Das Gremienjahr 2025

Die Arbeit des Vorstands

Tätigkeiten des Vorstands 2025

Der Vorstand behandelte an zehn Sitzungen eine Vielzahl an Traktanden, die von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden der verschiedenen Geschäftsbereiche erarbeitet wurden.

Besonderen Stellenwert nahmen 2025 ein:

  • Situation auf den Märkten
  • AP30+ und Bundesbudget
  • Kampagne «Nein zum Vegan-Zwang» (Ernährungsinitiative)
  • Internationales
  • Verabschiedung zahlreicher Positionen und Stellungnahmen
  • Planung des Tätigkeitsprogramms des Folgejahres
  • Aufsicht über die im Tätigkeitsprogramm vorgesehenen Massnahmen
  • Finanzielle und statutarische Belange
  • Ersatz- und Erneuerungswahlen 

Im ersten Halbjahr 2025 befasste sich der Vorstand des SBV intensiv mit zentralen agrarpolitischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen. Bereits zu Jahresbeginn verabschiedete er die Stellungnahme zur Teilrevision des bäuerlichen Bodenrechts und setzte sich mit der Umweltverantwortungsinitiative, dem Aktionsplan Biodiversität sowie mit Fragen zur Umsetzung des Stromgesetzes auseinander. Auch die Weiterentwicklung der digitalen Plattform digiFLUX war wiederholt ein Thema.

Im Februar standen personelle Weichenstellungen im Zentrum. Der Vorstand wählte Loïc Bardet als Nachfolger von Francis Egger. Zudem wurden das Anforderungsprofil, der Fahrplan sowie notwendige Statutenanpassungen für die Nachfolge von Präsident Markus Ritter zuhanden der Landwirtschaftskammer in die Wege geleitet. Weitere Themen waren Informationen zu den Agrisano-Unternehmungen, RPG2 sowie das Positionspapier zu Photovoltaikanlagen. Ein Austausch mit BLW-Direktor Christian Hofer zu Massnahmen zur Stärkung der Wertschöpfung und Einkommen, zu Freihandelsabkommen sowie zur Digitalisierung rundete den ersten Sitzungstag ab. Am zweiten Sitzungstag erfolgten u. a. Informationen zu den grassierenden Tierseuchen, zum Freihandelsabkommen mit Chile, zum Biodiversitätsprojekt 2025, zu Agroimpact sowie zur Revision der Höheren Berufsbildung.

Im März beurteilte der Vorstand die Bundesratswahlen vom 12. März und liess sich über die Organisation der SBV-Leitung im Falle einer Wahl von Markus Ritter informieren. Zudem beschloss er die Finanzierung von Rechtsgutachten zu PFAS und behandelte in erster Lesung die Stellungnahme zum Entlastungspaket 2027.

Die Aprilsitzung war geprägt von der Verabschiedung mehrerer Stellungnahmen, darunter zum Verordnungspaket 2025, zum Entlastungspaket 2027 sowie zum Raumkonzept Schweiz. Im Rahmen der AP30+ verabschiedeten die Mitglieder ein Marktpaket. Weiter präsentierte die Taskforce Pflanzenschutz ihren Bericht, und der Vorstand wurde über den Stand in Sachen Fachbewilligungen für Pflanzenschutzmittel informiert. Zudem genehmigte er den Jahresbericht 2024 sowie die Rechnung 2024 zuhanden der LAKA. 

Vor den Sommerferien verabschiedete der Vorstand die Stellungnahme zu den neuen Züchtungsverfahren. Er bezog Position zur Individualbesteuerung, indem er den Gegenvorschlag ablehnte und das Geschäft der LAKA zur Parolenfassung unterbreitete. Zu den kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften fasste er die Ja-Parole, während er beim Gesetz über den elektronischen Identitätsnachweis auf eine Parole verzichtete. Ergänzend erhielt der Vorstand Informationen zum Aktionsplan Kontrollen. Im Bildungsbereich verabschiedete er die Stellungnahme zur Revision der Ausbildung Agropraktiker EBA sowie die neuen Statuten der OdA AgriAliForm.

An der zweitägigen Vorstandssitzung im August in Murten wurden das bäuerliche Bodenrecht, die ökologische Infrastruktur sowie die verstärkte Inwertsetzung von Klimaleistungen behandelt. Weitere Schwerpunkte bildeten PFAS, die Grenzschutzstudie von Prof. Mathias Binswanger und internationale Fragestellungen. Am zweiten Sitzungstag beschäftigte sich der Vorstand mit dem Aktionsplan Kontrollen, dem Pflanzenschutz, den Arbeiten im Bereich Nährstoffe und der Groupe Technique und GRUD. Zudem wurden die Wahlen 2027 sowie die aktuelle Tierseuchenlage thematisiert.

Im September lag der Schwerpunkt auf der ersten Lesung des Pakets Schweiz–EU. Daneben befasste sich der Vorstand mit den Bundesfinanzen und dem Erhalt des Kulturlandes. Er genehmigte Anpassungen verschiedener SBV-Reglemente zuhanden der LAKA und nahm Informationen zur Lohnerhebung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte sowie zur Vorbereitung der Delegiertenversammlung 2025 zur Kenntnis. In diesem Zusammenhang verabschiedete er auch die produktbezogenen Beiträge 2026–2029, die Flächenbeiträge 2026 sowie das Tätigkeitsprogramm 2026.

Die Oktobersitzung war geprägt von mehreren politischen Positionierungen. Der Vorstand verabschiedete die umfangreiche Stellungnahme zum Paket Schweiz–EU, fasste die Nein-Parolen zur «Service-citoyen-Initiative» und zur «Initiative für eine Zukunft» und genehmigte die Stellungnahme zur Revision des Kartellgesetzes. Weiter wurde über das Positionspapier zur Wassernutzung in der Landwirtschaft sowie über Projekte zur Förderung der regionalen Biodiversität und Landschaftsqualität informiert. Aktualitäten zu Nährstoffen und zur Inwertsetzung von Klimaleistungen wurden ebenso behandelt wie die Nominationen für Ersatzwahlen in den SBV-Vorstand.

In der kurzen Online-Sitzung vom November zog der Vorstand eine Bilanz der Regionalseminare vom Oktober. Zudem setzte er sich erneut mit dem Budget 2026 und dem Entlastungspaket 2027 auseinander und genehmigte dazu eine Resolution zuhanden der Delegiertenversammlung. Weiter beschloss der Vorstand die Finanzierung der Kampagne gegen die «Vegan-Zwang-Initiative» sowie das Budget für die Abstimmung zur Individualbesteuerung.

An der letzten Sitzung des Jahres standen die Parolenfassungen zu den Abstimmungsvorlagen vom März 2026 im Zentrum. Der Vorstand beschloss die Nein-Parole zur Initiative «Bargeld ist Freiheit», unterstützte jedoch den direkten Gegenvorschlag. Ebenso fasst er die Nein-Parole zur «Klimafonds-Initiative» und beschloss, keine Parole zur «SRG-Initiative» zu fassen. Ergänzend informierte er sich über die Energiepolitik, analysierte den US-Deal, den Stand der Umsetzung der RPG2-Revision sowie die Revision der Berufsbildung. Abschliessend genehmigte er das Budget 2026 und den Finanzplan des SBV.

Die Tätigkeiten und Entscheide der Landwirtschaftskammer

Tätigkeiten der Landwirtschaftskammer 2025

Die Sitzungen des ersten Semesters 2025 fanden im Januar und April statt. Statt wie üblich im September war die dritte Versammlung erst im Oktober. Die LAKA befasste sich mit folgenden Hauptthemen:

  • Situation auf den Märkten
  • AP30+ und Bundesbudget
  • Kampagne «Nein zum Vegan-Zwang» (Ernährungsinitiative)
  • Internationales
  • Verabschiedung zahlreicher Positionen und Stellungnahmen
  • Finanzielle und statutarisch Belange

Ein erster Schwerpunkt war die Regelung der Nachfolge von Präsident Markus Ritter. Die LAKA genehmigte dazu auf Antrag des Vorstands das Anforderungsprofil, den Fahrplan und die notwendige Anpassung der SBV-Statuten. Zudem genehmigte sie im Januar das Budget 2025 sowie im April die Rechnung 2024 und den Jahresbericht. 

Auf politischer Ebene standen die Stellungnahmen zu wichtigen bundespolitischen Dossiers im Zentrum, darunter das Verordnungspaket, das Entlastungspaket 2027 sowie die Agrarpolitik AP30+. Weitere Themen waren die Bundesfinanzen, digiFLUX, Entwicklungen auf den internationalen Märkten – insbesondere im US-Markt –, das Freihandelsabkommen mit Mercosur und nicht zuletzt das Paket Schweiz-EU.

Im Oktober verabschiedete die LAKA die Stellungnahme zum EU-Abkommen und fasste die Nein-Parolen zur «Service-citoyen-Initiative», zur «Initiative für eine Zukunft» sowie zum Bundesgesetz über die Individualbesteuerung. Ergänzend wurde über den obligatorischen Versicherungsschutz informiert und ein Ausblick auf die eidgenössischen Wahlen 2027 gegeben.

Abschliessend genehmigte die LAKA verschiedene Anpassungen bei den Reglementen und verabschiedete im Hinblick auf die Delegiertenversammlung 2025 das Tätigkeitsprogramm 2026 sowie die produktbezogenen Beiträge 2026–2029 und die Flächenbeiträge 2026.

Tätigkeiten Konferenz der operativen Leiter (KOL) der Mitgliedorganisationen

Konferenz der operativen Leiter (KOL) vom 21. und 22. August 2025

Der zweitägige Anlass inkl. Rahmenprogramm fand in Engelberg statt. Die operativen Leiterinnen und Leiter der Mitgliedorganisationen des SBV waren auch als Gäste an die Sitzungen der Landwirtschaftskammer eingeladen. 

Die gut besuchte Sitzung startete mit Informationen zu den aktuellen politischen Geschäften AP30+, Entlastungspaket 2027 und digiFLUX. Zudem orientierte Prométerre über das Projekt Agrimetrics zur Vereinfachung der Direktzahlungen. Danach folgten internationale Themen wie das Paket Schweiz-EU und das Freihandelsabkommen mit Mercosur. In Sachen Pflanzen- und Umweltschutz kamen die Problematik der PFAS zur Sprache und wie man Klimaleistungen in Wert setzen kann. Gegen Ende des ersten Konferenztages folgten Neuigkeiten aus der Basiskommunikation sowie zum geplanten Vorgehen hinsichtlich der Wahlen 2027. 

Ein Spaziergang führte die Sitzungsteilnehmer am Abend zum Betrieb der Familie Scheuber, die den Teilnehmenden und Gästen ein feines Nachtessen servierten.     

Der nächste Morgen begann mit einer Auslegeordnung zu den Erfolgsfaktoren landwirtschaftlicher Verbände. Danach wurden die ökologische Infrastruktur und die Gewässerräume beleuchtet und anhand von Inputs der Mitgliedorganisationen diskutiert. Bevor sich die Mitglieder der KOL zum Abschluss des Anlasses zu einer Führung durch die Schweizerische Sportmittelschule Engelberg aufmachten, folgten noch Informationen und eine Diskussion zur Optimierung des Lobbyings und ein Ausblick auf die Anlässe im Herbst 2026. 

Delegiertenversammlung vom 26. November 2025

Mit einem Teilnehmerrekord von 392 Delegierten sowie ausserordentlich vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft fand am 26. November die Delegiertenversammlung des SBV im Kursaal Bern statt. 

Schwerpunkte

Die Bundesfinanzen und insbesondere das Entlastungspaket 27 bildeten den thematischen Schwerpunkt der Versammlung. Angesichts der darin enthaltenen überdurchschnittlichen und nicht nachvollziehbaren Einsparungen auf dem Buckel der Bauernfamilien verabschiedeten die Delegierten eine Resolution zuhanden des Parlaments. Das Paket wurde insbesondere deshalb kritisiert, weil die Ausgaben der Landwirtschaft seit 2000 nominal stabil geblieben und real sogar um 15 Prozent gesunken sind, während die geforderten Leistungen stetig zugenommen haben. Die «Wertvernichtung» in Form von Dumpingpreisen bei verschiedenen Lebensmitteln und ihre Auswirkungen auf die vorgelagerten Bereiche und Produzentenpreise, waren ein weiteres zentrale Thema der Versammlung. Zu den weiteren Traktanden gehörten die Ausgestaltung der künftigen Agrarpolitik und die 2026 stattfindende Abstimmung zur Ernährungsinitiative respektive den damit verbundenen «Vegan-Zwang». 

Wahlen in die Landwirtschaftskammer und in den Vorstand SBV

Es gab Ersatzwahlen in die Landwirtschaftskammer (LAKA) und in den Vorstand SBV für die laufende Amtsperiode 2024-2028: Die Delegierten wählten zehn neue Mitglieder der LAKA. Diese bestimmten anschliessend Cédric Blaser und Hanspeter Renggli als Nachfolger von Claude Baehler bzw. Ursin Gustin. Neu in den Vorstand gewählt wurde zusätzlich Ruedi Thomann, Präsident des Bauernverbandes St. Gallen.  

Übrige statutarische Geschäfte

Unter den statutarischen Traktanden verabschiedeten die Delegierten die produktbezogenen Beiträge 2026-2029, die Flächenbeiträge 2026, den Jahresbericht 2024 sowie das Tätigkeitsprogramm 2026. Ebenfalls angenommen wurde eine Statutenanpassung um die maximale Anzahl Sitze im Vorstand von 25 auf 27 zu erhöhen. 

Ehrung der SwissSkills-GewinnerInnen 2025 und Verleihung der Medienpreise

In einem spannenden und unterhaltsamen Einschub ehrte der SBV die Podestplätze der nationalen Meisterschaften der SwissSkills in den Berufen LandwirtIn, GemüsegärtnerIn und Weinfachleute. 

Wiederum sponserte die Agrisano den alljährlichen Medienpreis mit einem Beitrag von 2'000.- Franken. Dabei gingen folgende journalistische Beiträge als Sieger hervor: 

In der Deutschschweiz gewann Luk von Bergen für seine Treffpunkt-Sendung «So funktioniert ein hochmoderner Landwirtschaftsbetrieb», die am 15. Oktober 2024 ausgestrahlt wurde. Der Journalist war bei der Familie Bigler im bernischen Moosseedorf und liess sich dort zeigen, wie viel Technik und Automatik heute in der Landwirtschaft stecken. 

Der Westschweizer Medienpreis ging an Sarah Perrig von RTS für ihren Videobeitrag «Mon tracteur à moi». Dieser wurde am 15. November 2024 im Rahmen des Formats Passe-moi les jumelles gezeigt. Er portraitiert einen 14-jährigen urbanen Jugendlichen, dessen Leidenschaft die Landwirtschaft und speziell die Traktoren sind. Auf einem Bauernhof in der Nähe bekommt er die Gelegenheit, seine Passion zu leben. 

Den Preis für das Tessin erhielt Andrea Stern für seine Reportage «Il lupo in Ticino si è «sbranato» 38 alpeggi», die am 11. Mai 2025 im Corriere del Ticino erschien. Darin geht es um die Rückkehr des Wolfs im Tessin und die damit verbundenen Probleme für die Alpbewirtschaftung. Die Reportage schildert die Auswirkungen auf die regionale Landwirtschaft, das Leben der betroffenen Bauern und ihre Verdrängung aus den Bergen.