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Ungerechtfertigte Pauschalverurteilung der Schweizer Nutztierhaltung

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 02. Juli 2019

Die Sonntagszeitung publizierte einen reisserischen Artikel mit dem Titel «Skandalöse Zustände auf Schweizer Bauernhöfen». Der Schweizer Bauernverband wehrt sich mit einer Beschwerde beim Presserat gegen die ungerechtfertigte Pauschalverurteilung und die verzerrte Berichterstattung der Tamedia-Gruppe. Auf 87 Prozent aller Betriebe wurden keinerlei Mängel festgestellt und deren Tierhaltung entspricht in allen Belangen dem strengen Schweizer Tierschutzgesetz. 

«Skandalöse Zustände auf Schweizer Bauernhöfen» und «Tausende von Bauern verstossen gegen den Tierschutz» – diese Schlagzeilen konnte die ganze Schweiz in der letzten Sonntagszeitung lesen. Tierschutz und Tierwohl sind für den Schweizer Bauernverband (SBV) wichtige Themen. Er erwartet grundsätzlich, dass die Bauernbetriebe die Gesetze einhalten und akzeptiert weder grobe Verstösse noch wiederholte Vergehen. Die Berichterstattung im Artikel und in den Folgeartikeln der Tamedia-Gruppe waren aus Sicht des SBV aber verzerrend und den Fakten nicht gerecht werdend (siehe ergänzendes Faktenblatt). Tatsache ist, dass die Schweizer Bauernhöfe streng und regelmässig kontrolliert werden. Bei 10'647 Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben im Jahr 2018, wurden bei knapp 87% keinerlei Tierschutz-Mängel festgestellt. Über alle Kantone betrachtet fanden rund 35% dieser Tierschutz-Grundkontrollen unangemeldet statt. Wenn Tiere leiden mussten und/oder Schaden nahmen, leiteten die Behörden ein Strafverfahren gegen den entsprechenden Tierhalter ein. Das war 2018 bei 613 Fällen nötig. Das ist unschön und eine hohe Zahl. Es sind aber nicht Tausende von Bauernbetrieben, sondern 1.3 Prozent der Tierhalter. Ebenso wenig kann man daraus auf generell skandalöse Zustände auf den Schweizer Bauernhöfen schliessen. Diese ungerechtfertigte Pauschalverurteilung ist ein Schlag ins Gesicht der grossen Mehrheit der Bauernfamilien, die sich tagtäglich vorbildlich um ihre Tiere kümmern. Der SBV reicht deshalb beim Presserat eine Beschwerde gegen die Berichterstattung der Tamedia-Gruppe und speziell der Sonntagszeitung ein. 

Rückfragen

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Francis Egger

Vize-Direktor Schweizer Bauernverband
Leiter Departement Wirtschaft,
Bildung und Internationales

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