Weideland ernährt uns

Medienmitteilung der Projektgruppe zum UNO-Jahr der Weiden und Hirten vom 13. Januar 2026

2026 ist das internationale Jahr der Weiden und Hirten. Der Schweizer Bauernverband, der Schweiz. Alpwirtschaftliche Verband, die Schweiz. Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete und die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas setzen dieses gemeinsam um. Im Zentrum stehen die Menschen, die das Weideland mit Tieren nutzen. Diese sind wichtig für die Ernährungssicherung, die Biodiversität, den Klimaschutz. Sie stellen zudem die wirtschaftliche Basis der Bergland- und Alpwirtschaft und weltweit der meist ärmeren ländlichen Regionen dar. 

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO widmet das Jahr 2026 den «Weiden und Hirten». Sie will damit die weltweit wichtige Rolle der Weidewirtschaft für Ernährungssicherheit, Biodiversität und ländliche Entwicklung unterstreichen. Rund 200 Millionen Menschen leben von der Weidewirtschaft. Weiden bieten nicht nur Nahrung für Nutztiere, sondern sind auch Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Die Hirten ihrerseits tragen wesentlich zur Erhaltung dieser Ökosysteme und der damit verbundenen kulturellen Traditionen bei. Das internationale Jahr soll das Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen in der Weidewirtschaft stärken und mithelfen, diese Lebensgrundlagen und Traditionen zur erhalten. 

In der Schweiz haben sich der Schweizer Bauernverband, der Schweiz. Alpwirtschaftliche Verband, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB und die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas für gemeinsame Aktivitäten zum UNO-Jahr zusammengeschlossen. Im Zentrum stehen dabei die Menschen, welche mit ihren Tieren die Weidegebiete nutzen. In der Schweiz sind das insbesondere die Bergbäuerinnen und -bauern sowie die Älplerinnen und Älpler. Während des UNO-Jahres berichten in der Deutschschweiz die Bergbäuerin Corinne Kohler-Brunner aus Pfäfers im Kanton St. Gallen, die Schafhirtin Sarah Müri aus dem Wallis, die Älplerin Livia Bühler aus dem Berner Oberland und der Älpler Erich Betschart aus dem Muotathal im Kanton Schwyz mit Videobeiträgen auf den Social-Media-Kanälen von «Schweizer Bäuerinnen und Bauern» regelmässig über ihr Leben und Arbeiten. Helvetas gibt Einblicke in das Leben von Hirten in Kirgistan und Äthiopien. 

Am 25. September findet in Naters im Wallis eine Tagung mit internationaler Beteiligung zum UNO-Jahr statt. Deren Ziel ist es, Zukunftsstrategien für die Alp- und Weidewirtschaft zu diskutieren. Ebenfalls soll eine gemeinsame Deklaration zuhanden des Bundesrats ausgearbeitet werden mit Forderungen zur Erhaltung und Förderung der Weiden und Hirten in der Schweiz und weltweit. Gewusst? Die Schweizer Alpsaison ist als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt.

Wertvolle Schweizer Weidelandschaften

Im Grasland Schweiz lassen sich etwa zwei Drittel der Landwirtschaftsflächen und die Sömmerungsgebiete in den Bergen nur als Weide nutzen. Dort wächst ausschliesslich Gras, weil es zu steil oder zu hoch oben gelegen ist. Entsprechend gibt es eine weit zurückreichende Weidetradition. Gras und Heu sind das Hauptfutter für Wiederkäuer wie Kühe, Schafe oder Ziegen. Diese Tiere können in ihrem spezialisierten Magen die Zellulose im Gras zersetzen und so die darin enthaltende Energie nutzen. Sie machen damit aus Gras Milch und Fleisch. Ohne Tiere liessen sich die umfangreichen Gras- und damit Weideflächen nicht für unsere Ernährung nutzen.

Weiden erhalten und fördern auch die biologische Vielfalt. Denn ohne die Offenhaltung durch Weidetiere und zusätzliche «Handarbeit» würden die Flächen innert weniger Jahre verbuschen und dann verwalden. Dank der Weidenutzung entstehen verschiedene Lebensräume für unterschiedliche Wildpflanzen- oder Tierarten. Dauerhafte Grasflächen speichern grosse Mengen Kohlenstoff. Sie verhindern damit, dass dieser in die Atmosphäre gelangt und dort das Klima «aufheizt». Zudem verfügen sie über eine gut durchwurzelte Bodenstruktur und können grosse Wassermengen aufnehmen. Damit mindern sie Überflutungen und speisen Oberflächengewässer und Grundwasservorräte. Grünland filtert zudem das Wasser und entzieht ihm so Schadstoffe. Der Kot von Weidetieren füttert ausserdem die bodenbildenden Mikroorganismen und sorgt für eine gute Bodenfruchtbarkeit und gesunde Böden.

Die Weidewirtschaft im Berg- und Alpgebiet sorgt nicht zuletzt für abwechslungsreiche Landschaften und fotogene Sujets, die auch für den Tourismus von grossem Wert sind. 

Botschafterinnen und Botschafter zum UNO-Jahr der Hirten und Weiden:

Anne Challandes, Vizepräsidentin Schweizer Bauernverband und Präsidentin Schweiz. Bäuerinnen- und 
Landfrauenverband, challandes@landfrauen.ch

Nationalrätin Christine Badertscher, Vizepräsidentin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB und Präsidentin Voices (ehemals Gesellschaft für bedrohte Völker), christine.badertscher@parl.ch

Nationalrat Ernst Wandfluh, Präsident des Schweiz. Alpwirtschaftlichen Verbands, ernst.wandfluh@parl.ch

 

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