Inhalt - SBV-News Nr. 39 (26.09. - 30.09.2016)

SBV-News Nr. 39 (26.09. - 30.09.2016)

WTO Public Forum

Das WTO Public Forum ist der zweitgrösste Anlass der Welthandelsorganisation WTO und findet jährlich in Genf statt. Jedes Jahr organisiert der SBV auch ein Podium, diesmal unter dem Titel „Inclusive Trade and Food Security – the Role of Farmers“. Über die Frage, ob Freihandel den Bauernfamilien Vor- oder Nachteile bringt, wurde sehr kontrovers diskutiert. Fazit: Bauern können durch ihre eigene Produktion wie auch durch grenzüberschreitenden Handel zu mehr Ernährungssicherheit beitragen – solange die Regeln fair sind. Nur wenn in allen Ländern die Ressourcen nachhaltig genutzt werden, wird es 2050 möglich sein, die Weltbevölkerung zu ernähren.

Vorstandssitzung WFO

Am Rande des WTO Public Forums trafen sich die Vorstandsmitglieder des Weltbauernverbandes (WFO). SBV-Vizepräsident Fritz Glauser vertritt in diesem Gremium die europäischen Bauernverbände. Glauser forderte, dass sich der WFO vermehrt auch politischen Themen widmet und gemeinsame Positionen beschliesst. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Vertreter an Veranstaltungen vorwiegend ihre nationalen Interessen vertreten würden. An der nächsten Generalversammlung 2017 in Finnland sollen dazu neue Positionspapiere verabschiedet werden – insbesondere zur Ernährungssicherheit.

Ausländische Gäste beim SBV

Der SBV empfing in den letzten zwei Wochen gleich mehrere ausländische Delegationen, die sich einen Einblick in die Schweizer Landwirtschaft verschafften. Einerseits hiess er die Spitze der Norwegian Landkreditt SA, eine norwegische Bank mit Fokus auf die Landwirtschaft, auf dem Hof der Betriebsgemeinschaft Herren-Schurtenberger in Oberbottigen BE willkommen. Weiter empfing er vier asiatische Gruppen (drei aus Japan und eine aus Südkorea) am Hauptsitz in Brugg. Die Gäste waren allesamt über die Höhe der Direktzahlungen und die gute schlagkräftige Interessenvertretung im Parlament erstaunt. Auf Aufmerksamkeit stiessen auch das Ausbildungssystem und die Edelweiss-Kampagne „Gut, gibt’s die Schweizer Bauern“.

Klimafreundliche Milchviehfütterung

Am Experten-Workshop von AgroCleanTech zur klimafreundlichen Milchviehfütterung zeigten sich mögliche Ansätze für weniger Klimagasbelastungen durch Milchkühe im raufutter- wie auch im kraftfutterbasierten Fütterungsansatz. Der erste Ansatz hat den Vorteil, wiederkäuergerecht und in geringer Nahrungsmittelkonkurrenz zum Menschen zu stehen, der zweite hingegen weist weniger Methan pro Milchleistung aus. Beide Systemansätze sind in der Beratung zu verfolgen, damit die Schweizer Landwirtschaft ihre Treibhausgasemissionen senken kann. AgroCleanTech erstellt dazu ein entsprechendes Faktenblatt. 

Agrisano

Das Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Die Standardprämie steigt in der Schweiz im nächsten Jahr um durchschnittlich 4.5 Prozent, wobei die Erhöhung je nach Kanton variiert. Versicherer mit vielen gesunden Kunden – so unter anderem die Agrisano – müssen ab 2017 mehr Geld in den Ausgleich einzahlen.

Notiz der Woche

Die GL des SBV erarbeitete im Frühling an ihrem zweitägigen Seminar mögliche Schwerpunktthemen für das Verbandsjahr 2017. Dabei unterschied sie zwischen Schwerpunkten für die Landwirtschaft und für den Verband. Darauf basierend erstellte der Geschäftsbereich Kommunikation das Tätigkeitsprogramm, das in den letzten Monaten diverse Gremien des SBV durchlief. Als Nächstes wird es nun in den Regionalseminaren diskutiert und zuletzt von der Delegiertenversammlung verabschiedet. Mit dem Tätigkeitsprogramm erhalten die Geschäftsstelle und ihre Organe einen offiziellen Leistungsauftrag. Gleichzeitig ermöglicht es dem Bauern und der Bäuerin, die Arbeit des SBV nachzuvollziehen und zu «überwachen».