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Trinkwasser-Initiative

Die Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» ist mit 113‘979 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Die Initiative verlangt, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe Direktzahlungen erhalten, die auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten und ihre Tiere ausschliesslich mit betriebseigenem Futter versorgen können. Die Initiative würde die einheimische Produktion praktisch verunmöglichen. Bei Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Gemüse, Obst wäre nicht einmal mehr der Anbau in Bioqualität möglich, ebenso wäre die Haltung von Hühnern und Schweinen extrem eingeschränkt.

Sauberes Wasser ist auch für die Landwirtschaft wichtig. Die Initiative verfehlt aber ihr Ziel, weshalb der Schweizer Bauernverband sie ablehnt: Es ist keine Trinkwasser- sondern eine Importförderinitiative.

 

  • Die im Titel (Abs. 3 Buchstabe g) stehende Aussage „keine Subventionen für den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz“ ist falsch. Der prophylaktische Antibiotika-Einsatz ist in der Schweiz längstens verboten und demnach kann dieser auch nicht subventioniert werden. Die Landwirtschaft arbeitet zudem aktiv an der nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) mit. Die in der Nutztiermedizin eingesetzten Mengen haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als halbiert.

  • Der verwendete Begriff „Pestizide“ umfasst sämtliche Mittel, auch solche, die als Pflanzenschutzmittel natürlichen Ursprungs im Biolandbau eingesetzt werden dürfen. Gemeint sind wohl synthetische Pflanzenschutzmittel.

  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in der Schweiz nicht subventioniert (ausser indirekt über den Beitrag für die Direktsaat). Kein Landwirt erhält also mehr Beiträge, wenn er Pflanzenschutzmittel einsetzt. Im Gegenteil, der Verzicht wird mit Anreizsystemen belohnt (Extenso, Bio, Zusatzbeitrag für den Verzicht auf Herbizid usw.).

  • Die im Trinkwasser nachgewiesenen Rückstände überschreiten in den meisten Fällen Grenzwerte. Immer feinere Messmethoden finden auch unvermeidbare Kleinstmengen.

  • Auch die privaten Gartenbesitzer sowie die SBB setzen grosse Mengen Pflanzenschutzmittel ein. Die Initiative fokussiert sich aber einseitig auf die Landwirtschaft.

  • Der Verbrauch an synthetischen Pflanzenschutzmitteln ging in den letzten 10 Jahren bereits um 28 Prozent zurück. Unterdessen sind 40 Prozent der eingesetzten Mengen, natürliche Mittel, die für den Biolandbau zugelassen sind.

Schweizer Landwirte treffen viele vorbeugende Massnahmen, um ihre Kulturen zu schützen: geeignete Bodenbearbeitung und Fruchtfolge, gesundes Saatgut oder resistente Sorten. Doch das reicht nicht immer um die Qualitätsansprüche zu erfüllen und den Ertrag zu sichern. Dann kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Die Initiative blendet die Anforderungen des Marktes komplett aus: Nur ein kleiner Teil der Konsumenten setzt konsequent auf Biolebensmittel. Im Gegenteil, der rege Einkaufstourismus zeigt, dass es eine grosse Anzahl Kunden gibt, die vor allem auf den Preis achten. Eine rigorose Umstellung auf Biolandbau würde die Schweizer Landwirtschaft aus diesem Absatzmarkt verdrängen. Sie würden dann mit günstigen Importen ersetzt, welche den verlangten Anforderungen nicht unterstehen. Es käme zu extrem ungleich langen Spiessen. Der SBV setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmittel und sauberes Trinkwasser ein. Wir unterstützen den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, der sämtliche Aspekte des Pflanzenschutzes aufnimmt und die parlamentarische Initiative mit Absenkpfad für die Risiken von Pflanzenschutzmitteln, der die Massnahmen für verbindlich erklärt.

 

Kontaktperson

Urs Schneider

Schweizer Bauernverband
Stv. Direktor
Corona-Task Force
Leiter Departement Kommunikation und Services

Mobile 079 438 97 17
Email urs.schneider@sbv-usp.ch

  

SBV-News SBV-News Nr. 39 (23.09. – 29.09.19)

01.10.19 | Gespräch mit Lidl Der SBV führt regelmässig Gespräche mit allen Detailhändlern. Letzte Woche fand der gegenseitige Austausch über aktuelle Themen und Anliegen mit Lidl statt. Der Discounter führt in seinem Lebensmittel-Sortiment 55% Schweizer Produkte. Der SBV dankte Lidl für das Engagement bei Suisse Garantie, unterstrich aber auch den Wunsch, die Schweizer Produkte nicht mit extremen Aktionen zu unterlaufen. Ebenso, dass er die Teilnahme von Lidl im Verein Qualitätsstrategie begrüssen würde. Lidl stellt im Zusammenhang mit den Pflanzenschutzinitiativen ebenfalls fest, dass die Optik ein entscheidendes Kaufkriterium ist.

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Medienmitteilungen
Landwirtschaft nimmt Anliegen der Gesellschaft ernst

20.09.19 | Mit dem heute von der Landwirtschaftskammer verabschiedeten Green-Paper sowie der Unterstützung der parlamentarischen Initiative der Ständeratskommission verpflichtet sich die Schweizer Landwirtschaft ihr Engagement im Bereich Umwelt und Tierhaltung zu verstärken.

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SBV-News SBV-News Nr. 33 (12.08. – 18.08.2019)

19.08.19 | Vorstand Der Vorstand des SBV befasste sich intensiv mit den beiden Pflanzenschutzinitiativen und dem weiteren Vorgehen. Er setzte sich mit der Situation auf den Märkten auseinander und würdigte die Lancierung des «grünen Teppichs» durch die Branchenorganisation Milch. Daneben verabschiedete er mehrere Stellungnahmen (Landschaftskonzept, Indirekter Gegenvorschlage zur Fair-Preis-Initiative, Stretto 3) und erörterte den Projektstand zur AP 22+. In diesem Zusammenhang definierte der Vorstand rote Linien, welche bei den regionalen Landwirtschaftskonzepten einzuhalten sind. Ausserdem unterstützt der Vorstand die Wahl der neuen Präsidentin der Landfrauen, Anne Challandes, als neues Vorstandsmitglied und als Vizepräsidentin. Die Wahl erfolgt durch die Delegiertenversammlung im November. Schliesslich verabschiedete er das Tätigkeitsprogramm 2020 zuhanden der Landwirtschaftskammer.

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Medienmitteilungen
Sauberes Trinkwasser ist ein gemeinsames Anliegen

15.08.19 | Der heute vom Bundesamt für Umwelt veröffentlichte Bericht zur nationalen Grundwasser-beobachtung zeigt, dass es Anstrengungen auf allen Ebenen braucht, um auch künftig den Schutz des Trinkwassers zu gewährleisten. Die Landwirtschaft macht ihre Hausaufgaben.

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SBV-News SBV-News Nr. 32 (05.08. – 09.08.2019)

12.08.19 | Fakten zur Landwirtschaft Unser letztes Jahr gestartetes Projekt «Fakten zur Landwirtschaft» ist unterdessen vollständig zum Bestandteil der Kampagne von «Wir schützen, was wir lieben» und www.verantwortungsvolle-landwirtschaft.ch geworden. Konsequenterweise haben wir deshalb die bisherige Webseite www.agrowiki.ch auf die neue Webseite umgeleitet. Neu beinhaltet diese zwei weitere Vertiefungsthemen: 1. Tiergesundheit und die Verwendung von Antibiotika, 2. Klima und Landwirtschaft. Ebenso sind die drei frischen Videos mit Landwirt Markus Hofer aus Ballmoos darauf, der in drei Teilen den Pflanzenschutz in der Landwirtschaft erklärt. Als nächstes ist ein neues Comic-Erklärvideo zum Thema Tierhaltung vorgesehen. In den sozialen Medien gab es eine Rekordwoche auf der Facebook-Seite «Verantwortungsvolle Landwirtschaft». Ein Beitrag erreichte bis zum Wochenende mehr als 91'000 Personen und löste 12'500 Interaktionen aus.

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SBV-News SBV-News Nr. 31 (29.07. – 02.08.2019)

06.08.19 | Ergänzende Tafeln für Outdoor-Modul Im Rahmen der Informationskampagne von «Wir schützen, was wir lieben» hat der SBV einen neuen Indoor-Messestand und Outdoor-Module zum Thema Pflanzenschutz erstellt. Beide sind rege im Einsatz. Die Outdoor-Module bestehen aktuell aus acht verschiedenen Elementen zum Pflanzenschutz in verschiedenen Kulturen, dem Schutz der Gewässer sowie den Folgen, wenn die Bauern ihre Kulturen nicht schützen. Aktuell sind drei zusätzlich Elemente zu Biodiversität, Tiergesundheit und Tierfütterung in Entwicklung. So lassen sich in Zukunft alle Themen der Trinkwasser-Initiative anhand des Outdoor-Moduls erläutern. Bauernverbände mit eigenem Outdoor-Modul erhalten die drei zusätzlichen Plachen automatisch zugestellt.

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SBV-News SBV-News Nr. 30 (21.07. – 25.07.2019)

30.07.19 | Fokusmagazin Klima und Landwirtschaft In den letzten Tagen erhielten Behörden, Parlamentarier, Ämter, Partner, Umweltverbände sowie im Schweizer Bauernverband aktive Bäuerinnen und Bauern per Post das neu erschienene Fokusmagazin «Die Landwirtschaft im (Klima)wandel». Das Magazin ist ebenfalls online verfügbar unter www.sbv-usp.ch/de/klimawandel und kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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