Weinimport: Inlandpräferenz verworfen – vorgeschlagene Lösungen ungeeignet

Medienmitteilung vom 2. Oktober 2026

Auf Einladung von Bundespräsident Guy Parmelin trafen sich die wichtigsten Akteure des Schweizer Weinmarktes, um über eine mögliche Änderung der Aufteilung des WTO-Zollkontingents für Weinimporte zu diskutieren. Im Anschluss an dieses Treffen gab der Vorsteher des WBF bekannt, dass das Projekt einer Inlandpräferenz bei Importen nicht weiterverfolgt werde. VignobleSuisse, der Branchenverband Schweizer Reben und Weine (BSRW) und der Schweizer Bauernverband (SBV) nehmen diesen Entscheid mit grossem Bedauern zur Kenntnis. Damit steht der Schweizer Weinbau weiterhin vor enormen Herausforderungen.

Ziel des Treffens war es, mögliche nächste Schritte zu skizzieren, angesichts der unterschiedlichen Reaktionen auf den in die Vernehmlassung gegebenen Vorschlag zur Änderung der Zuteilungsmodalitäten für die Kontingente. Nach einer Rundfrage teilte der Bundespräsident jedoch mit, dass die Meinungen so gespalten seien, dass er das Risiko nicht eingehen werde, das Projekt weiterzuverfolgen. Dies, obwohl Befürworter eine mögliche Kompromisslösung aufgezeigt hatten. Umso mehr ist es zu begrüssen, dass die eidgenössischen Räte mit den verschiedenen heute Morgen eingereichten parlamentarischen Vorstössen (26.4552, 26.4617, 26.4644, 26.4642) wieder die Initiative ergreifen. VignobleSuisse, der BSRW und der SBV werden sich dafür einsetzen, dass diese Vorstösse zum Erfolg geführt werden.

Gleichzeitig anerkannte er die Schwierigkeiten, mit denen der Schweizer Weinbau konfrontiert ist, und erklärte, künftig einen Ansatz mit drei Schwerpunkten verfolgen zu wollen: die Anpassung der Rebflächen an die Nachfrage, die Stärkung von Absatzförderung und Exporten sowie die Anpassung der Importregeln nach dem Prinzip der Versteigerung. 

Diese drei Schwerpunkte sind jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein: Sie werden das bestehende Ungleichgewicht im Schweizer Weinbau leider nicht beheben können. Der Schweizer Weinmarkt ist heute weitgehend offen und globalisiert. Das bei der WTO festgelegte Zollkontingent von 170 Millionen Litern pro Jahr wurde seit 2001 nie ausgeschöpft. Es ermöglicht Importe zu reduzierten Zöllen und schränkt den Weinimport in keiner Weise ein. Jeder Importeur kann weiterhin ausserhalb des Kontingents – ohne Mengenbeschränkung – zu niedrigen Zöllen importieren. VignobleSuisse und der BSRW sind deshalb der Ansicht, dass die vorgeschlagenen Lösungen nicht ausreichen, um die aktuelle Krise des Weinbausektors zu überwinden.

VignobleSuisse, der BSRW und der SBV nehmen diesen bedauerlichen Entscheid zur Kenntnis und werden sich weiterhin für Rahmenbedingungen einsetzen, die den Schweizer Weinbau angesichts der schweren Krise, von der zahlreiche Regionen betroffen sind, nachhaltig stärken. Der Bundesrat wird aufgefordert, rasch zusätzliche Massnahmen zur Unterstützung des Schweizer Weinsektors zu ergreifen.

 

Für weitere Informationen:

Philipp Matthias Bregy, Präsident des BSRW (Tel. 078 616 70 07; philipp.bregy@parl.ch) 

Damien Cottier, Präsident von VignobleSuisse (Tel. 076 805 34 96; damien.cottier@parl.ch)

Markus Ritter, Präsident des SBV (Tel. 079 300 56 93; markus.ritter@parl.ch)

Weitere Beiträge zum Thema

AGRISTAT aktuell
AGRISTAT aktuell AGRISTAT Aktuell 05-18: Revision des Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel

11.06.18 | Der Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel bildet die Preisänderungen seit 1977 im Bereich Vorleistungen und Investitionen ab. Eine regelmässige Revision ist nötig, um die Gewichtung und den Warenkorb zu aktualisieren. Dabei orientiert sich Agristat am Vorgehen von Eurostat. Der Einkaufspreisindex kann für Vergleiche mit anderen Indices, wie dem Produzentenpreisindex oder dem Landesindex der Konsumentenpreise verwendet werden.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Vernachlässigter Boden: Es muss sich etwas ändern!

06.06.18 | Der Schweizer Bauernverband unterstützt die Idee eines Kompetenzzentrums Boden. Dieses soll helfen, das qualitativ und insbesondere quantitativ bedrohte fruchtbare Kulturland zu erhalten. Die zuständigen Behörden und Forschungsinstitutionen sind aufgefordert, die Umsetzung an die Hand zu nehmen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 22 (28.05. – 01.06.2018)

06.06.18 | Die Mercosur-Reisedelegation hat nach ihrer Rückkehr berichtet, dass in den bereisten Staaten die Land-wirtschaft, Tierhaltung, Fleischqualität, Schlachtbetriebe etc. auf einem erstaunlich hohen Niveau sind. Diese Einschätzungen wurden öffentlichkeitswirksam verkündet. Einige Tage danach hat der Bund – weniger öffentlichkeitswirksam – per dringlichen Beschluss mehrere Schlacht- bzw. Fleischverarbeitungsbetriebe aus Brasilien von der Lieferung von Ware in die Schweiz wegen illegalen Verhaltens gesperrt. Zwischen dem der Reisedelegation vermitteltem Bild und der Realität besteht wohl eine Diskrepanz...

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Gesamtschau: Weg ist frei für einen Neuanfang

05.06.18 | Das Plenum des Nationalrats stimmte den Vorschlägen der vorberatenden Kommission zu: Die grosse Kammer weist die Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik an den Bundesrat zurück. Der Schweizer Bauernverband ist erleichtert und fordert, den Neuanfang –entflechtet von der Handelspolitik – in Zusammenarbeit mit der Branche in Angriff zu nehmen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 21 (21.05. – 25.05.2018)

30.05.18 | Der Bundesrat hat auf zahlreiche Fragen von Parlamentariern geantwortet, die über die geplante Umstrukturierung von Agroscope besorgt sind. Einerseits sagt er, „dass alle Bemühungen unternommen würden, um Agroscope zu sichern" und andererseits, „dass wahrscheinlich 400 bis 500 Mitarbeitende umziehen oder den neuen Arbeitsweg auf sich nehmen müssen“. Das ist keine sehr vertrauensfördernde Kommunikation! Es benötigt klare Ansagen, um das beschädigte Vertrauen wiederherzustellen. Und vergessen wir nicht: Wir brauchen die Agrarforschung dringender denn je!

Mehr lesen
Stellungnahmen Pa.Iv. Eder 12.402 "Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission und ihre Aufgabe als Gutachterin"

30.05.18 | Le patrimoine culturel suisse et ses paysages typiques contribuent à la beauté du pays. La préservation de cette richesse paysagère, que cela soit les campagnes rurales agricoles ou les monuments culturels, s’avère essen-tielle. En outre, l’attrait du panorama suisse constitue un atout majeur pour le tourisme. Ainsi, la présente proposition de révision nous paraît judicieuse, dans la mesure où les intérêts cantonaux auront davantage de poids dans le processus décisionnel. Ce gain de flexibilité devrait aussi profiter aux intérêts de l’agriculture, ce que nous saluons. Par conséquent, nous soutenons le projet de révision dans son ensemble, tout en rappelant que celui-ci ne doit entraîner aucun affaiblissement de la production agricole.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Landwirtschaft fit für den Klimaschutz

25.05.18 | An der vierten Mitgliederversammlung des Vereins AgroCleanTech, Plattform für Energieeffizienz und Klimaschutz in der Landwirtschaft, war die Reduktion von landwirtschaftlichen Treibhausgasen ein zentrales Thema. Mit der Schaffung einer soliden Wissensbasis in Sachen Klimaschutzmassnahmen, Prüfung eines Kompensationsprogramms und der Realisierung einer Energieberatung in der Romandie soll die Landwirtschaft mit AgroCleanTech fit in die Zukunft starten.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Am Markt vorbei politisiert

25.05.18 | Die Initiative von Future 3 „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“ würde Lebensmittel verteuern und die Wahlfreiheit der Konsumenten beschneiden. Sie lässt zudem die übrigen Anwendungsbereiche ausser Acht. Aus diesen Gründen lehnt der Schweizer Bauernverband sie ab.

Mehr lesen