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Corona-Krise: Fragen & Antworten für die Landwirtschaft

Letzte Aktualisierung: 27.10.20 / 12:00 Uhr

 

Haben Sie eine Frage im Zusammenhang mit dem Corona-Ausnahmezustand und finden die Antwort weder in unseren Fragen & Antworten hier noch in jenen des BLW und des BAG (Link ganz unten)? Dann senden Sie uns ein Mail an: corona@hellosbv-usp.ch

Betrieb

Bitte beachten Sie, dass unterdessen die Kantone in der Verantwortung sind und weitergehende Massnahmen beschliessen können, die ebenfalls zu beachten sind!

Wenn Bewirtschaftende und ihre Familien sich in Quarantäne oder Isolation befinden, können sie dann noch auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten?Personen in Quarantäne sollen für 10 Tage zuhause bleiben und den Kontakt mit anderen Personen vermeiden. Ausgenommen davon ist der Kontakt zu Personen, die ebenfalls in Quarantäne sind und im gleichen Haushalt wohnen. Die Hygiene- und Verhaltensregeln der BAG-Kampagne «So schützen wir uns» uns sind zu befolgen.

Befinden sich Personen in Isolation (aufgrund Symptomen oder positivem Testresultat), sollen sie zuhause bleiben. Die Nutztiere auf dem Betrieb sollten wenn möglich durch eine andere Person betreut werden oder, wenn nicht anders möglich, der Kontakt auf ein Minimum beschränkt werden. Die Versorgung der Tiere muss gewährleistet sein. Die Empfehlungen des BAG sind auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einzuhalten.

Bei einer angeordneten Quarantäne oder einem positiven Testergebnis wird sich die zuständige kantonale Stelle melden und weitere Informationen und Anweisungen geben. 
Gilt die Maskenpflicht auch für Hofläden?

Ja, ab sofort gilt die Maskenpflicht in sämtlichen öffentlich zugänglichen Innenräumen und somit auch in allen Hofläden. Die Kantone können weitere Bestimmungen erlassen. Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht können Sie hier herunterladen. Weitere Infos im Schutzkonzept Hofläden.

Edle Masken im Edelweisslook mit Virenfilter, aus Schweizer Produktion und einer Unterstützung für die Stiftung «Für Selbst-, Sozial- und Nothilfe in der Landwirtschaft» gibt es hier zu kaufen: www.buuremaske.ch 
Was ist beim Betreiben von Markständen und Wochenmärkten zu beachten?

Wochenmärkte dürfen weiter durchgeführt werden. Der Schweizer Obst- und der Gemüseproduzentenverband haben ein von den Behörden abgesegnetes Schutzkonzept für die Corona-taugliche Umsetzung plus dazu passende Hinweisschilder ausgearbeitet.

Die BauernZeitung hat zudem eine interaktive Karte aufgeschaltet, auf der Bauernfamilien ihr Angebot für Hauslieferdienste sichtbar machen können.

In der UFA-Revue online gibt es einen Artikel mit wertvollen Hinweisen für alternative Absatzkanäle und die Vermarktung über andere  Gemüse-Vermarktungs-Plattformen.

Was ist beim Betreiben von Selbstplückfelder zu beachten?Schutzkonzepte zur Corona-tauglichen Umsetzung von Selbstpflückfeldern sind hier zu finden.
Was ist beim Betreiben von Schlachtviehmärkten zu beachten?Gemäss Entscheid des Bundesrats vom 16. April dürfen Schlachtviehmärkte ab dem 11. Mai den Betrieb wiederaufnehmen. Die IG öffentliche Märkte hat dafür die Umsetzung ein Schutzkonzept erarbeitet.

Arbeitskräfte & Arbeitsrecht (gilt auch für Alppersonal)

Bitte beachten Sie, dass unterdessen die Kantone in der Verantwortung sind und weitergehende Massnahmen beschliessen können, die ebenfalls zu beachten sind!

FrageAntwort
Was muss ich als Betriebsleiter mit Angestellten beachten?

Die Behörden verlangen neu von allen Landwirtschaftsbetrieben mit Angestellten oder Lernenden ein Schutzkonzept, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Der Gemüseproduzenten- und Obstverband haben ein solches Schutzkonzept für Betriebe mit Spezialkulturen erstellt. Der Schweizer Bauernverband hat daraus ein angepasstes Konzept für Betriebe mit einzelnen Angestellten oder Lernenden erstellt. Jeder betroffene Betrieb ist aufgefordert, eines der beiden Schutzkonzepte herunterzuladen, bei Bedarf zu ergänzen, auszudrucken und zu unterzeichnen. Ebenso muss er dafür besorgt sein, dass die dort aufgeführten Massnahmen auf seinem Betrieb umgesetzt sind. 

Eine italienische Version des Schutzkonzeptes ist hier zu finden. 

Wer muss nach der Einreise in Quarantäne?

Personen, die sich in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgehalten haben und danach in die Schweiz einreisen, müssen in Quarantäne. Die betroffenen Staaten und Gebiete sind auf einer Liste definiert. Diese Liste wird aufgrund der epidemiologischen Lage regelmässig aktualisiert. Stand 12.10.2020 sind unter anderem die folgenden Länder auf der Liste: Portugal, Spanien, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Ungarn. Bei der nächsten Anpassung der Liste muss damit gerechnet werden, dass auch Polen aufgeführt wird.

Liste: 
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/empfehlungen-fuer-reisende/quarantaene-einreisende.html#-2060676916 

Welche vorübergehend Regeln gelten bei der Einreise Arbeitnehmers aus einem Staat (Gebiet), welcher auf der BAG-Quarantäneliste aufgeführt ist? 
  •  Direkt Fahrt auf den Betrieb / Unterkunft
  •  Quarantänepficht während 10 Tagen nach der Einreise in die Schweiz
  •  Anweisungen zur Quarantäne findet man hier.
  •  innerhalb von zwei Tagen bei der zuständigen kantonalen Behörde melden. Kontaktdaten findet man hier.
  •  Anweisungen der Behörden befolgen

Das Dokument «Anweisung zur Quarantäne» gibt es in verschiedenen Sprachen.

Benötigt der Arbeitnehmer aus Polen für die Durchreise durch Deutschland einen negativen Corona-Test?Für die Durchreise (Transit) benötigt man kein negatives Testergebnis. Man ist jedoch verpflichtet bei Transitaufenthalten Deutschland unmittelbar zu verlassen (Durchfahrt auf dem direkten Wege).
Hebt ein negatives Testergebnis die Quarantänepflicht auf?Nein und es gibt auch keine verkürzte Dauer der Quarantäne.
Muss ich die Stellenmeldepflicht beachten?Ab dem 8. Juni 2020 wird die Stellenmeldepflicht wiedereingeführt und muss beachtet werden. Weitere Informationen findet man hier.
Was muss ich beachten, wenn ich kurzfristig jemanden anstelle?Wir empfehlen einen schriftlichen Arbeitsvertrag abzuschliessen. Bei befristeten Arbeitsverträgen unbedingt die Probezeit und Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag regeln. Die Arbeitnehmenden werden gemäss der Lohnrichtlinie in der Schweizer Landwirtschaft (SBV / SBLV / ABLA) entschädigt (kant. Mindestlöhne, verbindliche Regelungen im NAV, GAV haben Vorrang). Die Arbeitnehmer müssen nach den gesetzlichen Vorschriften versichert und die ausländerrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Ausländische Arbeitnehmende mit Wohnsitz in der Schweiz, die weder die Niederlassungsbewilligung C besitzen noch mit Personen verheiratet sind, die die Niederlassungsbewilligung C oder das Schweizer Bürgerrecht haben, müssen beim Quellensteueramt gemeldet und abgerechnet werden. Und in jedem Fall gilt es die Verhaltens- und Hygieneregeln des BAG sowie die Arbeitssicherheit zu beachten.
Falls es auf Betrieben krankheitsbedingt zu Ausfällen kommt in den nächsten Wochen, wird die Nachbarschaftshilfe wichtig. Welche Punkte gilt Nachbarschaftshilfe bezüglich Arbeits- und Versicherungsrecht zu berücksichtigen?

Die Nachbarschaftshilfe zeichnet sich aus durch:

  • Spontaner Einsatz, Gefälligkeitscharakter
  • Keine oder geringe Entlöhnung
  • Kein primäres wirtschaftliches Interesse des Arbeitgebers

Diese Aushilfen unterstehen nicht der obligatorischen Unfallversicherung und sind somit nicht über eine allfällige bestehende Versicherung für Angestellt versichert.

In erster Linie müssen die Versicherungen der geschädigten Person für die Kosten aufkommen. In Frage kommen die NBU-Versicherung aus einem bestehenden Anstellungsverhältnis, die obligatorische Krankenversicherung der geschädigten Person oder allfällige freiwillige Versicherungen der geschädigten Person. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfehlen wir in einer Vereinbarung mit den freiwilligen Aushilfen folgende Passage festzuhalten: «Für die Unfallversicherung sind Sie eigenverantwortlich. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie gegen Nichtberufsunfälle versichert sind». 

Sollten Sie mit solchen Einsätzen rechnen, empfehlen wir Ihnen ebenfalls den Abschluss einer Aushilfeversicherung und den Anschluss an die Globalversicherung für Angestellte bei der Agrisano, da die Grenze zwischen Aushilfe und Angestelltem fliessend sind und bei einem eventuellen Schadenfall die Kosten immens sein können.

Gehen die Einsätze über solche «spontane» Einsätze hinaus, ist dies ein Arbeitsverhältnis, ihr Nachbar ist somit für diese Arbeiten Ihr Arbeitnehmer.

Dies charakterisiert sich durch:

  • Einsätze sind geplant/organisiert, evtl. regelmässig
  • Entschädigung mit Lohncharakter
  • Tätigkeit im wirtschaftlichen Interesse des Arbeitgebers

Solche Personen sind als normale Angestellte zu versichern, je nach Pensum und Dauer gemäss den Regelungen des UVG, BVG und des jeweiligen kantonalen Normalarbeitsvertrages. Der Arbeitgeber ist verpflichtet diese Personen seinem UVG-Versicherer, z.B. der Globalversicherung zu melden.

Jemand möchte bei mir Freiwilligenarbeit leisten. Auf was muss ich achten?

Bezüglich Versicherungen gelten die Ausführungen zur Nachbarschaftshilfe. Bezieht ein versicherte Person Arbeitslosen- oder Kurzarbeitsentschädigung ist zudem Folgendes zu beachten:

Während Bezug von Arbeitslosenentschädigung:

Die versicherte Person, die eine freiwillige Tätigkeit ausüben will, bedarf einer Bewilligung der Kantonalen Amtsstelle, damit sie als vermittlungsfähig gilt. Damit sollen Rechtsmissbräuche verhindert (z. B. dass Tätigkeiten ausgeübt werden, die normalerweise gegen Lohn erbracht werden) und sichergestellt werden, dass das primäre Ziel der raschen und dauerhaften Wiedereingliederung der versicherten Personen in den Arbeitsmarkt nicht gefährdet wird. 

Während Bezug von Kurzarbeitsentschädigung:

Hier stellt sich die Frage der Vermittlungsfähigkeit nicht. Daher sollte es möglich sein, sofern die Zustimmung des Arbeitgebers vorliegt. Dieser darf die Zustimmung nur verweigern, wenn die arbeitnehmende Person wegen der freiwilligen Tätigkeit ihre arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nicht einhalten könnte. Es gelten dieselben Regeln wie für eine Zwischenbeschäftigung.

Die Armee bietet mich auf, ich werde aber auf dem Betrieb benötigt. Wie kann man ich mich befreien?

Nachdem es sich nicht mehr um eine Mobilisierung handelt, gilt das ganz normale Dispensationsverfahren. Angehörige der Armee können bei ihrer Aufgebotsstelle ein Gesuch mit Begründung um Verschiebung der Dienstleistung oder Befreiung von derselben stellen. Bei Problemen können sich Betroffene an den SBV (urs.schneider@hellosbv-usp.ch)  wenden.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung hat in einem Schreiben bestätigt, dass die Landwirtschaftsbetriebe in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation «systemrelevant» sind. Daher sollten Gesuche von auf den Betrieben benötigten BetriebsleiterInnen oder Arbeitskräften grosszügig vom Militär- Zivilschutz- und Zivildienstpflicht befreit werden.

Auch der Zivilschutz bietet Leute auf. Wie kann man sich davon befreien, weil man in der Landwirtschaft arbeiten muss?

Der Zivilschutz ist im Gegensatz zur Armee nicht national, sondern regional organisiert. Aber auch hier kann man sich mit einer Begründung (Arbeit ist wichtig für die Lebensmittelversorgung) dispensieren lassen. Falls diesem Gesuch nicht entsprochen wird, kann man sich an den kant. Bauernverband wenden und ihm Person und Aufgebotsstelle mitteilen. Dieser kann dann Kontakt aufnehmen und die Aufgebotsstelle auffordern, die betroffene Person zu dispensieren, weil sie dringend auf dem Betrieb benötigt wird.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung uns in einem Schreiben bestätigt, dass die Landwirtschaftsbetriebe in der aktuellen Corona-Ausnahmesituation «systemrelevant» sind. Damit können sich die auf den Betrieben benötigten Arbeitskräfte vom Militär- Zivilschutz- und Zivildienstpflicht befreien lassen. 

Wie muss ich beim Verladen von Verladen von Poulets, Truten und Hennen sowie dem Einstallen von Küken und Junghennen vorgehen?Das folgende Merkblatt der Branche informiert über Organisations- und Vorbeugemassnahmen für das Verladen und Ausladen:
COVID_19_Vorbeuge_Gefluegelverlad_u_einstallung_d_def
Wie sieht es aus mit Entschädigung für den Erwerbsausfall aufgrund der gegen das Coronavirus auferlegten Massnahmen?    

Ein Anrecht auf Entschädigung haben:

•    Selbstständigerwerbende, die ihren Betrieb wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen schliessen müssen.
•    Selbständigerwerbende, die vom Veranstaltungsverbot betroffen sind oder deren Veranstaltung wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen abgesagt wurde.

Zuständig ist die Ausgleichskasse, bei welcher die Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet werden. Die Adressen findet man hier sowie weitre Informationen /Anmeldung hier.

Wer zahlt, wenn ein Mitarbeitender für 10 Tage in die Quarantäne muss und die Erwerbstätigkeit unterbrechen muss?    Sofern ein Arzt (oder Behörde) die Quarantäne angeordnet hat, gibt es für Angestellte wie auch Selbständigerwerbende eine Corona-Erwerbsersatz-Entschädigung. Infos dazu gibt es auf diesem Merkblatt auf Seite 6. Das Anmeldeformular ist hier zu finden.
Haben Lernende (oder Rentner) Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz?    Ja, es besteht kein Mindest oder ein Maximalalter. So können Lernende und erwerbstätige Personen, die das ordentliche Rentenalter bereits erreicht haben, anspruchsberechtigt sein.
Wie funktioniert das mit der Corona-Erwerbsersatzentschädigung?     Antworten betreffend der Entschädigungshöhe, Anspruchsbeginn und –ende, Teilzeitarbeit und mehr findet man hier.  

Finanzielles

Bitte beachten Sie, dass unterdessen die Kantone in der Verantwortung sind und weitergehende Massnahmen beschliessen können, die ebenfalls zu beachten sind!

Gibt es für den Agrarsektor Zugang zur Kurzarbeitsentschädigung?

Einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) können die Arbeitgeber für Arbeitnehmende geltend machen, welche die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das AHV-Rentenalter aber noch nicht erreicht haben. Zudem müssen Arbeitnehmende in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehen und mit der Kurzarbeit einverstanden sein. Weitere Informationen findet man hier.

Landwirtschaftsbetrieben, welche nun zu wenig Arbeit haben (z.B. wegfallende Lieferung Gastrobetriebe) wird empfohlen ein Gesuch einzureichen. Weitere Informationen findet man hier oder beim Kanton.
Wie sieht es aus mit Entschädigung für den Erwerbsausfall aufgrund der gegen das Coronavirus auferlegten Massnahmen?

Ein Anrecht auf Entschädigung haben:

•    Selbstständigerwerbende, , die ihren Betrieb wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen schliessen müssen.
•    Selbständigerwerbende, die vom Veranstaltungsverbot betroffen sind oder deren Veranstaltung wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen abgesagt wurde.

Zuständig ist die Ausgleichskasse, bei welcher die Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet werden. Die Adressen findet man hier sowie weitre Informationen /Anmeldung hier.

Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten, wenn ein Betrieb wegen Einnahmeausfällen in finanzielle Bedrängnis kommt?

Der Bund gewährt auch den Landwirtschaftsbetrieben in Corona-bedingten Liquiditätsengpässen die Möglichkeit, rasch und unkompliziert einen zinslosen Überbrückungskredit zu beantragen. Dieser ist bei der Hausbank zu beantragen und wird vom Bund abgesichert. Mehr Infos zum Vorgehen für den ist hier zu finden.

Auch die zinsfreien Betriebshilfedarlehen zur Überbrückung eines Liquiditätsengpasses stehen weiter zur Verfügung. Anlaufstellen dafür sind die Kantone, in der Regel die kantonalen Kreditkassen.
Wer zahlt, wenn ein Mitarbeitender für 10 Tage in die Quarantäne muss und die Erwerbstätigkeit unterbrechen muss?Sofern ein Arzt (oder Behörde) die Quarantäne angeordnet hat, gibt es für Angestellte wie auch Selbständigerwerbende eine Corona-Erwerbsersatz-Entschädigung. Infos dazu gibt es auf diesem Merkblatt auf Seite 6. Das Anmeldeformular ist hier zu finden.
Haben Lernende (oder Rentner) Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz?Ja, es besteht kein Mindest oder ein Maximalalter. So können Lernende und erwerbstätige Personen, die das ordentliche Rentenalter bereits erreicht haben, anspruchsberechtigt sein.
Wie funktioniert das mit der Corona-Erwerbsersatzentschädigung? Antworten betreffend der Entschädigungshöhe, Anspruchsbeginn und –ende, Teilzeitarbeit und mehr findet man hier.  

Diverses

Bitte beachten Sie, dass unterdessen die Kantone in der Verantwortung sind und weitergehende Massnahmen beschliessen können, die ebenfalls zu beachten sind!

FrageAntwort
Wenn Bewirtschaftende und ihre Familien sich in Quarantäne befinden, können sie dann noch auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten?

Dazu schreibt das BLW:

Personen in Quarantäne sollen für 10 Tage zuhause bleiben und den Kontakt mit anderen Personen vermeiden. Ausgenommen davon ist der Kontakt zu Personen, die ebenfalls in Quarantäne sind und im gleichen Haushalt wohnen. Die Hygiene- und Verhaltensregeln der BAG-Kampagne «So schützen wir uns» uns sind zu befolgen.
Befinden sich Personen in Isolation (aufgrund Symptomen oder positivem Testresultat), sollen sie zuhause bleiben. Die Nutztiere auf dem Betrieb sollten wenn möglich durch eine andere Person betreut werden oder, wenn nicht anders möglich, der Kontakt auf ein Minimum beschränkt werden. Die Versorgung der Tiere muss gewährleistet sein. Die Empfehlungen des BAG sind auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einzuhalten.

Bei einer angeordneten Quarantäne oder einem positiven Testergebnis wird sich die zuständige kantonale Stelle melden und weitere Informationen und Anweisungen geben. 
Welche vorsorglichen Massnahmen sind auf Betrieben mit Nutztierhaltung zu treffen, um für den Fall eines Ausfalls der Betriebsleitung gewappnet zu sein? Sie finden hier ein Merkblatt mit Hinweisen, was auf Betriebe mit Nutztieren beachtet werden sollte.  
Was ist beim Betreiben einer Besenbeiz zu beachten?Für die Gastronomie gilt neu Maskenpflicht, ausser beim Sitzen am Tisch. Konsumnation nur sitzend (gilt auch für Aussenbereiche). Weitere Infos sind im Schutzkonzept von Gastro Suisse zu finden.
Was gibt es bei Weindegustationen zu beachten?Im Schutzkonzept des Schweizerischen Weinbauernverbands finden Anbieter Informationen, was es bei der Durchführung von Weindegustationen zu beachten gilt. 
Was gilt es bei agrotouristischen Angeboten zu beachten?Bis 15 Personen können geschlossene private Anlässe ohne zusätzliche Auflagen durchgeführt werden. Ab 15 Personen gelten die neuen Vorgaben für die Gastronomie. Im Schutzkonzept von Agrotourismus Schweiz finden Anbieter Informationen, was es bei den verschiedenen Angeboten zu beachten gilt. 
Können Agro-Lohnunternehmer uneingeschränkt ihre Leistungen erbringen?Ja. 
Müssen Grenzlandbewirtschafter in Quarantäne? Nein. Die lokalen Lösungen, um die Bewirtschaftung der Flächen in der Grenzzone zu gewährleisten, gelten weiter.  

Kontaktperson

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband
Leiter Corona-Task Force sowie Produktion, Märkte & Ökologie

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Urs Schneider

Schweizer Bauernverband
Stv. Direktor
Corona-Task Force
Leiter Departement Kommunikation und Services

Mobile 079 438 97 17
Email urs.schneider@sbv-usp.ch

Francis Egger

Vize-Direktor Schweizer Bauernverband
Leiter Departement Wirtschaft,
Bildung und Internationales

Telefon      056 462 50 12
Mobile       079 280 69 66
Email        francis.egger@sbv-usp.ch

Sandra Helfenstein

Schweizer Bauernverband
Stv. Leiterin Departement Kommunikation und Services
Co-Leiterin Kommunikation, Bereich Medien & Öffentlichkeitsarbeit
Mediensprecherin

Telefon 056 462 52 21
Mobile 079 826 89 75
E-Mail sandra.helfenstein@sbv-usp.ch

  

Standpunkte
Und plötzlich ist alles anders

26.03.20 | Wer hätte sich die aktuelle Situation im Vorfeld vorstellen können? Niemand! Uneingeschränkte Reisetätigkeit, Warenfluss über den ganzen Erdball hinweg und jederzeit volle Regale schienen für alle Ewigkeit zu gelten. Und nun das: Grenzen zu, Schulen zu, kaum noch Flugverkehr, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, Mobilisierung von Teilen der Armee, leer gekaufte Gestelle und vieles mehr, was ausserhalb unserer Vorstellung lag. Die Corona-Krise führt auch in der Landwirtschaft zu vielen Fragen und Unsicherheiten. Der Schweizer Bauernverband (SBV) setzte bereits am Tag, als der Bundesrat die ausserordentliche Lage erklärte, eine Task-Force ein. Der neue Direktor Martin Rufer stellt den Kontakt zu den involvierten Bundesstellen sicher. Francis Egger ist die Kontaktperson zur Westschweiz und ich zur Deutschschweiz, Sandra Helfenstein obliegt die Kommunikation. Mit Unterstützung der Mitarbeitenden, aber auch der Mitgliedsektionen und Partner, bearbeiten wir die Herausforderungen, welche die Ausnahmesituation für alle Beteiligten mit sich bringt. Im Vordergrund steht die Sicherung der Versorgung. Da viele ausländische Arbeitskräfte nicht kommen können oder wollen, ist ein massgeblicher Faktor die Verfügbarkeit von genügend Personal für die anstehenden Arbeiten. Wir haben eine in der Westschweiz bereits bestehende Plattform auf Deutsch angepasst und zeigen auf unserer Webseite weitere Möglichkeiten auf, wie die Betriebsleitenden Arbeitskräfte im Inland finden können. Auch sonst sind verschiedene Betriebe von der aktuellen Situation betroffen und suchen Hilfe und Unterstützung. Für Themen von allgemeinem Interesse haben wir auf der Webseite eine «Fragen&Antworten»-Seite eingerichtet: Falls Sie Fragen haben, die dort oder über die Informationen des Bundesamtes für Landwirtschaft nicht abgedeckt sind, können Sie diese senden an: corona@sbv-usp.ch. Wir sind für Sie da! Neben Corona gilt es den Betrieb des SBV unter erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Und Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, führen der Schweiz vor Augen, welche grosse Bedeutung einer Produktion vor Ort zukommt. Auch für Ihren Einsatz darf man klatschen! Urs Schneider, Stv. Direktor SBV, Corona-Task Force, Brugg

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Medienmitteilungen
Plattformen für die Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft

25.03.20 | Ab sofort stehen mit agrix.ch oder agrarjobs.ch kostenlose Plattformen für die Vermittlung von offenen Stellen in der Landwirtschaft aufgrund des Coronavirus zur Verfügung. Weitere Möglichkeiten sind online zu finden.

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SBV-News SBV-News Nr. 12 (16. – 20.3.2020)

23.03.20 | Corona-Spezial auf der SBV-Webseite Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus bringt auch für die Landwirtschaft verschiedene Probleme mit sich und wirft zahlreiche Fragen auf. Der SBV hat unter Martin Rufer eine Task Force eingesetzt, die sich den Auswirkungen für die Landwirtschaft und den sich abzeichnenden Problemen wie der Rekrutierung von Arbeitskräften annimmt und mit Mitgliedorganisationen, Behörden, Partnerorganisationen und Kantonen Lösungen sucht. Weiter hat er auf seiner Webseite eine Spezialseite Corona, Fragen & Antworten eingerichtet, die er laufend aktualisiert: www.sbv-usp.ch/de/coronavirus.

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Medienmitteilungen
Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise

21.03.20 | Der Schweizer Bauernverband und seine Mitgliedsektionen bearbeiten intensiv die verschiedenen Probleme und offenen Fragen, die sich aus dem Corona-Ausnahmezustand für die Land- und Ernährungswirtschaft sowie die Bauernfamilien ergeben.

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Medienmitteilungen
Vorgängige Anmeldung für Einreise erforderlich!

20.03.20 | Noch bis zum nächsten Donnerstag können ausländische Arbeitskräfte nur mit Arbeitsvertrag in die Schweiz einreisen. Sie müssen aber vorgängig den Behörden gemeldet worden sein. Der Schweizer Bauernverband stellt dafür ein Formular zur Verfügung.

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Medienmitteilungen
Ausländische Arbeitskräfte: Sofortiges Handeln nötig!

18.03.20 | Die Schweizer Grenzen sind wegen des Corona-Virus geschlossen. Damit ausländische Arbeitskräfte in die Schweiz einreisen können, brauchen sie eine offizielle Aufenthaltserlaubnis. Die Arbeitgeber müssen diese sofort beantragen.

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Medienmitteilungen
Hofläden dürfen offen bleiben

17.03.20 | Der Verkauf von Lebensmitteln in Hofläden ist weiterhin möglich. Bei bedienten Läden sind die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit zu beachten. Seit heute befindet sich die Schweiz in einer «ausserordentlichen Lage» gemäss Epidemiengesetz. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe sind bis mindestens am 19. April 2020 geschlossen. Lebensmittelläden und damit auch die Hofläden auf den Bauernbetrieben sind davon allerdings ausgenommen. Wenig problematisch sind Selbstbedienungsangebote auf den Höfen. Bediente Läden müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten. Dazu gehören Hygienemassnahmen wie gründliches Händewaschen, Hände nicht schütteln sowie genügend Abstand zu anderen Personen sicherstellen. Das kann weiter heissen, die Anzahl Kundinnen und Kunden zu begrenzen, die gleichzeitig im Laden sind. Ideal ist weiter, eine bargeldlose Be-zahlmöglichkeit anzubieten. Der Schweizer Bauernverband arbeitet dafür bereits seit längerem mit TWINT zu-sammen. Alle Informationen dafür sind auf www.vomhof.ch zu finden. Das Abhalten von Wochenmärkten ist nicht mehr erlaubt.

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Medienmitteilungen
Starke inländische Land- und Ernährungswirtschaft sorgt für volle Regale

17.03.20 | Die Bevölkerung ist besorgt über die Nahrungsmittelversorgung, was sich in Hamsterkäufen äussert. Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ist gut aufgestellt. Dank hiesiger Produktion und Verarbeitung verfügt unser Land über eine robuste Produktionsinfrastruktur, die sowohl bei den Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Kartoffeln, Milchprodukten, Obst, Gemüse, Fleisch und Zucker einen hohen Selbstversorgungsgrad sicherstellt, als auch über die hiesige Herstellung von stärker verarbeiteten, oftmals lange haltbaren Produkten wie Teigwaren, Suppen, Saucen, Getränken, Schokolade und Backwaren einen wichtigen Beitrag zur Bevorratung der Bevölkerung leistet. Die lokale Nahrungsmittelproduktion ermöglicht einen schnellen Warenfluss zu den Konsumenten. Hamsterkäufe, die über den vom Bundesrat empfohlenen Notvorrat hinausgehen, sind nicht begründet und belasten die in diesen Branchen arbeitenden Menschen unnötig.

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