Hauptinhalt

Milchproduzenten aufgepasst!

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 12. Februar 2019

Seit dem 1. Januar 2019 ist die Nachfolgelösung zum Schoggigesetz in Kraft. Unverständlicherweise werden nun teilweise unverschämt hohe Abzüge gemacht. Gewisse Milchverarbeiter finanzieren sich so ihre hohen Kosten. Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands fordert die Produzenten und ihre Organisationen auf, diesen den Milchhahn zuzudrehen!

Die Exportunterstützung für Milch und Getreide in verarbeiteten Produkten im Rahmen des Schoggigesetzes ist auf Anfang Jahr mit einer Zulage für die Milchbauern in der Höhe von 4.5 Rappen abgelöst worden. Diese wird ihnen auf der Milchabrechnung aber wieder abgezogen, um zwei Fonds der Branchenorganisation Milch zu speisen. Die Fonds sollen dazu dienen, die Verwendung einheimischer Rohstoffe in exportierten Produkten weiterhin zu verbilligen und Produktinnovation im Export zu fördern. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat im Vorfeld dezidiert darauf hingewiesen, dass die Abzüge effektiv maximal 4.5 Rappen pro Liter Milch betragen dürfen. Denn bereits heute ist der Produzentenpreis für Molkereimilch auf einem nicht mehr kostendeckenden Niveau. Nun zeigt sich aber, dass gewisse Abnehmer die Neuerung dafür nutzen, um die eigenen hohen Kosten zu finanzieren. Sie ziehen deutlich mehr als die vereinbarten 4.5 Rappen ab. Für den Vorstand des SBV ist dieses Vorgehen inakzeptabel. Er fordert die Milchproduzenten und ihre Vermarktungsorganisationen auf, die Milch in bessere Kanäle zu leiten! 

Lösung beim Coop Naturafarm-Programm

Anfang Jahr gab Coop eine Anpassung beim Naturafarm-Projekt bekannt. Wegen der mangelnden Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten nahm der Grossverteiler Mengenkürzungen vor. Diese sind für die betroffenen Landwirte schmerzhaft. Der SBV, die betroffenen Produzentenorganisationen und der Viehhandel suchten mit Coop das Gespräch. Aus harten aber fairen Verhandlungen resultieren nun korrekte Lösungen für die betroffenen Bauerfamilien. Einerseits liegen nun verbindliche Eckwerte für das Naturafarm-Programm bis Ende 2020 vor. Die Zuschläge bleiben bestehen und alle Vermittler können weiterhin liefern. Anderseits schafft Coop einen Fonds zur Verhinderung von Härtefällen in der Höhe von 1.9 Mio. Franken. Daraus entschädigt er Produzenten, die aus dem Programm fallen. Der Vorstand des SBV ist froh, dass mit dem Grossverteiler eine Regelung gefunden werden konnte. Der SBV setzt auf eine weiterhin faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Coop.

 

Rückfragen

Markus Ritter

Markus Ritter

Schweizer Bauernverband
Präsident
Nationalrat

Telefon 079 300 56 93
E-Mail markus.ritter@parl.ch

Jacques Bourgeois

Jacques Bourgeois

Schweizer Bauernverband
Direktor
Nationalrat

Telefon 079 219 32 33
E-Mail jacques.bourgeois@sbv-usp.ch

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband
Leiter Corona-Task Force sowie Produktion, Märkte & Ökologie

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Hanspeter Kern

Hanspeter Kern

Präsident Schweizer Milchproduzenten

Telefon 044 867 36 48

Stefan Hagenbuch

Stefan Hagenbuch

Direktor Schweizer Milchproduzenten

Telefon 079 292 97 52

Weitere Beiträge zum Thema

Marktkommentar Vieh ging billiger an die Metzger

14.12.18 | Das Rindvieh ging 2018 billiger an die Metzger als 2017. Kumuliert nahm die Fleischproduktion von grossem Rindvieh im zu Ende gehenden Jahr um 7,4% zu.

Mehr lesen
Marktkommentar Der Heupreis klettert auf 38 bis 40 Franken

07.12.18 | Die Heuhändler beschlossen, den Richtpreis für Heu kräftig zu erhöhen.

Mehr lesen
Marktkommentar Die IPS Raus-Prämie läuft aus

30.11.18 | Dank den innovativen IP-SUISSE Kälbermästern konnte innert kurzer Zeit die Kälbermast auf einen neuen Standard gebracht werden! Was vor 10 Jahren noch für ein Ding der Unmöglichkeit gehalten wurde, haben wir heute: Wasser, Heu, Vollmilch und eben Auslauf...

Mehr lesen
Marktkommentar Bankvieh: starke Produktionsausdehnung

23.11.18 | Während das Segment der Kategorie Muni MT seit Mai um 0.7% stieg, verzeichneten die Rinder (RG) eine Produktionssteigerung von 6.8% und diejenige von Ochsen (OB) von 11.4%.

Mehr lesen
Marktkommentar Lämmer: Schmerzgrenze liegt bei Fr. 11.10

16.11.18 | Der Lammfleischmarkt im Spätherbst 2018 wiederspiegelt die bereits seit Monaten angespannte Marktsituation.

Mehr lesen
Marktkommentar Schlachtschweine: Nicht marktkonforme Preise

09.11.18 | Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich seit acht Wochen mehrheitlich ausglichen auf einem tiefen Preisniveau ab 2. November von Fr. 3.70/kg SG.

Mehr lesen
Marktkommentar Tränkekälber werden Goldstücke

02.11.18 | Aktuell ist das Angebot von Tränkekälbern gross und die Nachfrage ist schwach.

Mehr lesen
Marktkommentar Kühe und Kälber sind gesucht

19.10.18 | Der Markt für grosses Bankvieh ist gesund. Der Wochenpreis von Fr. 8.80 je Kilo Schlachtgewicht (SG) für Muni und Ochsen T3 bleibt unverändert und wird realisiert.

Mehr lesen