Inhalt - SBV-News Nr. 21 (23.05. - 27.05.2016)

SBV-News Nr. 21 (23.05. - 27.05.2016)

Milchgipfel

Der Milchgipfel war das Ereignis der Woche. Gemeinsam organisiert vom SBV, den Schweizer Milchproduzenten und der Branchenorganisation Milch, analysierten die Teilnehmenden auf dem Gurten die aktuelle Krisensituation im Molkereimilchmarkt. Alle Stufen der Wertschöpfungskette bekannten sich klar zum Produktionsstandort Schweiz. Die Organisatoren fassten die Kernpunkte des Milchgipfels sowie konkrete Forderungen an die Branche und die Politik in einem Manifest zusammen. Doch der schwierige Teil der Arbeit beginnt nun erst: Die definierten Massnahmen müssen rasch umgesetzt werden, damit Wirkung entsteht. Der SBV wird sich mit aller Kraft für die Umsetzung der Massnahmen engagieren.

Vier-Ländertreffen

Alle zwei Jahre treffen sich die Spitzen der Bauernverbände von Deutschland, Österreich, Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz zu einem Austausch. Im Turnus lud die Landwirtschaftskammer nach Oberösterreich ein. Die Länder zeigten ihre jeweilige agrarpolitische Situation auf. Dabei traten auch grossen Unterschiede zu Tage. Während der Deutsche Bauernverband 300‘000 Mitglieder zählt, sind es in Liechtenstein lediglich 104. Trotz der Unterschiede sehen sich alle mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Wie in der Schweiz befindet sich der Milchmarkt in allen Ländern in einem desolaten Zustand, was sich auch auf die Investitionsbereitschaft auswirkt. Einig ist man sich jedoch, dass die Verarbeiter mehr in die Pflicht genommen und Modelle für eine Milchmengensteuerung gefunden werden müssen.

Koordinationsgruppe Markt

An der Sitzung der Koordinationsgruppe Markt präsentierte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die Erkenntnisse aus dem Projekt „Märkteboards“. Dafür eruierte das BLW vorgängig mit Akteuren aus den einzelnen Teilmärkten die möglichen künftigen Entwicklungen und führte die Ergebnisse zusammen. Weiter erörterten die Mitglieder der Koordinationsgruppe die aktuelle Situation auf den Märkten und nahmen Kenntnis vom gegenwärtigen Stand bei den für die Positionierung von Schweizer Lebensmitteln wichtigen Dossiers (Swissness-Vorlage, GVO-Auslobung usw.).

Eco.naturkongress

Der diesjährige Eco.naturkongress in Basel widmete sich dem Thema „Welternährung und die Schweiz“. In den Diskussionen sprach sich der SBV dafür aus, dass faire Preise den Bauern erlauben müssen, Eigenkapital zu bilden anstatt von Investoren abhängig zu sein. Ebenfalls sollen die Investitionen in die Forschung und die Entwicklungshilfe möglichst von der öffentlichen Hand getragen werden, damit mit dem Engagement nicht bloss die Interessen der Privaten verfolgt werden. SBV-Präsident Markus Ritter brachte in der abschliessenden Podiumsveranstaltung unter dem Titel „Volkes Wille – Protektionismus, Ernährungs- und Umweltauswirkungen der verschiedenen Volksinitiativen“ die Haltung des SBV und die Initiative für Ernährungssicherheit ein.

Integrationsvorlehre

Auf Einladung des SBV fand in der Berichtswoche ein erstes Treffen zum angedachten Projekt „Integrationsvorlehre von vorläufig aufgenommen Personen und anerkannten Flüchtlingen“ statt. An der Sitzung nahmen Vertreter der landwirtschaftlichen Schulen, der Organisation der Arbeitswelt AgriAliForm, Jardin Suisse und dem Staatssekretariat für Migration teil. Das bereits laufende Pilotprojekt „Flüchtlinge als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft“ lieferte dafür erste nützliche Erfahrungen.

Vorstand Agriviva

Der Agriviva-Vorstand traf sich zu seiner dritten Sitzung im laufenden Jahr – erstmals mit dem neuen Geschäftsführer Ueli Bracher. Im Zentrum standen das Update zur neuen Webseite, deren Datenbank im Hintergrund mit jenen der Projekte der Edelweiss-Kampagne (brunch.ch, vomhof.ch usw.) verknüpft wird, sowie der aktuelle Stand der Vermittlungen 2016. In einem zweiten Teil spielte Daniele Lenzo, Leiter der Fachstelle für Gewaltprävention des Schul- und Sportdepartements des Kantons Zürich, im Rahmen der Weiterbildung „Kommunizieren in der Krise“ ein konkretes Fallbeispiel mit dem Vorstand durch.

Notiz der Woche

Auch in diesem Jahr führt der SBV-Geschäftsbereich Agrimpuls zwischen Mai bis Oktober verschiedene zweitägige Exkursionen für die ausländischen Praktikanten in der Schweiz durch. Mit rund 50 Teilnehmenden aus der Ukraine, Moldawien, Russland und Rumänien startete die Reisesaison in der Berichtswoche. Leider hatte die Gruppe am ersten Tag kein Wetterglück – denn anstatt mit Sonnenstahlen wurden sie mit Schneegestöber in Sattel oberhalb Schwyz begrüsst. Nach einem Abstecher ins Kloster Einsiedeln besuchten sie am zweiten Tag die Bierbrauerei Feldschlösschen in Rheinfelden AG und Chocolat Frey in Buchs AG. Diese Besuche hellten die Stimmung der Teilnehmenden sogleich wieder auf.