Inhalt - 12.07.18 Fokus Pflanzenschutz

Magazin Fokus Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: Es tut sich viel!

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 12. Juli 2018

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gibt aktuell einiges zu reden, deshalb hat der Schweizer Bauernverband die Ausgangslage, die damit verbundenen Herausforderungen und Lösungsansätze in einem Fokusmagazin zusammengetragen. Auf dem, am kantonalen Pflanzenschutzprojekt mitwirkenden Betrieb von Ana Maria und Markus Lüscher im bernischen Schalunen zeigte er, wo die Schweizer Landwirtschaft steht und wohin sie will. 

Tatsache ist: Die Landwirtinnen und Landwirte setzen Pflanzenschutzmittel nicht zum Spass ein. Sie schützen damit ihre Kulturen vor Krankheiten, Schädlingen oder Unkräutern und stellen eine verkäufliche Ernte sicher. Die Anforderungen des Handels und der Konsumenten sind streng: Sie akzeptieren kein Obst mit Pilzflecken, Gemüse mit Läusen oder Kartoffeln mit Drahtwurmlöchern. Auch die Lagerfähigkeit muss sichergestellt sein. Die Bauernfamilien leben vom Verkauf ihrer Produkte, sie können es sich nicht leisten, nichts zu tun und zuzuschauen, wie ein Pilz oder Schädling ihre Ernte zerstört. 

Die Devise beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Denn Pflanzenschutzmittel sind ein Kostenfaktor. Deshalb ergreifen die Bauernfamilien Vorbeugemassnahmen wie Fruchtfolgen, den Einsatz von robusten Sorten oder eine geeignete Bodenbearbeitung. Sie arbeiten mit modernen Maschinen und Techniken, die zielgenau arbeiten und Abdrift verhindern. Auch in der konventionellen Produktion kommen immer häufiger biologische Mittel oder alternative Methoden zum Einsatz. Generell ist es so, dass der Import von Lebensmitteln steigt, wenn die Schweizer Ernte aufgrund mangelnden Schutzes zugrunde geht. Die offiziellen Kontrollen zeigen, dass damit Lebensmittel mit mehr Rückständen ins Land kommen. Dazu kommen die Auswirkungen des gesetzlich weniger geregelten Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt in den Herkunftsländern. 

Die Schweizer Landwirtschaft ist sich bewusst, dass es Probleme im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gibt. Einerseits sind da die Rückstände und Metaboliten, die vor allem die kleineren und mittleren Oberflächengewässer belasten. Anderseits lassen sich – trotz der Bewilligung und Nachweispflicht – manchmal erst nach Jahren negative Auswirkungen feststellen. Aus diesem Grund engagiert sich die Landwirtschaft für eine wirksame Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz, seine 51 Umsetzungsmassnahmen und eine starke, praxisnahe Agrarforschung. Das Berner Pflanzenschutzprojekt zeigt, dass der Wille der Verbesserung von Seiten der Landwirtschaft gegeben ist. Im zweiten Projektjahr machen fast 3200 Betriebe mit, ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Im Zentrum steht, die Gewässerqualität zu verbessern, z.B. indem problematische Punktquellen erkannt und eliminiert werden. Oder die Nutzung von neuen Sorten und Anbautechniken. Hochmoderne und äusserst präzise Technologien stehen kurz vor dem Durchbruch, z.B. Drohnen, automatisch gesteuerte, präzise Spritzen oder Hacktechnologien sowie intelligente Roboter. Grosses Potential liegt auch in der Aus- und Weiterbildung der Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Die laufenden Projekte und Erfahrungen zeigen: Es braucht nicht in erster Linie neue Gesetze und Regelungen rund um den Pflanzenschutz, sondern die konsequente Umsetzung der bestehenden sowie die systematische Nutzung von Alternativen. 

Die Schweizer Bauernfamilien haben Vorbildcharakter – auch beim Pflanzenschutz. Sie arbeiten intensiv daran, noch besser zu werden. Sie wollen das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in ihre Produkte erhalten. 

Rückfragen:

 

  • Markus Lüscher, Landwirt, Vorstandsmitglied Berner Bauern Verband & Vizepräsident Fachkommission Pflanzenproduktion, Mobil 079 447 16 44
  • Michel Gygax, Leiter Fachstelle für Pflanzenschutz, Amt für Landwirtschaft und Natur Kt. Bern, Tel. 031 636 49 12
  • Lothar Aicher, Schweiz. Zentrum für Angewandte Humantoxikologie, Universität Basel, Tel. 061 207 19 57
  • Markus Ritter, Präsident SBV, Mobil 079 300 56 93
  • Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte & Ökologie SBV, Mobil 078 803 45 54

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