Inhalt - Finanzen & Landwirtschaft

Worum geht es?

Direktzahlungen sind Abgeltungen für Leistungen, die die Landwirtschaft für die Allgemeinheit erbringt, beispielsweise die Förderung der Biodiversität und die Pflege der Kulturlandschaft. Diese Leistungen sind im Artikel 104 der Bundesverfassung verankert.

Die wichtigsten Argumente

  • Im Gegensatz zu anderen Budgetposten blieb jener der Landwirtschaft stabil. Gemessen an den Gesamtausgaben gingen die Ausgaben für die Landwirtschaft anteilsmässig gar stark zurück.
  • Die Landwirtschaft erbringt mit der AP 2014-17 noch mehr Leistungen (z.B. mit den Landschaftsqualitätsprojekten), erhält für diese jedoch nicht zusätzliche finanzielle Mittel. Zudem verpflichteten sich die Landwirte in Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekten mit Verträgen über acht Jahre. Für diesen Zeitraum müssen auch die Gelder gesichert sein.
  • Die Landwirtschaft ist besonders betroffen von den Auswirkungen des starken Schweizer Frankens. Es ist deshalb unverständlich, weshalb der Bund ausgerechnet bei jener Berufsgruppe sparen will, die bereits sehr tiefe Einkommen und lange Präsenzzeiten hat.

Finanzen und Landwirtschaft

Wie sieht es aus mit dem Bundesgeld für die Landwirtschaft, bekommen die Bauernfamilien tatsächlich immer mehr, wie man in den letzten Monaten verschiedentlich lesen konnte? Werden sie verhätschelt? Sind sie schuld an den höheren Lebensmittelpreisen in der Schweiz? Nein. Die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Die Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft waren in den letzten Jahren bei rund 3.6 Milliarden pro Jahr stabil und nahmen anteilsmässig ab. der Anteil der Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft ist gemessen am gesamten Bundeshaushalt um fast 40 Prozent gesunken. Rechnet man die Ausgaben bis auf Stufe Gemeinde zusammen, beträgt der Anteil der Landwirtschaft noch weniger als 2.9 Prozent der Gesamtausgaben der öffentlichen Hand.

Der Arbeitsverdienst in der Landwirtschaft ist bedeutend tiefer als entsprechende Vergleichslöhne. Dies obwohl die Verfassung vorsieht, dass der Bund das bäuerliche Einkommen durch Direktzahlungen ergänzt, so dass ein angemessenes Entgelt für die erbrachten Leistungen erzielt werden kann.

In der Schweiz sind die Preise für die meisten Produkte höher. Besonders teuer sind aber nicht das Essen, sondern Wohnen, Gesundheit sowie Erziehung und Unterricht. Zudem sinkt der Anteil der Landwirtschaft am ausgegebenen Konsumentenfranken für Lebensmittel stetig.

Diese und weitere Punkte finden Sie in einem neuen Factsheet mit Zahlen und Grafiken zusammengestellt. Dieses soll mehr Transparenz und eine sachlichere Diskussion erlauben.

Gut zu wissen

Die Zentrale Auswertung der bäuerlichen Buchhaltungsdaten der Forschungsanstalt Agroscope zeigt, dass die landwirtschaftlichen Einkommen im Vergleich mit den regionalen Vergleichslöhnen sehr tief sind. Im Berggebiet erreicht die Landwirtschaft im Mittel der letzten Jahre knapp die Hälfte, im Talgebiet etwa zwei Drittel der Vergleichseinkommen.

Ausgaben des Bundes und der Landwirtschaft