Inhalt - Landwirtschaftsdirektoren: Direktzahlungssystem vereinfachen

  • 08. März, 2018

Landwirtschaftsdirektoren: Direktzahlungssystem vereinfachen

(lid.ch) – Einfacheres Direktzahlungssystem, höhere Wertschöpfung, Einsatz neuer Technologien: Die kantonalen Landwirtschaftsdirektoren haben heute ihre Vorschläge für die künftige Agrarpolitik präsentiert. Grenzschutz sei wichtig und dürfe nicht ohne Not abgebaut werden.

Die kantonalen Landwirtschaftsdirektoren (LDK) greifen in die Diskussion um die Agrarpolitik 2022+ ein. Es sei das erste Mal, dass man sich im Vorfeld einer Reformetappe zu Wort melde, sagte LDK-Sekretär Roger Bisig heute vor den Medien. Eine Arbeitsgruppe hat einen knapp 50-seitigen Bericht erarbeitet. Dieser listet Stärken und Schwächen der Schweizer Landwirtschaft auf, benennt Herausforderungen und enthält Forderungen an die zukünftige Agrarpolitik.

Der Bericht sei keine Reaktion auf die im November 2017 veröffentlichte Gesamtschau des Bundesrates, sagte Bisig gegenüber dem LID. Die Vorarbeiten hätten bereits Anfang 2017 angefangen. Es sei ein Beitrag zur Diskussion um die Agrarpolitik aus Kantonssicht.

Wertschöpfung erhöhen

Zentrales Anliegen der LDK ist: Das Bauern muss sich wieder rentieren. Seit Jahren werde der Anteil am Konsumentenfranken immer kleiner. Viele Betriebe hätten ein Problem bezüglich Wirtschaftlichkeit, betonte Bisig. Als Leiter des Landwirtschaftsamts im Kanton Zug habe er Kenntnis vieler Buchhaltungen. "Der Anteil an Betrieben, die Freude bereiten, ist klein."

Ganze Wertschöpfungskette ins Visier nehmen

Die LDK ortet nicht nur auf den Betrieben Handlungsbedarf, sondern auch auf den Agrarmärkten. Dort herrsche zu wenig Transparenz, es fehle an Konkurrenz, lautet die Kritik. Potenzial sehen die Landwirtschaftsdirektoren in der Digitalisierung und neuen Technologien. Warum gebe es noch keine App für die Tierverkehrsdatenbank, fragte sich Bisig. Bei der Zusammenarbeit – unter den Betrieben wie auch innerhalb der Wertschöpfungskette – besteht laut LDK Verbesserungspotenzial.

Grenzschutz ist wichtig

Die LDK spricht sich für einen wirksamen Grenzschutz aus. Dieser soll bei sensiblen Produkten auf dem heutigen Niveau beibehalten werden. Der Grenzschutz dürfe nicht ohne Not reduziert werden, heisst es im Bericht. Die Landwirtschaftsdirektoren befürchten, dass durch einen Abbau der Zölle die hiesige Landwirtschaft schrumpfe und damit nicht mehr alle Flächen bewirtschaftet würden.

Direktzahlungssystem vereinfachen

Die LDK hält das heutige Direktzahlungssystem für zu kompliziert und detailliert. Es gebe über 2'400 Kontrollpunkte auf einem Bauernhof, sagte Bisig. Es brauche einfachere Regeln.

LDK-Präsident Philippe Leuba betonte, dass eine Weiterentwicklung der Agrarpolitik nötig sei. Forderungen nach einem Marschhalt erteilte der Waadtländer Regierungsrat eine Absage. Die Klassen an Landwirtschaftsschulen seien voll, betonte Leuba. Es gelte, dem Nachwuchs eine Perspektive in der Landwirtschaft zu verschaffen.

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