Inhalt - Kampagne gegen Pflanzenschutzmittel

Stellungnahme zur "Kampagne gegen Pestizide" von Pro Natura

Die „Kampagne gegen Pestizide“ von Pro Natura befremdet den Schweizer Bauernverband – sie ist einseitig, emotional aufgeladen und undifferenziert. Die Schweizer Landwirtschaft hat in den letzten Jahren sehr viele Anstrengungen unternommen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren – unter gleichzeitiger Erfüllung der stetig steigenden qualitativen Anforderungen an die von ihr produzierten Lebensmittel.

Die Schweizer Landwirtschaft unterstützt den Aktionsplan Pflanzschutz des Bundes, welcher das Ziel hat, die Risiken des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zu reduzieren. Es ist alles daran zu setzen, dass die Wirkstoffe so effektiv wie möglich und so wenig wie nötig eingesetzt werden. Zentral dabei ist, dass für die Umsetzung des Aktionsplans wissenschaftlich basierte Erkenntnisse zur Anwendung gelangen. Beispielsweise unterstützt der SBV das WBK-N Postulat zum Glyphosat-Monitoring. Er erhofft sich davon, dass der völlig unterschiedliche Glyphosat-Einsatz Schweiz-Ausland daraus ersichtlich wird. Erste Rückstandsuntersuchung auf Schweizer Getreide und Ölsaaten deuten in diese positive Richtung. Agroscope hält in seinem 2013 erschienenen Bericht zu den Agrarumweltindikatoren für Pflanzenschutzmittel fest, dass Schweizer Landwirte nicht mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen als Landwirte im Ausland.

Zwischen 40-50 Prozent der Nahrungsmittel werden importiert – auch aus Regionen der Erde, wo Umweltanliegen kaum ein Thema sind. Es greift also zu kurz, die alleinige Verantwortung der Schweizer Landwirtschaft zuschieben zu wollen. Der SBV ist jederzeit für einen Dialog bereit. Das ist wesentlich konstruktiver als einseitige undifferenzierte Kampagnen.

David Brugger
Leiter GB Pflanzenbau