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SBV-News Nr. 16 (14. – 17.4.2020)

Notiz­ der Woche

Seit 2019 sind auch die Zuckerrüben als letzte Kultur nicht mehr mit einer neonicotinoiden Saatbeizung gegen frühen Insektenbefall geschützt. Die Folge ist massiver Befall mit dem Rübenerdfloh. Dieser profitiert diesen Frühling ganz besonders von den sehr trockenen und warmen Bedingungen. Sein Schaden lässt die Keimblätter der Rüben austrocknen und die Pflanzen im schlimmsten Fall verdorren. Als Folge braucht es mehr Behandlungen von Insektiziden auf die Blätter, was ebenfalls nicht unproblematisch ist.


 

Fragen & Antworten rund um Corona

Der SBV aktualisierte die Fragen & Antworten-Seite rund um die Corona-Ausnahmesituation und die Landwirtschaft. Ebenfalls fand ein weiterer Austausch mit dem BLW und den kant. Landwirtschaftsämtern statt. Neu können sich auch Betriebe, die nicht ganz schliessen mussten, aber erhebliche Umsatzeinbussen aufgrund der Corona-Massnahmen verzeichneten, für die Erwerbsausfallentschädigung anmelden. Der Verkauf von Setzlingen und Blumen ist ab 27. April wieder möglich, Märkte ab dem 11. Mai. Für Anliegen, die weder auf unserer Infoseite noch auf jener des Bundesamtes für Landwirtschaft geklärt werden, steht die E-Mail-Adresse: corona@sbv-usp.ch zur Verfügung.

Bildung: So läuft das Qualifikationsverfahren

Die OdA AgriAliForm reichte bei der Expertenkommission der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) die Anträge zur Durchführung des Qualifikationsverfahren für die 6 landwirtschaftlichen Berufe ein. Es ist vorgesehen, die praktischen Prüfungen einschliesslich Fachgespräch unter Einhaltung der Hygienevorgaben in gewohnter Manier durchzuführen. Die Schlussprüfungen Berufskunde und Allgemeinbildender Unterricht finden hingegen nicht statt. Hier kommen die bereits erlangten Erfahrungsnoten zum Zug. Das Vorgehen muss noch vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation genehmigt werden.   

News zur Plattform «Nicht geregelte Schadorganismen»

Der neue Artikel 153a im Landwirtschaftsgesetz nimmt langsam Form an. Unter anderem ist eine Liste mit konkreten Schadorganismen vorgesehen, welche neu geregelt werden sollen. Weil das Ganze mit der AP22+ verbunden ist, sind Verzögerungen wahrscheinlich. Der SBV begrüsst den neuen Artikel und insbesondere die darin vorgesehen Melde- und Bekämpfungspflicht.

Aktuelles vom Kartoffelmarkt

Nach wie vor überdurchschnittlich ist der Absatz von Speisekartoffeln im Detailhandel. Gemäss ersten Schätzungen kann 2020 mit einem höheren Angebot an Schweizer Frühkartoffeln gerechnet werden als 2019. Auch der Absatz von Chips-Kartoffeln ist wegen vermehrtem Heimkonsum und dem schönen Wetter überdurchschnittlich. Importe von Speise- und Chips-Kartoffeln ergänzen aktuell die Fehlmengen am Lager. Als «Sorgenkind» gilt nach wie vor der Frites-Markt. Aufgrund fehlender Absätze ist im Herbst mit Übermengen und Kürzungen der Kontrakte zu rechnen.

Quartalsbericht Social Media

In den ersten drei Monaten des Jahres liefen unsere Social-Media-Kanäle besonders gut. Auf den drei Facebook-Seiten (Schweizer Bauernverband, Schweizer Bauern und Verantwortungsvolle Landwirtschaft) erreichten wir rund 3'700'000 Menschen, gewannen 4’621 neue Fans, erzielten 235'500 Interaktionen und 740'000 Videoaufrufe. Diese guten Zahlen lassen sich einerseits auf gezielte Kampagnen und andererseits auf viele Reaktionen zurückführen. Der noch «jungen» Plattform Instagram folgen bereits 7’600 Personen. Im ersten Quartal erzielten wir eine Reichweite von 2'600'000 und gewannen fast 2’000 neue Follower hinzu.

Statistik der Woche

2018 betrug der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse und Früchten 50 bzw. 38 %. Entsprechend werden grosse Mengen an Gemüse und Früchten importiert. Mehr als die Hälfte des Gemüses und der Früchte stammte 2019 aus Spanien und Italien. Diese beiden Länder sind vom Coronavirus stark betroffen und haben ähnliche – wenn nicht noch grössere – Probleme mit ausländischen Arbeitskräften wie die Schweizer Gemüse- und Obstbauern. Auch in den übrigen Herkunftsländern sind Probleme nicht auszuschliessen.