Inhalt - SBV-News Nr. 36 (04.09. – 08.09.2017)

SBV-News Nr. 36 (04.09. – 08.09.2017)

Clean up-Aktion gegen Littering

Auch dieses Jahr engagierte sich der SBV wieder an den nationalen Clean-up-Tagen. Einen Tag früher als die übrigen, ging der Vorstand zusammen mit Mitgliedern der Geschäftsleitung, Mitarbeitenden des SBV und zwei weiteren Freiwilligen Abfall aufsammeln. Das Fazit: Red Bull-Dosen sind das grösste Problem, gefolgt von anderen Getränkeflaschen, Zigarettenverpackungen und Fastfoodbehältern. Am Freitag fanden weitere Aktionen in einzelnen Kantonen statt. Der SBV bedankt sich bei allen für ihr Engagement!

Aktionsplan Pflanzenschutz

Knapp ein Jahr haben die Bundesämter für Umwelt und Landwirtschaft an der Schlussversion des Aktionsplans gearbeitet – jetzt hat der Bundesrat ihn verabschiedet. Die Kernziele, 50% Risikoreduktion und 30% Anwendungsreduktion der besonders risikoreichen Pflanzenschutzmittel, sollen mit gegen 50 Massnahmen erreicht werden. Eine relevante Verschärfung hat sich im Bereich Trinkwasser ergeben. Mit der Einführung von Reduktionszielen für nicht relevante Metaboliten (Abbauprodukten) geht der Aktionsplan deutlich weiter als die geltende Gewässerschutzverordnung.

Landwirtschaft und Gewässer

Über 300 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Forschung und Beratung nahmen am Infotag der EAWAG, dem Wasserforschungsinstitut der ETH, teil. In einer Reihe von Vorträgen wurden die Bedeutung der Oberflächengewässer, der negative Einfluss der Landwirtschaft darauf und mögliche Massnahmen dagegen, wie der nationale Aktionsplan Pflanzenschutz oder Bestrebungen der neuen Agrarpolitik  ab 2022, vorgestellt. Der SBV hatte die Gelegenheit für ein Statement. Er brachte zum Ausdruck, dass die PSM-Problematik der Landwirtschaft bewusst und ist und sie Hand für Lösungen bietet. Er stellte aber auch klar, dass der Handel und die Konsumenten ihren Anteil zur Problemlösung beitragen müssen und die dass EAWAG ihr Fachwissen künftig zum Nutzen der Landwirtschaft einsetzen und mithelfen muss, die Probleme zu lösen.

Tagung neue Pflanzenzüchtungsverfahren

Im Rahmen der ersten vom Verein Qualitätsstrategie organisierten Tagung wurden neue Pflanzenzüchtungsverfahren (NPZV) diskutiert. Expertinnen und Experten haben aus Sicht von Wirtschaft, Forschung und Ethik die Vor – und Nachteile dieser neuen, umstrittenen Pflanzenzüchtungsverfahren beleuchtet. Als eines ihrer positiven Elemente ist zu nennen, dass die neuen Pflanzenzüchtungsverfahren das Potenzial mit sich bringen, dass die Anwendung von  Pflanzenschutzmitteln reduziert werden kann. Gleichzeitig weiss man wenig über die Risiken, da die Erfahrungen mit diesen neuen Technologien fehlen. Zudem bergen die sie die Gefahr, dass sie nur von wenigen finanzstarken Firmen entwickelt und patentiert werden können. Offen bleibt die Frage, ob die neuen Pflanzenzüchtungsverfahren dem Gentechnikgesetz unterstellt werden.

SBV-Newsletter

Diese Woche gab der SBV seinen rund zweimonatlichen Newsletter zu seinen aktuellen Aktivitäten weiteren Informationen heraus. Wer Interesse hat, kann diesen auf www.sbv-usp.ch (ganz oben) abonnieren.

Zahl der Woche

Die internationalen Preise für Milchfett gehen durch die Decke. Nachdem Milcheiweiss früher immer deutlich besser bezahlt wurde als Milchfett, hat das Verhältnis nun gekehrt. Die Preise für Butter haben sich innert Jahresfrist auf dem Weltmarkt verdoppelt, während die Preise für Magermilchpulver auf tiefem Niveau sozusagen konstant blieben. Dahinter steckt wahrscheinlich auch eine veränderte Wahrnehmung: Das Fett wird in der Ernährung nicht mehr wie früher generell als ungesund betrachtet. Weitere Informationen finden sich auf www.sbv-usp.ch/statistik

Notiz der Woche

Die Abstimmung über die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung steht jetzt kurz bevor. Obwohl es keine organisierte Gegenkampagne gab, ist die Kritik in den Medien relativ stark. Kolportiert wurde die Meinung der Artikel sei überflüssig. Ebenfalls gab es eine Kontroverse darüber, ob der Artikel zu mehr Freihandel führe oder nicht. Letzteres ist nicht der Fall, da der Artikel klar den fairen Handel fördert und nicht den Freihandel. Die Aufnahme des Artikels stärkt die inländische, regionale Lebensmittelproduktion: Jetzt geht es darum, dass die ganze Land- und Ernährungswirtschaft und ihr Umfeld an die Urne geht und ein überzeugtes JA einlegt.