Inhalt - 2000 - 2009

Geschichte 2009 - 2009

2009
Die Wirtschaftskrise bremst den Käseabsatz, in der Folge sinken die Milchpreise bis zu 20 Rp. je kg Milch. Per 30. April endet die Milchkontingentierung. Der SBV nimmt das Zepter in die Hand. Der SBV-Präsident Hansjörg Walter wird ad interim Präsident der durch den SBV gegründeten Branchenorganisation Milch (BOM) und die Geschäftsführung wird ad interim beim SBV, bei Martin Rufer, angesiedelt. Dem SBV-Direktor Jacques Bourgeois gelingt es, dass der Nationalrat seine Parlamentarische Initiative „Ernährungssouveränität“ annimmt. Erste Modellrechungen zeigen, dass ein Freihandelsabkommen mit der EU – wie auch ein WTO-Abschluss - für die Schweizer Bauern enorme Einkommensverluste zur Folge hätten. Der SBV interveniert zudem gegen die neue Agrarpolitik des Bundes – Weiterentwicklung der Direktzahlungen (WDZ) – weil dies eine weitere Extensivierung der Schweizer Landwirtschaft bedeuten würde.

 

2008
Im Januar 2008 ist die Schweiz Partnerland an der Internationalen Grünen Woche in Berlin (IGWB). Der Auftritt mit Folklore und den beiden Kindern Heidi und Geissen-Peter weckte viel Sympathie für die Schweiz und Schweizer Landwirtschaftsprodukte. Ein europäischer Milchstreik von oppositionellen Milchbauern, Ende Juni/Anfang Juni, weitet sich auch in der Schweiz sehr rasch aus. Auf dem Höhepunkt und vor einem absehbaren grossflächigen Milchstreik realisieren die Milchbauern in Verhandlungen einen Preisaufschlag von 6 Rappen je kg Industriemilch ab dem 1. Juli. Leider wirkt sich die Banken- und Wirtschaftskrise ab Oktober wieder negativ auf den Käseabsatz aus. Dadurch kommt der Milchpreise bis zum Jahresende erneut unter Druck. Am 1. Juli tritt die revidierte Tierschutzverordnung in Kraft. Durch die Intervention des SBV gelang es, kostentreibende Verschärfungen zu verhindern. Im Herbst starten die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommens im Agrar- und Nahrungsmittelbereich (FHAL) mit der EU. Dies verursacht Unruhe unter den Bäuerinnen und Bauern.

 

2007
Im Frühjahr wütet der Feuerbrand in den Obstanlagen. Viele befallene Obstanlagen und Hochstämme müssen gerodet werden. Der Nationalrat erhöht – wie schon vorher der Ständerat - den Zahlungsrahmen für AP 2011 um 150 Mio Franken, zudem werden die Verkäsungs- und Siloverbotszulagen weiter finanziert und nicht wie es der Bundesrat beabsichtigte sistiert. Diese Verbesserungen passieren auch die Schlussabstimmungen in den National- und Ständeräten. Damit konnte der SBV die AP 2011 entscheidend zu Gunsten der Landwirtschaft verbessern. Die Milchpreise steigen infolge guter Nachfrage bis zu 6 Rappen je kg Milch. Auch die zweite Welle der Plakatkampagne "Gut, gibt’s die Schweizer Bauern." mit dem Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher, Stéphane Lambiel und weiteren Personen des öffentlichen Lebens findet national und  international enorme Beachtung. Bei der Revision der Tierschutzverordnungen rückt das Parlament auf Intervention des SBV von den Maximalforderungen ab. Gemeinsam mit AGRIDEA schaltet der SBV zudem die elektronische Beratungsplattform www.agrigate.ch auf.

 

2006
Die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen mit der USA werden abgebrochen. Dafür kommt die Idee eines Freihandelsabkommens im Agrar- und Nahrungsmittelbereich (FHAL) mit der EU auf. Bei der AP 2011 erhöht der Ständerat den Kredit um 150 Mio Franken. Die erste Welle der neuausgerichteten Basiskampagne  „Gut gibt’s die Schweizer Bauern“ mit Köbi Kuhn, Michelle Hunziker, Herbert Bolliger von der Migros und Hansueli Loosli von Coop findet national und international enorme Beachtung in den Medien. Der Milchpreis sinkt 1,6 bis 4 Rp. je kg Milch. Die bäuerliche Krankenkasse Agrisano erwirbt das frühere Postgebäude in Brugg als Bürogebäude, da die Büros des SBV und der „SBV Treuhand & Schätzung“ aus allen Nähten platzen. Die Reform der Landwirtschaftlichen Grundausbildung startet. Die WTO-Verhandlungen der Doha-Runde werden unterbrochen.

 

2005
Ein fünfjähriges Gentech-Moratorium wird vom Schweizer Volk angenommen. Dem SBV gelingt es, im Parlament den Weiterbestand die Treibstoffsteuer-Rückerstattung für Fahrzeuge der Landwirtschaft zu erhalten. Im Sommer findet ein WTO-Protestmarsch durch die Schweiz statt. Schweizer Bäuerinnen und Bauern begleiten Norwegische Bauern auf ihrem letzten Stück Weg von Oslo nach Genf, vor die Tore des Gatt-Gebäudes. Vom 21. bis 23. August richten Unwetter riesige Schäden in der Schweiz an. Am 17. November findet auf dem Bundesplatz eine Kundgebung mit 10 000 Bäuerinnen und Bauern statt. Die Botschaft lautet: "Heute die Bauern, morgen Du". Abgeschlossen wird die Kundgebung mit einem Warnläuten mit rund 8000 Kuhglocken.

 

2004
Der SBV schafft das erste nationale Leitbild für Bäuerinnen und Bauern. Das Herkunftslabel Suisse Garantie ist erstmals an den Verkaufspunkten sichtbar. Nach der BSE-Krise werden die regulären Viehexporte in die EU, vor allem nach Italien, wieder aufgenommen. Ausserdem wird im Bereich der Berufsbildung die Organisation der Arbeitswelten Landwirtschaft (OdA) durch den SBV gegründet.

 

2003
Eine lang andauernde Trockenheit – bereits das Frühjahr war extrem trocken – verursacht enorme Ernteausfälle. Der SBV organisiert eine Solidaritätsaktion: Das Militär transportiert rund 5000 Tonnen Futter vom wenig betroffenen Voralpengebiet ins Mittelland und in den Jura, wo besonders grosse Ernteausfälle zu verzeichnen sind. Mit einem Beitrag von 1,5 Rp. je kg Milch gelingt es, den Milchmarkt nach dem Zusammenbruch von Swiss Dariy Food zu stabilisieren. Bei der AP 2007 erreicht der SBV bedeutende Verbesserungen im Parlament. Für den Ausstieg aus der Milchkontingentierung wird eine Task Force Milch gegründet. Die laufende Doha-Runde verlangt viel Engagement von Seiten des SBV.

 

2002
Der Schweizerische Bauernverband übernimmt vom aufgelösten Schweizerischen Landwirtschaftlichen Verein die Verantwortung für die landwirtschaftliche Berufsbildung und bestellt dazu eine eigene Bildungskommission. Jacques Bourgeois, Avry-sur-Matran FR, wird neuer Direktor des SBV und Vorsteher des Schweizerischen Bauernsekretariates.

 

2001
Der Schweizerische Bauernverband intensiviert die Verhandlungen mit Grossverteilern um den Absatz von einheimischen Landwirtschaftsprodukten zu angemessenen Preisen zu sichern und zu fördern. Die Dienstleistungsabteilungen Treuhand und Schätzungen und Agroimpuls erhalten das ISO Zertifikat 9001:2000 und bauen Ihre Leistungen zu Gunsten ihrer Kunden aus.

 

2000
Der Schweizerische Bauernverband gründet aus einem Teil des Erlöses aus dem Verkauf seines Internetproviders agri.ch ag die "Stiftung für eine nachhaltige Ernährung durch die schweizerische Landwirtschaft" und beteiligt sich am Aufbau von AgriGate, einer neutralen Markt- und Internetplattform für die Agrarwirtschaft. Hansjörg Walter, Wängi TG, wird zum neuen Verbandspräsidenten gewählt.