Inhalt - SBV-News Nr. 44 (31.10. – 04.11.2016)

SBV-News Nr. 44 (31.10. – 04.11.2016)

Spitzengespräch SBV - Aldi

Am Spitzengespräch diskutierten der SBV und Aldi die Lage auf dem Markt und stellten fest, dass das laufende Jahr sehr anspruchsvoll ist. Grosser Druck besteht im Detailhandel, vor allem im Non-Food-Segment, während das Food-Segment weitgehend stabil bleibt. Aldi betont im Gespräch, dass sie künftig noch stärker auf Swissness und Frische setzen. Der SBV zeigte Aldi zudem die Hintergründe der Volksinitiative für Ernährungssicherheit auf. Weitere Themen waren der Aktionsplan Pflanzenschutz, das Herkunftszeichen Suisse Garantie, Gentechnologie und die Aussichten 2017.

Raumplanung

Die Schweizer Kommission für Immobilienfragen (SKI), wo auch der SBV Mitglied ist, befasst sich unter anderem mit der Raumplanungspolitik. Am Treffen letzte Woche diskutierten die Mitglieder über die Zunahme von Bundesgerichtsurteilen, die in der Raumplanung zu Problemen für Wirtschaft und Landwirtschaft führen. Das Bundesgericht ist zum Schluss gekommen, dass die Bewilligung neuer Bauzonen inkl. Spezialzonen der Landwirtschaft seit der RPG1-Revision faktisch in der Kompetenz des Bundes bzw. des Bundesamtes für Raumentwicklung liege. Damit sind nationale Schutzorganisationen wie Pro Natura und die Stiftung Landwirtschaftsschutz nun bei allen betreffenden Vorhaben einspruchsberechtigt. Für die Wirtschaft und Landwirtschaft sind es schlechte Neuigkeiten, zumal die Erfahrung zeigt, dass sich mit der Kompetenzverschiebung zum Bund die Bewilligungsverfahren über Jahre hinziehen.

Ausländische Arbeitskräfte

Die Arbeitsgruppe für ausländische Arbeitskräfte, zusammengesetzt aus dem SBV sowie Vertretern des Bundes, der Fach- und Kantonalorganisationen, der Arbeitsgemeinschaft der Berufsverbände der landwirtschaftlichen Angestellten (ALBA) und des Interessenvereins Arbeitnehmer im Gemüsebau (IVAG) hielt nach ihrem Erfahrungsaustauch fest, dass die Rekrutierung von Hilfskräften im laufenden Jahr gut verläuft und die Nachfrage auf Arbeitnehmerseite gross ist. Die Arbeitsgruppe beschliesst, dass der Minimallohn für das Jahr 2017 um 0,3% angepasst wird, da im vergangenen Jahr die Löhne für qualifizierte Arbeitnehmende um 0,5% erhöht wurde. Der Minimallohn wird in der Lohnrichtlinie festgehalten.

Familienfremde Arbeitnehmende in der Landwirtschaft

Der SBV diskutierte mit Vertretern der ABLA, der IVAG und den Fach- und Kantonalorganisationen die Lohnrichtlinie 2017. Die Gruppe war einheitlich der Meinung, dass die Löhne für Arbeitnehmende der Lohnstufen 5 bis 8, aufgrund der letztjährigen Anpassung, nicht erhöht werden. Weiter wurde über die Umsetzung des Muster-NAV, die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und das Flüchtlingsprojekt informiert und diskutiert.

Vergleichsportale für Krankenkassenprämien

Eine beliebte Informationsquelle für Krankenkassenprämien sind Vergleichsportale im Internet. Obwohl es bereits einige gibt, ging letzte Woche wieder ein neues Portal online: assicurandum.ch. Das neue Portal ermöglicht nach eigenen Angaben als erste Plattform auch den Vergleich von Zusatzversicherungen. Agrisano testete das neue Angebot und kam zum Schluss, dass sich die Zusatzversicherungen, im Gegenzug zur Krankenpflegeversicherung, nur schwerlich vergleichen lassen. Daher erachtet Agrisano die Zusammenstellung einer Offerte in einem Vergleichsportal als nicht zweckmässig, da vor allem im Zusatzversicherungsbereich eine Beratung des Kunden notwendig ist. Die Agrisano vertritt die Ansicht, dass eine persönliche Beratung (Wahl der Franchise, Hausarztmodell, Zusatzversicherungen usw.) durch nichts zu ersetzen ist.

Notiz der Woche

Auch die Blumenbranche steht unter Importdruck: So hat sich der Präsident von JardinSuisse in einer Fernsehsendung gegen die Grenzschutzaufhebung für Blumen geäussert. Der Bund hat den Grenzschutz schrittweise aufgehoben. Die Importe werden zunehmen, was  starke Einbussen der inländischen Produktion und somit das Verschwinden von zahlreichen Unternehmungen in der Branche zur Folge hat. Die Konsumenten merken davon wenig – Sie profitieren nur von einem minimalen Preisnachlass. Ein solches Szenario gilt es in der Nahrungsmittelbranche zu verhindern. Denn im Gegensatz zu den Blumen, sind Nahrungsmittel für die Menschen überlebenswichtig. Der Sicherheitsaspekt muss den möglicherweise kurzfristigen Gewinnen massgeblich vorausgestellt werden, v.a. wenn die Konsumenten davon nichts merken.