Frauen in der Landwirtschaft
2026 ist das UNO-Jahr der Landwirtinnen
Die UNO hat 2026 zum internationalen Jahr der Landwirtinnen erklärt. Sie will damit die zentrale Rolle der Frauen in der Landwirtschaft bekannter machen. Auch in der Schweiz soll das Jahr dazu dienen, um Frauen in der landwirtschaftlichen Praxis zu fördern, sie zu vernetzen und zur Mitwirkung in der Branche zu motivieren. Dazu findet unter anderem am 6. November 2026 eine Netzwerktagung in Aarau statt. Mehr Infos und das Programm sind auf unserer Themenseite zu finden.
Die Rolle der Frauen im Betrieb ist sehr unterschiedlich: Die einen sind Betriebsleiterinnen und haben dabei die alleinige Verantwortung für den Betrieb, andere teilen sich diese Verantwortung mit einem Partner, wieder andere helfen bloss ab und zu auf dem Betrieb mit und manche Frauen halten sich ganz von der betrieblichen Arbeit fern. Die rechtliche Stellung der Frauen in der Landwirtschaft setzt sich, wie auch bei den Männern in der Landwirtschaft, zusammen aus:
- Personenstand sowie Güterstand und Haftung (bei verheirateten Frauen),
- Sozialversicherungsrechtlicher Status (AHV-Status) bzw. arbeitsrechtliche Stellung,
- Betrieblich-rechtliche Stellung und Haftung
- Eigentumsverhältnisse
Von den im Jahre 2024 insgesamt 147’876 beschäftigten Personen in der Landwirtschaft waren 54’151 Frauen (37 %), davon 3’615 Betriebsleiterinnen (8%). Gemäss einer Studie von Agridea zum Thema «Frauen in der Landwirtschaft» (2022) gaben 68% der Frauen an, den Betrieb gemeinsam mit ihrem Partner zu leiten. Die Mehrheit der Frauen übernimmt somit Verantwortung innerhalb einer gemeinsamen Betriebsführung und ist ein wichtiger Bestandteil der betrieblichen Entscheidungen.
Die Ausbildungszahlen lassen vermuten, dass der Anteil Frauen, die einen Betrieb leiten, in Zukunft weiter zunehmen wird. So war der Frauenanteil der im Jahr 2022 abgeschlossenen BetriebsleiterInnen (Eidg. Fachausweis) 12.3%. Auch bei der Ausbildung zur Landwirtin EFZ zeigt sich eine steigende Entwicklung: 2024 wurden bereits 21 % der Abschlüsse von Frauen erworben.
Eine Herausforderung bleibt der Generationenwechsel in der Landwirtschaft. Viele Betriebsleiterinnen sind über 55 Jahre alt, rund ein Drittel sogar über 60 Jahre. Gleichzeitig steigt die Zahl junger Frauen, die eine landwirtschaftliche Ausbildung absolvieren und damit wichtige Grundlagen für eine spätere Betriebsführung schaffen.
Frauen führen heute tendenziell kleinere Betriebe. Mehr als die Hälfte der Betriebsleiterinnen bewirtschaftet eine Fläche von weniger als zehn Hektaren. Bei den grössten Betrieben mit über 50 Hektaren sind Frauen bisher noch selten vertreten.
Die soziale Absicherung der Frauen hat sich in den letzten Jahren stets verbessert, so dass heute nur noch rund 4% der Frauen keine eigene Absicherung und Vorsorge haben. Gemäss der Agridea-Studie verfügten 2022 47% der Frauen über eine eigene AHV-Abrechnung als unselbstständig und 28% als selbstständig Erwerbende.
Die zunehmende Ausbildung, die bessere soziale Absicherung und die steigende Zahl von Betriebsleiterinnen zeigen, dass Frauen in der Schweizer Landwirtschaft zunehmend Verantwortung übernehmen und die Entwicklung der Branche aktiv mitprägen.
Videos
Landwirtinnen am Anschlag
Frauen engagiert
Links
- Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband: Frauen in der Landwirtschaft
- Frauen Leben Landwirtschaft (Berichte und Portraits)
- Bericht Frauen in der Landwirtschaft des Bundesamts für Landwirtschaft (2022)
- Agrarbericht Teil Mensch
- Agridea: Angebote um Thema Frauen
- Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband Zusammenleben in Familie und Betrieb
- Frauen in der Landwirtschaft
- Frauen in der Schweizer Landwirtschaft - | Publikation
Kontaktperson
Michelle Schenk-Wyss
Leiterin Geschäftsbereich Agrarwirtschaft
Belpstrasse 26, 3007 Bern
michelle.schenk-wyss@sbv-usp.ch
Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Geschäftsbereich Agrarwirtschaft