Methan
Methan (CH₄) ist ein Treibhausgas mit hohem Treibhauspotenzial, das grösstenteils von der Landwirtschaft ausgestossen wird. In der Schweiz macht es ungefähr zwei Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen aus. Es stammt hauptsächlich aus der Verdauung der Wiederkäuer (enterische Fermentation) sowie aus der Lagerung und Behandlung des Hofdüngers. Methan nimmt daher in den Diskussionen zum Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel – und zu ihren Möglichkeiten, ihn zu reduzieren – eine zentrale Rolle ein.
Anders als Kohlendioxid (CO₂), das mehrere hundert Jahre in der Atmosphäre bleibt, ist Methan ein kurzlebiges Gas: Es zersetzt sich innerhalb von ungefähr zwölf Jahren, wobei hauptsächlich CO2 entsteht. Dies bedeutet, dass sich seine Auswirkungen nicht linear über die Zeit aufsummieren. Dies macht eine Bilanzierung schwierig und nährt die Debatte zu den verwendeten Umrechnungsfaktoren (namentlich zwischen GWP100 und GWP*, zwei Berechnungsmethoden mit sehr unterschiedlichen Gewichtungen der Klimawirkung). Ein weiterer Unterschied, der für den Agrarsektor von Bedeutung ist, besteht darin, dass Methanemissionen von Wiederkäuern sogenannte «biogene Emissionen» sind. Was heisst das? Der im Gras oder Futter enthaltene Kohlenstoff wird durch Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen und anschliessend während der Verdauung der Wiederkäuer in Form von Methan wieder teilweise ausgestossen. Zurück in der Atmosphäre baut sich dieses Methan rasch ab, hauptsächlich in CO2, das wieder von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Dieser Prozess entspricht einem natürlichen Kohlenstoffkreislauf.
Es gibt mehrere Hebel, mit denen die Methanemissionen in der Landwirtschaft reduziert werden können. Bei der tierischen Ernährung können die enterischen Emissionen mit bestimmten Zusätzen gesenkt werden. Auch die genetische Selektion von Tieren, die pro Liter Milch oder kg Fleisch weniger Methan produzieren, ist vielversprechend. Im Übrigen spielt auch das Hofdüngermanagement eine massgebende Rolle: Mit der Abdeckung der Güllelager oder der energetischen Verwertung mit Biogas können Emissionen reduziert und erneuerbare Energie produziert werden. Diese Lösungen erfordern Investitionen und fachliche Begleitung, die den Realitäten der Betriebe Rechnung tragen.
Der Schweizer Bauernverband ist in diesem Bereich aktiv. Er fordert eine angewandte Forschung zur Reduktion der Methanemissionen und stösst Diskussionen zu Berechnungsmethoden der Klimawirkung an. Die auf den Betrieben umgesetzten Massnahmen müssen zudem in den nationalen Bilanzierungen gerecht berücksichtigt werden.
Kontaktperson
Selina Fischer
Co-Leiterin Energie und Umwelt
Hauptverantwortung Themenbereiche Klima und Biodiversität
Belpstrasse 26, 3007 Bern
selina.fischer@sbv-usp.ch
Departement Produktion, Märkte & Ökologie
Geschäftsbereich Energie & Umwelt