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Bernard Nicod

Kuhfleisch und Schlachtkuhmarkt

Marktkommentar vom 13. April 2017 in der BauernZeitung

 

Seit Weidebeginn hat das Schlachtkuhangebot deutlich abgenommen. Die jüngsten Zahlen der Tierverkehrsdatenbank - noch knapp 570›000 Milchkühe - zeigen zudem weiter sinkende Kuhbestände. Um den Markt mit Kuhfleisch zu versorgen und um die Preise zu stabilisieren, hat Proviande den Import von 1300 Tonnen Kühen in Hälften zum Vorzugszoll für April beantragt. Die Preise der Schlachtkühe sind gegenwärtig auf einer für die Bauern interessanten Höhe von 8 Franken je Kilo Schlachtgewicht für T3-Kühe franko Schlachthof. Es ist nicht im Interesse der Viehzüchter,  den Kuhpreis wie im letzten Sommer auf Fr. 8.50 steigen zu lassen, nur damit er im Herbst, wenn ein paar Kühe mehr angeboten werden, auf 7 Franken niedersaust.

Die Viehhändler und die Verarbeiter haben aktuell einen regelrechen Ku-Hunger. Sie bieten auf den öffentlichen Märkten für Schlachtkühe viel mehr als der Wochenpreis beträgt, bis zu einem Franken mehr je kg lebend. Statt im Schlachthof landen dann diese Kühe am Ende auf den Alpen wo sie Alpungsbeiträge generieren für die Besitzer. Im Herbst kommen diese Kühe von den Alpen, erhöhen das saisonal höhere Angebot und belasten so zusätzlichen den Schlachtviehmarkt und drücken die Preise. Behalten wir doch auch in Zeiten des Kuhmangels einen kühlen Kopf, bieten wir die abgehenden Kühe regelmässig den Verarbeitern an und so können wir mit guten Kuhpreisen auf längere Sicht rechnen.

Bernard Nicod, Granges-près-Marnand VD