Hauptinhalt

Umgang mit den Risiken von Pflanzenschutzmitteln: Vorberatende Kommission ebnet den Weg für Plenum des Nationalrats

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 14. Oktober 2020

Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst es, dass die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats die parlamentarische Initiative ihrer Schwesterkommission im Ständerat unterstützt. Diese ist eine Antwort auf die anstehenden Volksinitiativen betreffend Pflanzenschutzmittel, indem sie mit einem verbindlichen Absenkpfad die Risiken im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln senkt und den Umgang mit Nährstoffüberschüssen regelt. Dies schafft auch Spielraum für die Sistierung der AP22+.

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) beriet die parlamentarische Initiative (Pa. Iv.) «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» und unterstützt diese. Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst diesen Entscheid. Die parlamentarische Initiative will im Hauptfokus die Risiken durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Gewässer, Trinkwasser und naturnahe Lebensräume bis 2027 um 50 Prozent reduzieren und damit die im Aktionsplan Pflanzenschutz festgehaltenen Ziele verbindlich regeln. Positiv ist, dass die Pa. Iv. ebenfalls den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden ausserhalb der Landwirtschaft regelt. Zwei angenommene Kommissionsmotionen (20.4261, 20.4262) verlangen zudem eine höhere Reinigungsleistung der Abwasserreinigungsanlagen bei Mikroverunreinigungen und Stickstoff zur Verbesserung der Gewässerqualität. Damit sind auch andere Belastungsquellen eingebunden.  

Die Entscheide der WAK-N stellen eine glaubwürdige Antwort auf die beiden Volksinitiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» dar. Die beiden Volksinitiativen sind zu extrem und zielen an der Nachfrage vorbei. Sie würden die inländische Versorgung mit regionalen Lebensmitteln massiv schwächen, die Preise für die Konsumenten markant erhöhen und viele Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen gefährden. Mit der parlamentarischen Initiative lassen sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gezielt optimieren und die damit verbundenen negativen Umweltwirkungen minimieren. Bei richtiger Ausgestaltung können diese Ziele erreicht werden, ohne die Versorgung der Gesellschaft mit Lebensmitteln aus der Region zu gefährden und auf Importe auszuweichen. Die Landwirtschaft begrüsst auch die vorgesehene bessere Transparenz bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. 

Die Pa. Iv. nimmt mit der Risikoreduktion im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln und der Nährstoffproblematik die zeitlich dringlichsten agrarpolitischen Themen auf. Sie schafft damit Spielraum für die Sistierung der AP22+, weil sie Druck von einer raschen Beratung der AP22+ wegnimmt. Der SBV hofft, dass das Plenum des Nationalrats dem Entscheid der vorberatenden Kommission folgt und damit die definitive Antwort auf die beiden radikalen und schädlichen Initiativen vor der Abstimmung vorliegt. 

Rückfragen

Markus Ritter

Markus Ritter

Schweizer Bauernverband
Präsident
Nationalrat

Telefon 079 300 56 93
E-Mail markus.ritter@parl.ch

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Francis Egger

Vize-Direktor Schweizer Bauernverband
Leiter Departement Wirtschaft,
Bildung und Internationales

Telefon      056 462 50 12
Mobile       079 280 69 66
Email        francis.egger@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Ethylenoxid ist kein Pflanzenschutzmittel

22.12.20 | In den letzten Wochen mussten verschiedene Schweizer Detailhändler Lebensmittel zurückrufen, die Ethylenoxid enthielten. In ihrer Kommunikation behaupten sie teilweise, dass es sich dabei um ein Pflanzenschutzmittel handelt. Das ist kompletter Unfug!

Mehr lesen
Bericht zur Lage Bericht zur Lage der Landwirtschaft - November 2020

11.12.20 | Der November 2020 war extrem mild, überdurchschnittlich sonnig und trocken. Auf der Alpensüdseite war es einer der trockensten November der letzten 100 Jahre. Landesweit fielen nur 20 % des Regens der Norm 1981-2010. Die Durchschnittstemperatur lag 2,6 Grad über der Norm 1981-2010. In den letzten Jahren waren nur die Novembermonate 2014 und 2015 wärmer. Bloss am 19. November unterbrach eine Kaltfront mit Schnee bis auf unter 1000 Meter im Norden das Hochdruckwetter. Der Termperatursturz vom 19. November ist in der Grafik zur Tabelle 1.3 gut ersichtlich. Das Hochdruckwetter führte im Mittelland oft zu Nebellagen. Die Regenmenge lag mit 60 % der Norm im ganzen Herbst sehr tief, nur der Oktober hat reichlich Niederschläge gebracht.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Inkonsequente Pflanzenschutzmittelpolitik des Bundes!

12.11.20 | Der Verband der Schweizer Zuckerrübenpflanzer SVZ ist konsterniert. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat die von der Zuckerbranche geforderte befristete Notzulassung einer neonicotinoidhaltigen Beizung für Zuckerrüben nicht genehmigt. Dies, nachdem zahlreiche EU-Staaten Ausnahmebewilligungen für neonicotinoidhaltige Beizmittel erlassen haben. Der SVZ fordert nun zur Gleichbehandlung der einheimischen Zuckerproduktion, dass nur noch Zucker importiert wird, der mit in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmittel hergestellt wurde.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Erfreulich! Gentech-Moratorium soll bleiben

12.11.20 | In der neuen Botschaft zum Gentechnikgesetz schlägt der Bundesrat eine Verlängerung des Gentech-Moratoriums um weitere vier Jahre vor. Der Schweizer Bauernverband (SBV) unterstützt dies ausdrücklich. Das Moratorium ist die Grundlage, damit die Schweizer Landwirtschaft konsequent gentechnikfrei bleibt und sich von Importprodukten differenzieren kann.

Mehr lesen
Bericht zur Lage Bericht zur Lage der Landwirtschaft - Oktober 2020

10.11.20 | Der Oktober 2020 war kühl und niederschlagsreich. Die Durchschnittstemperatur lag um 1,3 Grad unter der Norm 1981-2010. Vor allem in der Südschweiz fielen sehr grosse Niederschlagsmengen in sehr kurzer Zeit. Erst in der zweiten Monatshälfte wurde das Wetter vermehrt durch Hochdrucklagen bestimmt. Föhnlagen führten dabei in den Föhntalern zu Temperaturen von bis zu 24 Grad. Ab dem 26. Oktober führte eine Kaltfront zu Schneefällen bis in eine Höhe von 1000 Metern, in den Alpentälern sank die Schneegrenze teilweise bis auf 500 Meter. Hagel führte im laufenden Jahr bisher zu vergleichsweise wenig Schäden (Tabelle 1.4).

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Bauernfamilien: Lasst die Schweiz erblühen!

26.10.20 | Tue Gutes und sprich darüber: Der Schweizer Bauernverband lanciert für 2021 eine Aktion zur Förderung von Blühstreifen. Gesucht sind mindestens 300 Betriebe, verteilt in der ganzen Schweiz, die bei «Die Schweiz blüht!» mitmachen. Diese erhalten das Saatgut kostenlos und können den eigenen Betrieb sowie die Landwirtschaft als Ganzes positiv in Szene setzen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Umgang mit den Risiken von Pflanzenschutzmitteln: Vorberatende Kommission ebnet den Weg für Plenum des Nationalrats

14.10.20 | Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst es, dass die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats die parlamentarische Initiative ihrer Schwesterkommission im Ständerat unterstützt. Diese ist eine Antwort auf die anstehenden Volksinitiativen betreffend Pflanzenschutzmittel, indem sie mit einem verbindlichen Absenkpfad die Risiken im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln senkt und den Umgang mit Nährstoffüberschüssen regelt. Dies schafft auch Spielraum für die Sistierung der AP22+.

Mehr lesen
Bericht zur Lage Bericht zur Lage der Landwirtschaft - September 2020

13.10.20 | Der September 2020 war mild. Die Durchschnittstemperatur lag um 1,6 Grad über der Norm 1981-2010 (siehe Grafik 1.3). Vom 14. bis 16. September konnten an mehreren Orten sogar Hitzetage mit über 30 Grad verzeichnet werden. Bis zum 23. September war das Wetter ausgesprochen niederschlagsarm mit Regenmengen, welche grösstenteils maximal 15 % der Norm erreichten. Erst am Monatsende brachte ein Kaltluftvorstoss aus dem Nordatlantik kühle Verhältnisse, kräftige Regenfälle und Schnee bis auf 1000 Meter Höhe. Gemäss den phänologischen Daten hatte die Vegetation im September ca. eine Woche Vorsprung gegenüber der Periode 1981-2010. Bis Ende August war das laufende Jahr vergleichsweise wenig von Hagel- und Elementarschäden betroffen (Tabellen 1.4 bis 1.6).

Mehr lesen