Ungenügender Beschluss der aussenpolitischen Kommission bezüglich Mercosur-Begleitmassnahmen

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 05. Mai 2026

Die aussenpolitische Kommission des Nationalrates hat die Beratung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten aufgenommen. Sie anerkennt zwar die Risiken für die Agrarmärkte, bleibt in der Ausgestaltung der Begleitmassnahmen aber zu unverbindlich und zu vage. Ohne verbindliche und zeitgleich wirksame Begleitmassnahmen für die Schweizer Landwirtschaft, ist aus Sicht des Schweizer Bauernverbandes das Abkommen nicht ausgewogen und kann in dieser Form nicht unterstützt werden. 

Das geplante Mercosur-Abkommen beinhaltet substantielle Konzessionen im Landwirtschaftsbereich. Bei 25 Agrarprodukten werden den Mercosur-Staaten Zollkontingente eingeräumt. Anders als bei den bisherigen Abkommen, werden die Konzessionen ausserhalb der bestehenden WTO-Zollkontingente gewährt, und können damit zusätzliche Importe zu einem sehr tiefen Zollansatz auslösen. Dies würde die Produzentenpreise in den betroffenen Sektoren zusätzlich unter Druck setzen. Der SBV rechnet mit einem jährlichen Verlust im landwirtschaftlichen Produktionswert von 70-115 Mio. Franken. Wie die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes bereits im Februar festgehalten hat, wird die Landwirtschaft das Abkommen ohne wirksame und verbindliche Begleitmassnahmen nicht unterstützen können. Der SBV fordert, dass diese als Bestandteil des Gesamtpaketes zeitgleich mit der Genehmigung des Abkommens beschlossen werden. 

Die APK-N anerkennt die bestehenden Herausforderungen für den Agrarsektor und eine Notwendigkeit für Begleitmassnahmen. Die Mehrheit der Kommission möchte diese über eine Kommissionsmotion, und damit losgelöst von der Genehmigung des Abkommens behandeln. Für den SBV ist dieser Ansatz ungenügend. Die Genehmigung des Abkommens und der Beschluss zu den Begleitmassnahmen müssen zwingend miteinander verknüpft, und zeitglich beschlossen werden. Nur so herrscht in der weiteren Beratung und bei einer allfälligen Abstimmung Klarheit über das Gesamtpaket. Der SBV unterstützt daher die Position der Minderheit, welche genau diese Verknüpfung von Abkommen und Begleitmassnahmen vorsieht. Ohne einen zeitgleichen und verbindlichen Beschluss zu den Begleitmassnahmen wird der SBV dem Abkommen nicht zustimmen können.

Rückfragen

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Nadine Trottmann

Nadine Trottmann

Leiterin Geschäftsbereich Internationales

Laurstrasse 10, 5201 Brugg
nadine.trottmann@sbv-usp.ch
Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Geschäftsbereich Agrarwirtschaft

Weitere Beiträge zum Thema

Standpunkte Der Bauernhof der Zukunft

20.09.18 | Die Technik wird uns viel, eintönige Arbeit abnehmen und unser Leben erleichtern. Aber sie wird auch Schatten werfen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 37 (10.09. – 14.9.2018)

19.09.18 | Eine „Agrarpolitik mit Zukunft“ nennt Avenir Suisse ihr kürzlich veröffentlichtes Pamphlet zur Abschaffung der Schweizer Landwirtschaft. Das Papier strotzt nur so von absurden Behauptungen und unsinnigen Vorschlägen. Einerseits hebt Avenir Suisse die Etivaz-Käseproduktion als gut funktionierendes Beispiel hervor – einige Seiten später wollen sie die Verkäsungszulagen, Sömmerungsbeiträge, Strukturhilfen und Absatzförderungsmittel streichen. Diese radikalen Eingriffe wären wohl das Ende dieses beliebten Alpkäses – ganz zu schweigen vom Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Region und der Verbuschung der Alpen. Wie lange will die Schweizer Wirtschaft noch eine Denkfabrik bezahlen, deren Ergebnisse nichts zur Lösungsfindung beitragen?

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Der Freiburger Yannick Etter ist der beste Schweizer Gemüsegärtner

15.09.18 | An den SwissSkills Bern 2018 setzte sich Yannick Etter aus Ried b. Kerzers FR am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meister im Beruf Gemüsegärtner. Platz zwei belegt Filip Luginbühl aus Kirchdorf BE, auf den dritten Podestplatz schaffte es Kevin Schwab aus Ins BE. Im Berufsfeld Gemüsebau gab es zudem Wettbewerbe in der Landwirtschaft und im Weinbau sowie den Pferdeberufen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Der Bündner Johannes Meyer ist der beste Schweizer Landwirt

15.09.18 | An den SwissSkills Bern 2018 setzte sich Johannes Meyer aus Trimmis GR am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meister im Beruf Landwirt. Platz zwei belegt Adrian Zingg aus Diessbach BE, auf den dritten Podestplatz schaffte es Marc Blunier aus Mühlenberg BE. Im Berufsfeld Landwirtschaft gab es zudem Wettbewerbe im Gemüse- und Weinbau sowie den Pferdeberufen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Erstmals beste Pferdefachperson an den SwissSkills 2018 gekürt

15.09.18 | An den Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern setzte sich Sarina Thommen aus Bennwil BL am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meisterin Pferdefachfrau. Platz zwei belegt Stefanie Lang aus Gelfingen LU, auf den dritten Podestplatz schaffte es Orane Berger aus Saint-Blaise VD. Als Lucky Loser belegte Naëli Bapst den guten 4. Rang.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Der Aargauer Michel Baumgartner ist der beste Winzer, der Walliser Maxime Bagnoud der beste Weintechnologe

15.09.18 | An den SwissSkills Bern 2018 setzte sich Michel Baumgartner aus Tegerfelden AG am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meister im Beruf Winzer. Bei den Weintechnologen gewann Maxime Bagnoud aus Chamoson VS den Titel. Im Berufsfeld Landwirtschaft gab es zudem Wettbewerbe bei den Landwirten, im Gemüse- und Weinbau sowie den Pferdeberufen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Schweizer Nutztierhaltung ist vorbildlich und gut kontrolliert

14.09.18 | Die Schweizer Landwirtschaft ist eine Tierschutzpionierin. Doch wie sieht die Situation heute aus, ist unsere Spitzenposition im internationalen Vergleich in Gefahr? Der Verein Qualitätsstrategie hat bei Agridea eine Studie in Auftrag gegeben und diese heute vorgestellt. Das Fazit: Die Schweizer Tierproduktion ist nach wie vor vorbildlich. Das gilt für die Haltungsbedingungen ebenso wie für den Einsatz von Antibiotika und ganz speziell gilt es für die Kontrollen der gesetzlichen Vorgaben. Das umliegende Ausland holt auf.

Mehr lesen
Marktkommentar Stundenlohn verbessern

14.09.18 | Überangebote drückten auf die Preise. Der daraus resultierende finanzielle Verlust für die Schweinehalter im Sommer 2018 ist massiv. Innerhalb von nur sechs Wochen ist der Schlachtschweinepreis um 90 Rappen auf Fr. 3.30/kg SG getaucht, das sind Fr. 80.- je Schlachtschwein und das bei gleichen Kosten.

Mehr lesen