Inhalt - Trockenheit: Bauernverband fordert Sofortmassnahmen

  • 07. August, 2018

Trockenheit: Bauernverband fordert Sofortmassnahmen

(lid.ch) – Der Schweizer Bauernverband hat heute einen Katalog mit Forderungen und Appellen veröffentlicht, welche die Folgen der Trockenheit lindern sollen.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat heute wegen der anhaltenden Trockenheit ein erstes Massnahmenpaket verabschiedet. Drei Stossrichtungen stehen im Zentrum:

1. Brancheninterne Massnahmen:

  • Um die Verfügbarkeit von Raufutter zu verbessern, sollen Landwirte mit genügend Futter ihr Angebot auf dem Markt und den von kantonalen Bauernverbänden eingerichteten Futterbörsen platzieren.
  • Landwirte, welche zusätzliche Tiere für die Herbst- und Winterführung aufnehmen können, sollen dies frühzeitig bekannt machen. Dies kann allenfalls ebenfalls kantonal koordiniert werden.
  • Privatrechtliche Versicherungsangebote zur Absicherung von Ausfällen aufgrund extremer Witterung mit einer Gesamtlösung im Rahmen der Agrarpolitik 22+ ausbauen.

2. Solidarität der Partner in der Wertschöpfungskette:

  • Die Partner in der Wertschöpfungskette müssen sich solidarisch zeigen und dürfen die Notlage nicht ausnützen! Insbesondere die Schlachtbetriebe sind angehalten, die Situation nicht schamlos auszunutzen und die Preise für Schlachtkühe derart massiv zu senken, wie dies diese Woche geschah. Die Landwirte sind angehalten, auf Panikverkäufe zu verzichten. Die Preise für Schlachtkühe werden wieder steigen!
  • Der SBV verlangt, dass die vor kurzem bewilligten Importmengen für Kuhfleisch in der aktuellen Marktsituation nicht eingeführt werden.
  • Da die Kosten für das Futter steigen und die Milchmenge sinkt, fordert der SBV die Detailhändler auf, für die Industriemilch befristet bis am 30. April 2019 fünf Rappen Solidaritätsbeitrag zu bezahlen, der vollumfänglich den Milchproduzenten zugute kommt. Zudem sind sämtliche noch bestehende Abzüge unverzüglich einzustellen.

3. Technische Bestimmungen rund um die Direktzahlungen:

  • Die tiefen Futtererträge müssen in der betrieblichen Nährstoffbilanz (Suissebilanz) berücksichtigt werden, so dass die betroffenen Bauern ausreichend Futter zukaufen können.
  • Beim freiwilligen Programm des regelmässigen Auslaufes im Freien (RAUS) ist zu berücksichtigen, dass die Tiere auf den Weiden nichts mehr zu Fressen haben.
  • Die Sömmerungsbetriebe dürfen keine Benachteiligung erfahren, wenn der Mindesttierbesatz aufgrund des Futtermangels nicht erreicht wird. Alpen mit gutem Futterwuchs sollten die Alpzeit verlängern können.

Das Massnahmenset soll den betroffenen Bauernfamilien helfen, die Folgen der Trockenheit zu bewältigen. Es verursacht keine Mehrkosten für den Bund. Der SBV wird aufgrund der weiteren Wetterentwicklung und den Schäden infolge der Trockenheit laufend weitere Standortbestimmungen vornehmen und je nachdem weitere Massnahmen und Forderungen in Betracht ziehen.