Inhalt - "An einem Standort überleben oder eingehen"

  • 08. Juni, 2018

"An einem Standort überleben oder eingehen"

Agroscope müsse durchschnaufen und durchstarten: Alfred Buess, Präsident des Landwirtschaftlichen Forschungsrates, erklärt im Interview, warum der Umbau der bundeseigenen Forschungsanstalt Sinn macht – und wie sie sich künftig ausrichten soll.

ID: Wieso braucht Agroscope diese massive Reorganisation?

Alfred Buess: Die ganze Übung startete als Sparauftrag im Rahmen der strukturellen Reformen des Bundesrates. Es gab kritische Stimmen, die fragten, ob es Agroscope überhaupt noch brauche. Denn im Gesetz steht, dass eine Ressortforschungsanstalt aufgelöst werden kann, wenn sie nicht mehr nötig ist oder wenn man dieselbe Leistung anderswo günstiger beziehen kann. Das ist keine Angstmache. Solche Ideen schwebten herum. Bundesrat Johann Schneider-Ammann war mit solchen Ideen überhaupt nicht einverstanden und entschied sich mit dem Zukunftsprojekt für Agroscope in die Offensive zu gehen. Dies ist ein gröberes Unterfangen, das nicht nur eine Sparübung ist, sondern Agroscope neu positionieren soll, um die Diskussionen um die Daseinsberechtigung zu beenden und um eine solide Grundlage für die Zukunft zu schaffen.

Waren die praktisch ausschliesslich negativen Reaktionen eine Überraschung für Sie?

Nein, ich war gar nicht überrascht. Als ich erstmals von der Konzentration auf einen Standort hörte, war meine erste Reaktion: Das ist ein Himmelfahrtskommando. Zunächst hatte ich die Vermutung, dass das Endziel gar nicht ein Standort ist. Sondern dass man weit zielt, um ein Stück vorwärts zu kommen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass dem nicht so ist. Und als ich mich mit den Argumenten beschäftigte, sah ich, dass diese überzeugen. Es gibt auf der einen Seite die finanzpolitische Betrachtung. Wenn man von einem 190-Millionen-Budget 40 Millionen für die Infrastruktur braucht, dann ist das disproportional. Hier muss man etwas ändern. Andererseits sind die Standorte geschichtlich gesehen aus regionalpolitischen und nicht aus forschungspolitischen Überlegungen entstanden. Wir müssen mit dem vorhandenen Geld die beste Forschungsleistung erzielen und sollten dieses nicht in Mauern und den Erhalt des Bisherigen investieren.

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