich unter jenen in vergleichbaren Branchen. Die Delegierten waren sich einig, dass die Gesamtschau zu einseitig ist, um als Diskussionsgrundlage zu dienen. Deshalb wiesen sie diese zurück. Sie sind aber bereit, auf einer neuen, kohärenteren Basis die Agrarpolitik sinnvoll weiterzuentwickeln.

Die Delegierten bestätigten die bisherigen Flächenbeiträge zur Finanzierung des Verbands und hiessen die Neuregelung der produktgebundenen Beiträge ab 2018 gut. Dieser Entscheid ging mit einer Statutenanpassung zur Flexibilisierung der Anzahl Vorstandssitze einher. Wiederum gab es verschiedene Wechsel in den Gremien. Lorella Pfirter (VD), Bernhard Fuchs (BE), Albin Fuchs (SZ), Josef Koch (AI) und Jürg Bärtschi (BE) sind neu Mitglieder der Landwirtschafskammer. Jürg Bärtschi wurde als Vertreter der Geflügelbranche gleichzeitig auch in den Vorstand des SBV gewählt. Die übrigen Traktanden der Versammlung verliefen ohne besondere Vorkommnisse: Die Delegierten genehmigten das letztjährige Protokoll, den Jahresbericht 2016 und das Tätigkeitsprogramm 2018. Die nächste DV des SBV findet am 22. November 2018 wiederum in Bern statt.

 

Für Rückfragen:

  • Markus Ritter, Präsident SBV, Mobile 079 300 56 93
  • Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Mobile 079 219 32 33
  • Sandra Helfenstein, Mediensprecherin SBV, Mobile 079 826 89 75

Gewinner SBV-Medienpreis 2017

Zum neunten Mal vergab der SBV an seiner DV einen Medienpreis und zeichnete damit eine überzeugende, mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft aus. Der Medienpreis – im Wert von je 3000 Franken – wird von der Agrisano gesponsert, eine Tochter des SBV im Versicherungsbereich.

Bettina Dyttrich, Wochenzeitung

Der Preis für die Deutschschweiz geht an Bettina Dyttrich von der Wochenzeitung für ihren Artikel „Angeklagt: Kuh, Schaf und Geiss“, der am 22. Dezember 2016 erschienen ist (Beilage). Sie geht darin der Frage nach, wie stark die Tierhaltung die Umwelt belastet. Als besonders verrufen gelten Wiederkäuer: Ihre Mägen produzieren das Treibhausgas Methan. Als Alternative wird Hühner- und Schweinemast propagiert – oder die Abschaffung der Tierhaltung. Die Autorin kommt in einer breit gedachten Analyse zum Ergebnis, dass bei vielen Studien eines vergessen wird: Grasland kann oft gar nicht anders genutzt werden als durch Tierhaltung.

Isabelle Fiaux, Joël Boissard, Léa Jelmini, Guy-Olivier Chappuis, Serge Merillat, RTS UN, Couleurs locales

Der Preis für die Westschweiz geht an Isabelle Fiaux und ihre Kolleginnen und Kollegen des Westschweizer Fernsehens RTS UN für ihre Serie „Le lait mais encore – des agriculteurs qui innovent pour s’en sortir“, die zwischen dem 15. und 19. Mai 2017 im Sendegefäss Couleurs locales ausgestrahlt worden ist. Darin portraitieren sie in fünf Sendungen unterschiedliche Bauernbetriebe, die Alternativen zur Milchproduktion gefunden haben. Sie zeigen damit die Probleme der Milchproduktion auf und weisen gleichzeitig darauf hin, dass es Chancen gibt, wenn man bereit für Veränderungen ist.

15 Mai : https://www.rts.ch/play/tv/couleurs-locales/video/vd-une-famille-stoppe-la-production-de-lait-de-vache-pour-le-lait-de-chevre?id=8623799 
Isabelle Fiaux, E. Delaloy, O. Kunz

16 Mai : https://www.rts.ch/play/tv/couleurs-locales/video/ge-la-famille-baudet-a-abandonne-les-vaches-laitieres-pour-produire-des-oeufs?id=8626936
Véronique Wicht, Joëlle Boissard, M. Gerardin

17 Mai :  https://www.rts.ch/play/tv/couleurs-locales/video/les-freres-mariaux-a-torgon-vs-ont-choisi-de-fermer-leur-fromagerie-pour-devenir-eleveurs-de-veaux?id=8630272 
S. Mérillat, S.Jacquemet

18 Mai :  https://www.rts.ch/play/tv/couleurs-locales/video/ne-des-agriculteurs-abandonnent-le-lait-pour-le-biogaz?id=8633118
L. Jelmini, Mathieu Oppliger, P. Rullier

19 Mai : https://www.rts.ch/play/tv/couleurs-locales/video/be-la-reorientation-vers-le-fromage-a-ete-payante-pour-certains-paysans?id=8636029
Isabelle Fiaux, E. Delaloy, O. Kunz

Die Medienpreisgewinnerin aus der Deutschschweiz, Bettina Dyttrich, zusammen mit Markus Ritter, Markus Rediger, Patrick Hasler, Sandra Helfenstein und Jacques Bourgeois (von links).

Die Medienpreisgewinner aus der Westschweiz, Isabelle Fiaux und Pierre-Alain Bovet, zusammen mit Markus Ritter, Patrick Hasler, Fabienne Bruttin, Sandra Helfenstein und Jacques Bourgeois (von links).

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