Stimmfreigabe zur Nachhaltigkeitsinitiative

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 22. April 2026

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands beschloss die Stimmfreigabe zur Nachhaltigkeitsinitiative, die am 14. Juni zur Abstimmung kommt. Ebenso Stimmfreigabe gab es zur Änderung des Zivildienstgesetzes. Weiter verabschiedeten die Mitglieder die Stellungnahme zum agrarpolitischen Verordnungspaket 26.

Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die Nachhaltigkeitsinitiative («Keine 10-Millionen-Schweiz») ab. Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands (SBV) diskutierte diese heute. Dabei wägten die Mitglieder die verschiedenen Argumente gegeneinander ab. Unbestritten ist, dass die jährlich wachsende Bevölkerung Platz zum Wohnen, zum Arbeiten und für Infrastrukturprojekte braucht und damit Druck auf die bereits stark geschrumpften Landwirtschaftsflächen ausübt. Weiter steigt mit der Zunahme der Bevölkerung auch die Abhängigkeit vom Ausland in Bezug auf die Ernährungssicherheit. In der Folge sinkt der Selbstversorgungsgrad stetig. Auf der anderen Seite ist die Schweizer Landwirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Heute arbeiten über 50’000 familienfremde Arbeitskräfte auf den Schweizer Bauernhöfen. Davon stammen schätzungsweise 35'000 Personen oder 70 Prozent aus dem EU-Raum. Eine Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens würde deren Verfügbarkeit in Frage stellen. Aufgrund der unterschiedlichen Betrachtungen unterstützte heute eine Mehrheit der Mitglieder der Landwirtschaftskammer eine Stimmfreigabe. Weil die zweite Vorlage vom 14. Juni – der Änderung des Zivildienstgesetzes – aus Sicht der Landwirtschaft unterschiedliche Aspekte hat, gab es auch hier eine Stimmfreigabe. 

Landwirtschaftliches Verordnungspaket 2026

Die Landwirtschaftskammer verabschiedete weiter die Stellungnahme des SBV zum diesjährigen Verordnungspaket. Eine Kernforderung ist dabei die Anpassung der Methode zur Berechnung des vergleichbaren Einkommens. Der SBV fordert, dass in der Verordnung über die Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft der Median des landwirtschaftlichen Arbeitsverdienstes mit dem Median der Einkommen in den übrigen Sektoren verwendet wird. Die Verwendung des dritten Quartils – wie es der Vorschlag vorsieht – ist keine haltbare Vergleichsbasis. Vielmehr führt es zu einer Verzerrung der Einkommen in der Landwirtschaft und einer systematischen Überschätzung der wirtschaftlichen Situation der Bauernbetriebe. Diese Betrachtung unterstellt zudem, dass nur die Besten 25 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe nachhaltig wirtschaften und ökonomisch leistungsfähig sind. Weiter verlangt die Landwirtschaftskammer, dass der Stundenlohn der Familienarbeitskräfte ebenfalls als Kennzahl hinzugezogen wird. Dieser berücksichtigt neben dem Einkommen auch den dafür aufgewendeten Arbeitseinsatz. 

Rückfragen

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Loïc Bardet

Leiter Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Präsident bisher, AgriAliForm

Mobile: 079 718 01 88
E-Mail: loic.bardet@sbv-usp.ch 

Weitere Beiträge zum Thema

SBV-News SBV-News Nr. 13 (25.03. – 29.03.2019)

03.04.19 | Verschiedene Umweltverbände haben zwei neue Volksinitiativen lanciert, um die Landschaft und die Biodiversität zu schützen. Die Kernanliegen, eine abwechslungsreiche Landschaft und Platz für die Natur, setzen die Schweizer Bauernbetriebe bereits um. Neben einer vielseitigen Fruchtfolge gibt es im Talgebiet unterdessen 75'000 Hektaren sogenannte Biodiversitätsförderflächen. Über die gesamte Schweiz sind es gar 165'000 ha, wobei 75 Prozent davon auch miteinander vernetzt sind.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Pflanzenschutz: Verbesserungen sind eingeleitet

02.04.19 | Der Schweizer Bauernverband anerkennt das Problem der Pflanzenschutzrückstände in kleineren Oberflä-chengewässern im intensiv genutzten Mittelland. Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutz lässt sich dieses wirk-sam angehen. Eine konsequente Umsetzung auf allen Ebenen ist gefragt!

Mehr lesen
Marktkommentar Die Heuhändler lassen die Heupreise hoch

29.03.19 | Matzingen Kürzlich fand die Versammlung des Schweizerischen Raufutterverbandes (SRV), also der Heuhändler, im Thurgau statt. Dabei tauschten sich die Schweizer Heuhändler auch mit ihren deutschen Kollegen und Lieferanten aus. Die lange Sommerhitze 2018 und die vertrockneten Wiesen brachte letztes Jahr einige Viehzüchter in Panik. Der Präsident des SRV, Ruedi Zgraggen, blickte auf ein «turbulentes Heuhandelsjahr» zurück, das medial mit Schlagzeilen wie «Kühe müssen notgeschlachtet werden» und Falschmeldungen wie «Frankreich ruft Exportstopp für Heu aus» aufgeheizt wurde.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 12 (18.03. – 22.03.2019)

25.03.19 | Relaunch sbv-usp.ch Nach einer intensiven Zeit ist die neue SBV-Webseite www.sbv-usp.ch aufgeschaltet! Über 2’000 Seiten Inhalt und über 7’000 Inhaltselemente wurden übertragen. Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen: In den kommenden Wochen werden weitere Inhalte erfasst sowie gestalterische und inhaltliche Optimierungen vorgenommen. Die Webseiten der Dienstleistungsbereiche folgen in den nächsten Wochen.

Mehr lesen
Marktkommentar Einkommen sichern!

22.03.19 | Das aktuelle Preisniveau von Fr. 4.40/kg SG ist erfreulich und gerechtfertigt. Dieser Wert für Schlachtschweine wurde zuletzt vor fünf Jahren erreicht. Gemäss Betriebskalkulation sind diese Erlöse aber notwendig, damit für einen durchschnittlichen Zucht-Mast Betrieb (50 ZSP, 350 MSP, 26 Ferkel pro Sau und Jahr) eine kostendeckende Produktion mit dem angestrebtem Arbeitsverdienst von Fr. 34.00 je Stunde (entspricht Kalkulationsrechnung Geflügel) erzielt werden kann. Eine marktgerechte Produktion ist Voraussetzung und hilft das Einkommen der Schweinehalter nachhaltig zu sichern.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 11 (11.03. – 17.03.2019)

19.03.19 | Der SBV führte einen Anlass für die Mitglieder des landwirtschaftlichen Klubs des nationalen Parlaments durch. Thema war die Revision Raumplanungsgesetz für das Bauen ausserhalb der Bauzone, das derzeit im Parlament zur Debatte steht. Die teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter von KMU, Tierschutz, Landschaftsschutz sowie der Landwirtschaft selbst kritisierten das Gesetz scharf: Die Vorlage bringe mehr Nachteile als Vorteile, löse aber die grundlegenden Probleme nicht. Entsprechend forderten die Teilnehmenden ein «Nicht eintreten» auf die Vorlage.

Mehr lesen
Marktkommentar Weniger Kühe jedoch mehr Kälber

14.03.19 | Die Zahl der Kühe sinkt. Laut den Zahlen der Tierverkehrsdatenbank TVD zählt man Ende Februar mit 555 587 Kühen rund 7400 weniger Kühe als ein Jahr zuvor. Dass zugleich die Zahl der Milchkühe (-9800) sank und die Zahl der Mutterkühe (+2400) stieg, ist an und für sich keine neue Nachricht mehr.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Bauernverband pusht Direktverkauf – mitmachen lohnt sich!

13.03.19 | Jeder fünfte Bauernbetrieb verkauft Produkte direkt. Für die Konsumenten ist es aber oft schwierig zu wissen, wo in seiner Umgebung er was bekommt. Deshalb hat der Schweizer Bauernverband vor einiger Zeit die nationale Plattform vomhof.ch ins Leben gerufen.

Mehr lesen