Gesamtheitliche Ernährungspolitik
Die Zukunft liegt in einer gesamtheitlichen Ernährungspolitik. Sie verfolgt das Ziel, agrarpolitische Zielkonflikte zu reduzieren und eine nachhaltige, gesunde Ernährung mit einer zukunftsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft in Einklang zu bringen.
Eine gesamtheitliche Ernährungspolitik betrachtet nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern das gesamte Ernährungssystem, von der Produktion über Verarbeitung, Handel und Konsum bis hin zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Damit werden alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette in die Verantwortung genommen, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Ernährung zu leisten.
Die Herausforderungen des heutigen Ernährungssystems lassen sich nicht isoliert in einzelnen Bereichen lösen. Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft stehen in engem Zusammenhang. Eine höhere Produktion kann beispielsweise mit einer stärkeren Belastung natürlicher Ressourcen verbunden sein, während gleichzeitig die Versorgungssicherheit und die wirtschaftliche Existenz der Betriebe gewährleistet werden müssen. Eine nachhaltige Ernährungspolitik schafft den Rahmen, um solche Zielkonflikte zu erkennen, Interessen abzuwägen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Die Landwirtschaft soll weiterhin marktorientiert produzieren und sich dynamisch an die Bedürfnisse der Gesellschaft und des Marktes anpassen können. Gleichzeitig müssen Produktionsweisen gefördert werden, die die Tragfähigkeit der Ökosysteme respektieren, natürliche Ressourcen schonen und das Tierwohl berücksichtigen. Nachhaltige Landwirtschaft bedeutet dabei, ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen miteinander zu verbinden.
Auch die Konsumentinnen und Konsumenten spielen eine wichtige Rolle. Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die Nachfrage und damit die gesamte Wertschöpfungskette. Eine nachhaltige Ernährungspolitik schafft deshalb Rahmenbedingungen, die eine gesunde und ressourcenschonende Ernährung ermöglichen und gleichzeitig den Dialog zwischen Produzenten und Konsumenten stärken.
Nur wenn die Entwicklung von der Produktion bis zum Konsum gemeinsam und aufeinander abgestimmt erfolgt, können langfristige Ziele in den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Tierwohl erreicht werden. Eine gesamtheitliche Ernährungspolitik bietet die Grundlage für eine zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft, die wirtschaftlich tragfähig, ökologisch verantwortungsvoll und gesellschaftlich akzeptiert ist.
Kontaktperson
Michelle Schenk-Wyss
Leiterin Geschäftsbereich Agrarwirtschaft
Belpstrasse 26, 3007 Bern
michelle.schenk-wyss@sbv-usp.ch
Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Geschäftsbereich Agrarwirtschaft