Inhalt - 01.02.13 JA zum wichtigsten Produktionsfaktor

Ein JA zum Schutz unseres wichtigsten Produktionsfaktors!

Standpunkt vom 1. Februar 2013

Jede Sekunde wird rund ein Quadratmeter Boden, meist Kulturland, für Strassen, Häuser, Industriebauten und vieles mehr verbraucht. Pro Jahrzehnt entspricht dies mehr als 20’000 Hektaren oder 1000 Bauernbetrieben. Der Landwirtschaft geht damit ihre wichtigste Produktionsgrundlage in erschreckendem Tempo verloren! Auf der anderen Seite verfügen wir gesamtschweizerisch über Baulandreserven zwischen 38'000 und 53'000 Hektaren, was einem zusätzlichen Einwohnerpotential von rund 1.4 – 2.1 Mio. Menschen entspricht. Trotzdem wird laufend neues Bauland eingezont. Weitere 1800 Hektaren Industriebrachen – mehr als die Fläche der Stadt Genf – warten vergeblich auf eine neue Nutzung. Die besten Böden sind zur Überbauung besonders begehrt. Immer wieder sieht man eingeschossige Neubauten und frisch erstellte grosse, freistehende Parkplatzareale. Schon heute können die Kantone die vom Bund geforderte Mindestfläche an Fruchtfolgeflächen nicht mehr ausweisen. Höchste Zeit also, der bedenklichen Entwicklung Einhalt zu gebieten! Schub in dieser Frage löste 2007 das Einreichen der Landschaftsinitiative aus. Das von ihr geforderte generelle 20-jährige Bauzonenmoratorium wäre aber sehr unflexibel und würde jene bestrafen, die es bisher gut gemacht machen. Deshalb arbeitete das Parlament einen Gegenvorschlag aus, über den wir am 3. März abstimmen. Dieser stellt eine gute Alternative dar: Er dämmt den Kulturlandverlust unter Einbezug der wirtschaftlichen und demographischen Realität ein, indem er eine gewisse Flexibilität gewährt. Mit einer Teilabschöpfung des Mehrwerts, der bei Neueinzonungen entsteht, soll die rasante Ausdehnung des Siedlungsgebiets gebremst werden. Der SBV unterstützte dieses Instrument und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Abgabe zweckgebunden für Auszonungen und damit für den Kulturlandschutz zur Verfügung steht. Liebe Bäuerinnen und Bauern, der Schutz des Kulturlands und speziell der Fruchtfolgeflächen, die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet, die innere Verdichtung und die Nutzung von Industriebrahen sind in unserem ureigensten Interesse! Als netten Zusatz erlaubt uns das neue Raumplanungsgesetz ohne Bewilligung Solaranlagen auf unseren Dächern einzurichten und die Kosten von Ersatzbeschaffungen von der Mehrwertabgabe abzuziehen. Wer, wenn nicht wir Bäuerinnen und Bauern, soll sich für den Erhalt des Kulturlands einsetzen? Stimmen Sie deshalb am 3. März JA und überzeugen Sie auch Ihre Umgebung davon!

Markus Ritter, Präsident Schweizerischen Bauernverband

PS: In der Zeit, die Sie zum Lesen meiner Zeilen brauchten, ist ungefähr die Fläche eines 25-Meter-Schwimmbeckens zubetoniert worden….