Morgen ist Welternährungstag
Medienmitteilung vom 15. Oktober 2026
Am morgigen Welternährungstag steht die Bedeutung einer sicheren Lebensmittelversorgung im Fokus. Diese gilt es auch in der Schweiz zu erhalten und zu stärken. Der Schweizer Bauernverband fordert verlässliche agrarpolitische Rahmenbedingungen, eine langfristig gesicherte Finanzierung und damit eine wirtschaftliche Perspektive für die einheimischen Bauernfamilien.
Am 16. Oktober steht zum Welternährungstag die weltweite Ernährungssicherheit im Fokus. Der aktuelle Welternährungsbericht SOFI 2026 zeigt zwar leichte Fortschritte, dennoch waren 2025 rund 2.1 Milliarden Menschen von Ernährungsunsicherheit und 645 Millionen direkt von Hunger betroffen. Das UNO-Ziel «Zero Hunger» bis 2030 wird gemäss Hochrechnungen wohl deutlich verfehlt.
In der Schweiz ist eine sichere Lebensmittelversorgung ebenfalls keine Selbstverständlichkeit. Nicht zuletzt, weil unser Land weltweit zu den grössten Nettoimporteuren pro Kopf gehört. Die Schweiz kann heute nur noch rund 50 Prozent des Lebensmittelbedarfs selbst decken. Der Selbstversorgungsgrad sinkt seit Jahren, und der Food Overshoot Day fiel 2026 bereits auf den 13. Juli. Konflikte, geopolitische Spannungen, Klimaveränderungen und extreme Wetterereignisse setzen nicht nur die einheimische Lebensmittelproduktion, sondern auch die internationalen Lieferketten unter Druck.
Diese Ausgangslage gilt es bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik zu berücksichtigen. Die AP30+ wird die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft ab 2030 festlegen. Sie soll gerade angesichts der internationalen Unsicherheiten die Schweizer Produktionsfähigkeit und damit die Ernährungssicherheit stärken. Dafür brauchen die Bauernbetriebe mehr unternehmerischen Handlungsspielraum, weniger administrative Belastung, Planungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven, um die nötigen Investitionen zu tätigen.
Der vorgeschlagene Zahlungsrahmen für 2030 bis 2033 sieht Kürzungen und Umverteilungen von insgesamt 380 Millionen Franken vor. Auch bei der aktuellen Budgetdebatte fürs kommende Jahr drohen der Landwirtschaft Kürzungen. Um die Ziele der AP 2030 zu erreichen, dürfen die Mittel für die Landwirtschaft nicht bei jedem Budget und auch nicht entsprechenden Zahlungsrahmen in Frage gestellt sein. Die für die Landwirtschaft vorgesehenen Mittel bewegen sich seit rund 20 Jahren bei etwa 3.6 Milliarden Franken pro Jahr, während die Anforderungen und die Produktionskosten stetig steigen. Eine bessere Versorgungssicherheit über eine nachhaltig produzierende Landwirtschaft bedingt, dass die dafür notwendigen Mittel auch bereitstehen.
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Loïc Bardet
Leiter Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
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