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SBV-News Nr. 8

Notiz­ der Woche

Auch in der Schweizer Landwirtschaft brodelt es. Zahlreiche friedliche Aktionen und Mahnfeuer in verschiedenen Teilen der Schweizer zeigen, dass die Geduld vorbei ist. Der grosse Hebel für eine Verbesserung liegt nun bei den Produzentenpreisen. Erste Entscheide kommen im März. Der Schweizer Bauernverband erwartet von den Verarbeitern und vom Detailhandel entgegenkommen. Von den Produzentenvertreter in den Branchenverhandlungen ist eine klare Position und die nötige Härte wichtig, um die nötigen 5 bis 10 Prozent Erhöhung zu bewirken. 


 

Fachkommission Pflanzenbau

Die Fachkommission Pflanzenbau behandelte das landwirtschaftliche Verordnungspaket 2024 und die herausfordernde Situation auf den Märkten. Ausserdem haben die Mitglieder die überarbeiteten Positionspapiere zu den neuen Züchtungsverfahren und Patenten auf Pflanzen und Tiere diskutiert und genehmigt. Diese beiden Themen gewinnen aufgrund der Debatten in der EU und der Schweiz an Bedeutung.

Revision Pflanzenschutzmittelverordnung

Der SBV startete die interne Vernehmlassung zur Revision der Pflanzenschutzmittel- und Gebührenverordnung. Aus Sicht der Landwirtschaft werden die Ziele der Revision deutlich verfehlt und es braucht eine umfassende Überarbeitung der Vorlage. Die geplante massive Erhöhung der Gebühren würde zu noch weniger Mittel führen, was die bereits angespannte Resistenzproblematik verschärft und der Vielfalt der Kulturen schadet. Anstatt den Pflanzenbau zu stärken, würde er geschwächt.

Treffen Westschweizer Konsumentenschutz

Der SBV traf sich mit der Westschweizer Konsumentenvereinigung FRC. Dabei ging es um die künftige Agrarpolitik für 2030, bei der auch die Konsumenten eingebunden sein sollen. Weitere Themen waren die neuen Züchtungsmethoden, die Margen der Grossverteiler, die Deklaration von importierten Lebensmitteln und die zur Diskussion stehenden Freihandelsabkommen. Nicht bei allen Themen war man sich einig. Die Bereitschaft ist aber da, Lösungen im gemeinsamen Interesse von Landwirtschaft und Konsumenten zu finden.

Europäischer Bauernverband

Die Sitzung des Vorstands EU-Dachorganisation der Bauern und Genossenschaften (Copa-Cocega) war geprägt von den Bauernprotesten in ganz Europa. Die Bauern- und Genossenschaftspräsidenten kritisierten die überbordende Bürokratie, die hohen Anforderungen bei tieferen Zahlungen und der unfaire Wettbewerb mit zollfreien Agrarprodukten aus der Ukraine.

Junglandwirte-Austausch

Vorstandsmitglieder alle regionalen Junglandwirteorganisationen trafen sich zum diesjährigen Austausch. Hauptthema die Agrarpolitik 2030. In Workshops wurde angeregt über die aktuellen Herausforderungen sowie konkrete Lösungsansätze und Massnahmen diskutiert. Die Erkenntnisse werden in die Strategie der nationalen Junglandwirtekommission (JULA) aufgenommen und in der Begleitgruppe beim BLW eingebracht. Weitere Themen waren die Biodiversitätsinitiative und die Bauerproteste, bei denen sich viele junge Leute engagieren. Die JULA trägt die Forderungen nach besseren Produzentenpreisen, stabilen politischen Rahmenbedingungen und einer starken administrativen Vereinfachung mit und engagiert sich für konstruktive Lösungen.

Schlachtviehstatistik

Gemäss der Schlachtviehstatistik vom Januar, nahm die Fleischproduktion gegenüber dem Vorjahr generell zu, ausser bei den Stieren (-2,5 %), Schweinen (-7,0 %) und Truten (-11,0 %). Deutlich angestiegen ist die Fleischproduktion beim grossen Rindvieh: Ochsen +8,1 %, Rinder +4,5 % und Kühe +7,4 %.