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Von den Initiativen zu den Märkten

Standpunkt des Schweizer Bauernverbands vom 25. Juni 2021

Über Monate standen in der Land- und Ernährungswirtschaft die extremen Agrarinitiativen im Zentrum der Diskussionen. Mit dem sehr deutlichen Nein am 13. Juni konnte dieses Kapitel nun abgeschlossen werden. Ich danke allen herzlich, die sich mit grossem Engagement und Herzblut für eine Ablehnung engagiert haben – es hat sich gelohnt!

Im Rahmen der Abstimmungskampagne fand eine intensive Debatte darüber statt, wie Lebensmittel produziert werden sollen. Diese hat die Sensibilität für das Thema «Essen» noch einmal erhöht. Das ist grundsätzlich positiv. Die Themen Regionalität, Herkunft Schweiz, Tierwohl und ökologische Lebensmittelproduktion haben weiter an Bedeutung gewonnen. Diese erhöhte Wahrnehmung gilt es nun zu nutzen. Die Corona-Krise hat bereits einen Schub in diese Richtung gegeben, die nun durch die Abstimmungsdebatte noch verstärkt wurde.

Eine positive Folge dieser Entwicklung ist, dass die beiden für die Schweizer Landwirtschaft wichtigen Labels IP-Suisse und Bio-Suisse in den Sortimenten von Coop und Migros eine noch grössere Bedeutung bekommen. Das freut mich. Es ist eine gute Ausgangslage, dass die Nachfrage nach Labelprodukten weiter zunimmt.

Die Landwirtschaft hat immer bewiesen, dass sie bereit ist, Mehrleistungen bei der Lebensmittelproduktion zu erbringen, sei es im Bereich des Tierwohls oder der Ökologie. Voraussetzung ist aber, dass die damit verbundenen Mehraufwände auch korrekt über einen angemessenen Preis entschädigt werden. Mehr Tierwohl und mehr Ökologie gibt’s nicht zum Nulltarif! Dieser Grundsatz gilt aber nicht nur bei den Labelprodukten – auch in den Basissegmenten. Mit der Umsetzung des vom Parlament beschlossenen «Pestizidgesetzes» wird die Landwirtschaft in der kommenden Zeit mit zusätzlichen Anforderungen an die Produktion konfrontiert. Diese werden auch neue Kosten auslösen. Der SBV wird sich dafür einsetzen, dass die sie über korrekte Produzentenpreise abgegolten werden. Ich fordere alle Branchen auf, die Diskussionen zur Frage der Abgeltung der Zusatzkosten sehr rasch an die Hand zu nehmen. Die Landwirtschaft braucht Wertschöpfung, damit Investitionen in die Zukunft möglich sind.

Autor

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

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