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Flüchtlinge als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft

In arbeitsintensiven Branchen wie Gemüse- und Obstanbau oder Weinproduktion müssen nach wie vor umfangreiche Arbeiten von Hand erledigt werden. Dies wäre heute ohne den Einsatz von 25‘000 bis 35‘000 ausländischen Arbeitskräften, meistens Kurzaufenthalter aus dem europäischen Raum, nicht zu meistern. Der Schweizer Landwirtschaft ist es ein Anliegen, ihren Beitrag für eine bessere Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials zu leisten. Der Schweizer Bauernverband lancierte deshalb im Frühling 2015, mit der Unterstützung des Staatssekretariats für Migration, ein Pilotprojekt zur Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen (nachstehend «Flüchtlinge» genannt) in der Landwirtschaft.

Das dreijährige Pilotprojekt sieht den Einsatz von bis zu 15 Flüchtlingen pro Jahr für eine Dauer von jeweils drei bis zwölf Monaten vor. Solche Einsätze ziehen sowohl für die Arbeitnehmenden als auch für die Arbeitgebenden Vorteile mit sich. Flüchtlinge erhalten die Möglichkeit am Arbeitsmarkt der Landwirtschaft teilzuhaben, praktisches Wissen zu erwerben oder auszubauen und ihre Sprachkenntnisse zu festigen. Die Landwirtschaftsbetriebe ihrerseits können Arbeitskräfte aus der Umgebung rekrutieren, im Idealfall auch für wiederholte Einsätze über mehrere Jahre. Eine gelungene Arbeitsintegration bedeutet zudem eine finanzielle Entlastung der öffentlichen Hand.

Für die Auswahl der Teilnehmenden sind die Betreuungsstellen in den Kantonen verantwortlich. Es sind viele Partner am Vermittlungsprozess beteiligt, was einen erheblichen Koordinationsaufwand bedingt. Das Pilotprojekt soll die geeigneten Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für eine gelungene Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt der Landwirtschaft zeigen und so im Idealfall eine Win-Win-Situation für alle schaffen: Arbeit und Integration für die Flüchtlinge, Arbeitskräfte für die Landwirtschaft, finanzielle Entlastung für die öffentliche Hand.

Fakten zum Pilotprojekt

Projektdauer:Frühling 2015 bis Frühling 2018
Einsatzdauer:Zwischen drei und zwölf Monate
Entschädigung Flüchtlinge:2300 Franken im ersten Monat
3210 Franken ab dem zweiten Monat
Entschädigung Bauernfamilien:200 Franken pro Monat
zusätzliche 200 Franken pro Monat wenn der Arbeitnehmer auf dem Betrieb wohnt (Unterkunft und Verpflegung)

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