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Die Schweiz blüht!

Bienen und andere Insekten bestäuben im Frühling und Frühsommer unsere Pflanzen – im Sommer und Herbst ist ihr Nahrungsangebot aber knapp. Dann sind nämlich Wiesen, Bäume und landwirtschaftliche Kulturen verblüht. Um genügend Vorräte zu sammeln und ihren Winterschlaf gut zu überstehen, sind sie deshalb auf unsere Unterstützung angewiesen.

Deshalb legten über 400 Bauernfamilien 2021 über 500 spezielle Blühstreifen an – verteilt über die ganze Schweiz.

Blühstreifen sind farbenfrohe Mischungen aus Wild- und Kulturblumen. Sie werden im späten Frühling ausgesät und blühen vom Sommer bis in den Herbst. Damit bieten sie Bienen und anderen Insekten Futter und Lebensraum. Wichtig sind sie nicht nur für Bestäuber, sondern auch für Nützlinge wie verschiedene Wespenarten. Die legen ihre Eier in schädliche Insektenlarven. Studien zeigen, dass es in Feldern in der Nähe von Blühstreifen deutlich weniger Schadinsekten wie Blattläuse oder Getreidehähnchen gibt.

Sehen Sie auf der Karte, wo 2021 überall Blühstreifen standen!

Auch Sie können die Biodiversität fördern und unterstützen!

Jede und jeder kann zur Förderung der Biodiversität beitragen! Ob Sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen - Wildblumen für Bienen und andere Insekten können Sie auch auf dem Balkon oder im Garten ansäen. Geeignete Mischungen finden Sie in Gärtnereien, Gartencentern, Landis und den Grossverteilern.

Jeder Quadratmeter zählt!

Biodiversität bedeutet Vielfalt in der Natur. Möglichst viele verschiedene Pflanzen, Tiere und Lebensräume sollen neben- und miteinander existieren. Sowohl bei Pflanzen und wie Tieren sind möglichst viele Sorten und Rassen gefragt.

Je vielfältiger unser Ökosystem ist, desto besser gewappnet ist es für Veränderungen

Insekten stellen 80 Prozent der Lebewesen auf unserem Planeten dar – deshalb hat der Schwund der Insekten für uns Konsequenzen. Eine Vielzahl von Einflüssen wie Lebensraumverluste, die landwirtschaftliche Nutzung, die Ausdehnung der Siedlungsfläche oder die Lichtverschmutzung werden für den Rückgang ihrer Artenvielfalt verantwortlich gemacht.

Diverse Lebensräume mit einer grossen Artenvielfalt sind für uns Menschen wichtig

Schliesslich erbringt Biodiversität sogenannte «Ökosystemdienstleistungen». Dazu gehören zum Beispiel:

  • die Bestäubung und damit Sicherstellung der Ernten: rund 80 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen müssen bestäubt werden
  • nützliche Insekten, welche die schädlichen in Schach halten
  • fruchtbare Böden für die Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und Rohstoffen

Biodiversität fördern mit und ohne Garten und Balkon

Bewirtschaften Sie Ihren Garten naturnah
Fördern Sie die Biodiversität auch ohne Balkon und Garten
Kaufen Sie saisonale Nahrungsmittel aus der Schweiz und unterstützen so die hiesige Biodiversitätsförderung
Kaufen Sie Most aus Hochstammäpfeln
Legen Sie im Garten einen Teich, einen Ast- oder Steinhaufen an, um Insekten, Reptilien und Amphibien, sowie Säugetieren wie dem Igel, Lebensraum und Nahrung zu bieten
Pflanzen Sie eine seltene Obstsorte
Bekämpfen Sie invasive Neophyten wie Goldrute, Kirschlorbeer, Thuja oder den japanischen Staudenknöterich - sie breiten sich unter unseren klimatischen Bedingungen teilweise ungebremst aus und unterdrücken heimische Arten
Stellen Sie ein Insektenhotel auf
Lassen Sie beim Rasenmähen einen «Rückzugsstreifen» stehen, in den sich Insekten zurückziehen können
"Räumen" Sie nicht zu viel auf: verblühte Blüten, verholzte Pflanzenteile und sich zersetzende Blätter bieten Nahrung und Lebensraum für viele Insekten
Kaufen Sie Bio- und andere Labelprodukte, da ihre Produktion mit höheren Auflagen im Bereich Biodiversität verbunden ist
Hängen Sie ein Vogelhäuschen auf
Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel
Schaffen Sie Wasserstellen für Vögel und Insekten oder Sandbäder für Vögel
Lassen Sie über Nacht kein Licht brennen (z. B. über der Haustür): Die zunehmende Lichtverschmutzung führt bei verschiedenen Tierarten zu Veränderungen im Hormonspiegel, bei den Fortpflanzungszyklen und Aktivitätsmustern
Säen und pflanzen Sie einheimische Pflanzen
Spenden Sie Geld und/oder werden Sie Mitglied bei einem Verein, der sich für Artenschutz einsetzt
Machen Sie einen Kurs: zum Beispiel, wie Sie Bienen unterstützen können (Dachverband der Schweizerischen Bienenzuchtvereine Apisuisse)

Sponsoren

Mövenpick unterstützte dieses Engagement der Schweizer Bauern für mehr Biodiversität und zur Förderung der Insekten in der Schweiz im Rahmen ihrer neuen Glace Swiss Honey Almond mit Schweizer Honig, die ab März 2021 im Detailhandel erhältlich ist. Verschiedene Saatgutfirmen halfen bei der Finanzierung mit. UFA-Samen sponserte zusätzlich kleine Saatgutsäcklein, die an die Bevölkerung verteilt wurden. So kann auch sie einen Beitrag leisten und die Schweiz zusammen mit den Schweizer Bauern erblühen lassen.

Kontaktpersonen

Selina Fischer

Belpstrasse 26, 3007 Bern       
selina.fischer@sbv-usp.ch
Departement Produktion, Märkte und Ökologie
Praktikantin Geschäftsbereich Energie und Umwelt