Inhalt - Bauern in Not

Worum geht es?

Der Alltag einer Bäuerin oder eines Bauern ist heutzutage zweifellos eine Herausforderung. Strenge körperliche Tätigkeit und unzählige Arbeitsstunden gehörten zwar schon immer zum Leben auf dem Bauernhof. In den letzten Jahrzehnten kamen aber auch sinkende Einkommen, sich verändernde Märkte, zunehmender Bürokratismus und immer wieder neue gesetzliche Auflagen im Bereich des Tierschutzes oder der Ökologie, welche die Produktion verteuerten, dazu. Werde ich meine Rechnungen Ende Monat bezahlen können? Welcher Betriebszweig ist der rentabelste? Muss ich meinen Hof umstrukturieren? Kann ich die dafür notwendigen Investitionen finanzieren? Wie lange werde ich noch in der Lage sein, meinen Beruf auszuüben? Das sind Fragen, die Schweizer Landwirtinnen und Landwirte immer öfters nicht mehr loslassen.

Schwierige Lebenssituationen machen auch vor der Landwirtschaft nicht Halt

Der Druck nimmt stetig zu. Wenn dann womöglich noch weitere (ausserberufliche) Faktoren dazu kommen, kann eine an und für sich alltägliche Situation schnell aus dem Ruder geraten. Unsicherheit, Ängste – gar Existensängste – sowie schlaflose Nächte sind mögliche Folgen davon. In schwierigen Lebensphasen lauern nicht selten Depressionen, Burnouts oder Suizidgedanken. Konkrete Zahlen zu betroffenen Bäuerinnen und Bauern gibt es nicht, aber negative Berichterstattungen in den Medien deuten auf eine steigende Tendenz hin. Allein im Kanton Waadt nahmen sich 2016 acht Landwirte das Leben, im Kanton Thurgau sind es drei Jungbauern, die innert kürzester Zeit durch Suizid starben – die Situation ist tragisch. Jeder, der sich auf diese Weise aus dem Leben verabschiedet, ist einer zu viel.

In der Verzweiflung ist es oft schwierig, sich den Angehörigen oder Personen aus dem unmittelbaren Umfeld anzuvertrauen. Die Angst, auf Unverständnis zu stossen oder als nicht leistungsfähig eingestuft zu werden, können grosse Hürden sein. Genau in solchen Fällen ist es sinnvoll, auf professionelle Unterstützung zurückzugreifen! Es gibt zahlreiche Hilfsangebote auf nationaler, kantonaler oder regionaler Ebene, die Betroffenen zuhören und ihnen dabei helfen, Gefühle zu ordnen sowie mögliche Lösungswege zu finden. Kompetente Gesprächspartner nehmen sich Zeit – auf Wunsch auch anonym.  

Niemand soll sich scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen – es gibt immer einen Ausweg!

RTS-Dokumentarfilm «Paysans en détresse» (Französisch)