Fahne zeigen!

Nun ist klar, dass die Ernährungsinitiative am 27. September zur Abstimmung kommt. Im Visier hat sie die tierischen Lebensmittel speziell und die Landwirtschaft generell. Über eine mehrheitlich vegane Ernährung der Bevölkerung will sie einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent erreichen. Deshalb haben wir sie Vegan-Zwang-Initiative getauft. Mit neuen Umweltauflagen sowie der Forderung von samenfesten Saat- und Pflanzgut würde sie aber auch den einheimischen Pflanzenbau schwächen. Die Bauernbetriebe wären von einer Annahme also stark betroffen. Gleichzeitig hat die Initiative einen verführerischen vollen Namen: Initiative für eine sichere Ernährung. Da ist niemand dagegen! Auch eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrads ist nicht per se ein abwegiger Gedanke. Nur die skizzierte Umsetzung ist eine Schnapsidee. 

Deshalb ist es wichtig, dass die Bauernfamilien bereits jetzt anfangen, Farbe zu bekennen, respektive Fahne zu zeigen. Fahnen sind zusammen mit Kleber für Fahrzeuge bei den kantonalen Bauernverbänden bereits verfügbar. In den Wochen vor dem Abstimmungssonntag kommen dann Blachen und Tafeln für den Einsatz entlang von Strassen dazu. Als spezielle Aktion möchten wir die Bevölkerung zudem am 26. August zum letzten Cervelat einladen. Die Idee ist, dass in allen Kantonen sympathische kleine Aktionen stattfinden an denen wir kostenlose Cervelats zusammen mit dem Flyer gegen die Initiative verteilen. Für die Cervelats haben wir bereits Sponsoren gefunden, so dass dafür keine Kosten anfallen. Nicht zu vergessen, die sozialen Medien, wo man Inhalte teilen oder auf seinen Whatsapp-Status stellen kann. 

Wenn möglichst viele Betriebe einen kleinen Einsatz leisten, können wir eine grosse Wirkung erzielen! Wenn wir viele Menschen sensibilisieren, dann schaffen wir hoffentlich einen hohen Nein-Anteil. Das ist dann auch ein klares Signal an Bundesrat, Behörden, Politik und alle – die sich sonst mit der Landwirtschaft befassen. Danke für den Einsatz, wir schätzen das sehr!

Autor

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Standpunkte
Standpunkte Fahne zeigen!

01.07.26 | Nun ist klar, dass die Ernährungsinitiative am 27. September zur Abstimmung kommt. Im Visier hat sie die tierischen Lebensmittel speziell und die Landwirtschaft generell.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte Heiratsstrafe abschaffen: JA. Aber doch nicht so!

25.07.25 | In der Sommersession verabschiedete das Parlament eine Vorlage zur Individualbesteuerung. Damit wollte es zwei Ziele erreichen: Die Heiratsstrafe bei den Steuern abschaffen und die Frauen zur Erwerbsarbeit animieren. Tönt auf den ersten Blick vernünftig. Doch beim genaueren Hinschauen stellt sich heraus: Hier hat die Maus einen Berg, respektive ein völlig unverhältnismässiges und unnötiges Bürokratiemonster geboren. Gerade für die Bauernfamilien wäre dieses neue System jedes Jahr mit extremem Zusatzaufwand verbunden.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte AP 2030: Marktposition der Landwirtschaft verbessern

27.06.25 | Der Bundeshaushalt ist in Schieflage. Die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen. Aus diesem Grund hat der Bundesrat Ende Januar Vorschläge in die Vernehmlassung geschickt, um das Ausgabenwachstum zu begrenzen.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte Einseitiges Sparvorhaben

21.03.25 | Der Bundeshaushalt ist in Schieflage. Die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen. Aus diesem Grund hat der Bundesrat Ende Januar Vorschläge in die Vernehmlassung geschickt, um das Ausgabenwachstum zu begrenzen.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte Abstimmung vom 9. Februar: Utopische Umweltinitiative

20.01.25 | Am 9. Februar kommt nur eine Vorlage zur Abstimmung: Die Umweltverantwortungsinitiative. Lanciert wurde sie von den Jungen Grünen. Sie will strenge Regeln, um die Umweltauswirkungen aller wirtschaftlichen Tätigkeiten in der Schweiz radikal zu reduzieren.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte Blick nach vorn

20.12.24 | «Tausend Dinge bewegen sich vorwärts, neunhundertneunzig zurück. Das ist der Fortschritt.» Mit diesem Zitat habe ich im November unsere Delegiertenversammlung eröffnet. Wir Bauernbetriebe haben gute Gründe für den Eindruck, dass es mehr rückwärts als vorwärts geht oder wir uns zumindest im Kreis drehen. So müssen wir uns stetig mit neuen Volksinitiativen herumschlagen. Wir kämpfen Jahr um Jahr mit dem Wetter oder neuen Auflagen. Wir engagieren uns für kostendeckende Preise, um dann genau so viel zu erhalten, dass wir weitermachen.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte STEP: Ein nötiger und landschonender Ausbau

14.11.24 | Der Verkehr auf dem Nationalstrassennetz hat sich seit dessen Bau vor 60 Jahren mehr als verfünffacht. Das ist überwiegend dem Bevölkerungswachstum geschuldet. Heute werden 40 Prozent des privaten Strassenverkehrs und 74 Prozent der auf Strassen beförderten Gütertransporte über die Autobahn abgewickelt, obschon diese lediglich 3 Prozent der Länge des Schweizer Strassennetzes ausmachen. Der Stau hat in den letzten Jahren massiv zugenommen.

Mehr lesen
Standpunkte
Standpunkte Alle an die Urne!

13.09.24 | Liebe Bauernfamilien, der 22. September und damit der Entscheid über die Biodiversitätsinitiative naht. Um ein klares Nein zu erreichen, muss die Landwirtschaft und der ländliche Raum maximal zahlreich an der Abstimmung teilnehmen.

Mehr lesen