SBV-News Nr. 29
Notiz der Woche
Die FAO veröffentlicht jährlich einen Bericht zum Stand der weltweiten Ernährungssicherheit. Gemäss diesem sind die Kosten für eine gesunde Ernährung um 25% angestiegen. Aufgrund des Klimawandels und der geopolitischen Konflikte dürften sie sich weiter erhöhen. Heute kann sich jeder Dritte keine ausgewogene Ernährung leisten. Die Analyse zeigt weiter, dass die Verfügbarkeit von lokal produzierten Lebensmitteln die Kosten senkt.
Abstimmung Ernährungsinitiative
In gut zwei Monaten ist die Abstimmung über die Ernährungsinitiative. Aktuell laufen die Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren. Bereits gestartet sind die Aktivitäten im Online-Bereich. Wer unterstützen will, kann die verschiedenen Kanäle abonnieren (Facebook, Instagram, LinkedIn) und jeweils die Posts teilen.
Trockenheit und Schlachtviehmärkte
Nach dem Aufruf durch SBV, Schweizerischer Viehhändlerverband und IGöM an die Marktveranstalter und die Agrarmedien zur gestaffelten Auffuhr oder Schlachtung von Kühen, wurde die Situation an einer Videokonferenz erneut beurteilt. Auf den öffentlichen Märkten waren für die Woche vom 20. Juli 2026 gut 100 Kühe weniger angemeldet (844 gegenüber 946) als in der zu Ende vorhergehenden Woche. Damit zeigt der Aufruf Wirkung und ist weiterhin zu befolgen.
Freihandelsabkommen
Der Bundesrat gab den Abschluss der Freihandelsverhandlungen mit Grossbritannien und Vietnam bekannt. Aktuell läuft nun die juristische Prüfung, bevor die Abkommen unterzeichnet und die Inhalte veröffentlicht werden. Beide Abkommen dürften Konzessionen im Agrarbereich enthalten. Besonders interessant wird die Frage des Schutzes von geografischen Herkunftskennzeichnungen (AOP/IGP) sein. Die USA haben in kürzlich abgeschlossenen Abkommen wie z.B. mit Vietnam Bestimmungen verankert, welche den Schutz geografischer Herkunftsbezeichnungen aus anderen Ländern einschränken. Dadurch gerät das bewährte europäische System der geschützten Produkte unter Druck.
JULA sprach mit Coop
Die Junglandwirtinnen und Junglandwirte (JULA) legten Coop ihre Anliegen bezüglich Zielvereinbarungen dar. Coop zeigte Verständnis, erachtet diese aber nicht als geeignetes Instrument zur Stärkung der ökonomischen Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Stattdessen will der Grossverteiler prüfen, welche indirekten Massnahmen zur Förderung von Schweizer Produkten innerhalb der Zielvereinbarungen möglich wären. Eine Rückmeldung wurde bis Ende August in Aussicht gestellt.
Prix Agrisano 2026
Die Agrisano Stiftung zeichnet alle zwei Jahre Privatpersonen und Organisationen aus, die sich für verunfallte, kranke, betagte oder benachteiligte Menschen engagieren. Der Prix Agrisano ist mit insgesamt 20’000 Fr. dotiert. In der Kategorie Privatpersonen gewann Pius Hager. Er begleitet seit über 30 Jahren Bäuerinnen und Bauern in schwierigen Lebenssituationen. Als Mitinitiant des Projekts «offni Tür», des «Wartensee-Weekends» und Autor des Buches «Leben – vom Streit zum Frieden» prägte er die soziale Beratung im bäuerlichen Umfeld nachhaltig. Bei der Kategorie Organisationen gewann der Verein «Agriculture Sociale romande». Er fördert seit 2021 die soziale Landwirtschaft in der Romandie. Menschen in schwierigen Lebenssituationen erhalten auf landwirtschaftlichen Betrieben neue Chancen für Rehabilitation, Integration und berufliche Wiedereingliederung.