Inhalt - SBV-News Nr. 41 (10.10. - 14.10.2016)

SBV-News Nr. 41 (10.10. - 14.10.2016)

Aktuelles aus dem Vorstand

An seiner Oktobersitzung bewältigte der Vorstand eine reichhaltige Traktandenliste. Im Zentrum standen unter anderem die laufenden Vernehmlassungen wie der Aktionsplan Pflanzenschutz, zu dem der SBV bis Ende Oktober Stellung nimmt. Der Vorstand bekräftige, dass auch die bisher gemachten Verbesserungen durch die Landwirtschaft hervorgehoben und gleichzeitig aufgezeigt werden soll, welche Rückstände von ausserhalb in die Umwelt gelangen. Weiter brachte er sich zur aktuellen Situation auf den Märkten, zur Initiative für Ernährungssicherheit, zu den Bundesfinanzen und dem Herbstpaket der Verordnungen zur AP 2014-17 auf den neusten Stand. Schliesslich nahm der Vorstand den letzten Feinschliff an den Vorbereitungen der Delegiertenversammlung vom 17. November vor.

Weltbauernverband

Jährlich verabschiedet das UNO-Komitee für Ernährungssicherheit Resolutionen und Richtlinien zu Agrar- und Ernährungsfragen. Im Rahmen einer Tagung haben Organisationen von NGO über Bauern bis Industrie die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen. Als Vorsitzender der Expertengruppe für Ernährungssicherheit des Weltbauernverbandes (WFO) bereitete der SBV-Delegierte  die Reden und Interventionen der rund 60 Bauernvertreter vor. Ziel der WFO ist es, die Interessen der Bauern strategisch optimal einzubringen und die Einschränkungen für die Landwirtschaft zu minimieren respektive die Vorteile zu maximieren. Diese Tagung ist die wichtigste internationale Plattform für Ernährungssicherheitsfragen.

Internationales

Der Schweizer FAO-Botschafter Francois Pythoud lud das schweizerische nationale FAO-Komitee – ein beratendes Gremium des Bundesrates, in dem auch der SBV vertreten ist – nach Rom ein, um den Mitgliedern einen Einblick in die Entscheidungsprozesse der Food and Agriculture Organization (FAO) zu geben. Nebst einem Treffen des SBV mit hochrangingen FAO-Vertretern stellte sich das Komitee rund 50 Botschafts- und UNO-Vertretern bei einem Empfang im Instituto Svizzero vor und nutzte die Möglichkeit für die Schweizer Anliegen zu werben.

Klimaerwärmung

Im Dezember 2015 unterzeichnete die Schweizer Regierung das Klimaabkommen von Paris. Dieses besagt, dass die unterzeichnenden Staaten die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius begrenzen wollen. Der Entscheid hat auch direkte Auswirkungen auf die Schweizer Landwirtschaft. Sie tut bereits heute viel, um den Ausstoss an Treibhausgasen zu reduzieren (bsp. mit der Plattform AgroClean-Tech und dem Punktesystem von IP-Suisse) und will dies weiter vorantreiben. Matchentscheidend für den SBV ist jedoch, dass die Massnahmen so ausgestaltet werden, dass sie die Lebensmittelproduktion nicht infrage stellen. Schliesslich wird im Pariser Übereinkommen festgehalten, dass die Sicherstellung der Ernährungssicherheit die wichtigste Aufgabe aller Länder sei und grundsätzlich Vorrang hat.

Notiz der Woche

Die wirtschaftsliberale Denkfabrik Avenir Suisse fordert in ihrer neuen Publikation, dass die Schweiz mehr auf "Handel statt Heimatschutz" setzt. Die Wirtschaftsbeziehungen zur EU müssten verstärkt werden und es brauche neue Freihandelspartner. Branchen, die verhältnismässig wenig dem Wettbewerb ausgesetzt seien wie etwa die Landwirtschaft und der Dienstleistungsbereich sollen in ihrer Entwicklung "stimuliert" werden, so Avenir Suisse. Schenkt man den Thesen Glauben, so seien alle Schweizer Nutzniesser der Globalisierung und Freihandelsgegner schaden dem Volk. Wir fragen uns: Was rät Avenir Suisse jenen, die ihren Arbeitsplatz infolge Wegzug der Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlieren? Oder den einheimischen bäuerlichen Familienbetrieben, die nicht mit den ausländischen Grossproduzenten mithalten können?