Unsere Tätigkeiten 2025

Hier eine Auswahl zu den Themen, die uns 2025 beschäftigten:

Neujahrsmedienkonferenz

Wir starteten das Jahr mit der traditionellen Neujahrsmedienkonferenz auf dem Bauernbetrieb von Nadia und Richard Maurer, Frienisberg und einem Ausblick auf das anstehende Jahr. Ein Thema waren die gesunkenen Einkommen aufgrund von gestiegenen Vorleistungskosten und neuen, kostentreibenden Auflagen. Deshalb forderte der SBV eine weitere Erhöhung der Produzentenpreise um 5 bis 10 Prozent. Ein zweiter Schwerpunkt waren die zunehmenden Lücken im Pflanzenschutz und die dadurch steigenden Produktionsrisiken. Als drittes schauten wir auf die anstehende Abstimmung über die Biodiversitätsinitiative und die Gründe für unsere Ablehnung. Die Medienkonferenz war mit 16 Medienschaffenden, inklusive der elektronischen Medien der SRG, sehr gut besucht.

Umweltverantwortungsinitiative

Das Stimmvolk sagte im Februar mit fast 70 Prozent sehr klar Nein zur Umweltverantwortungsinitiative. Mit der Fokussierung auf die Bereiche Biodiversitätsverlust, Wasserverbrauch, Bodennutzung sowie Stickstoff- und Phosphoreintrag im Initiativtext, wäre die Landwirtschaft speziell im Visier gewesen. Der SBV hat sich deshalb in den sozialen Medien und mit Mobilisierungsinseraten in der Landwirtschaftspresse für ein Nein engagiert. 

Sorgenkind Pflanzenbau

Zusammen mit Bio Suisse und IP Suisse führte der SBV im Sommer bei Monika und Urs Tellenbach in Pieterlen eine weitere Medienkonferenz zum Thema «Sorgenkind Pflanzenbau» durch. Ziel war es, die verschiedenen Probleme im Pflanzenbau und die daraus resultierende tiefe Wirtschaftlichkeit sowie Lösungsansätze aufzuzeigen. Auch hier war das Medieninteresse hoch und die Berichterstattung erfreulich. Ergänzend dazu veröffentlichten wir ein Fokus digital zur Bedeutung des Pflanzenbaus in der Schweiz, die aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze. 

Bundesfinanzen

In der Debatte für das Budget 2026 konnte der SBV nicht nur die Gelder für die Landwirtschaft sichern, vielmehr gelang es, die Beihilfen für den Pflanzenbau um 1.4 Mio. Franken zu erhöhen. Der Einzelkulturbeitrag für Saatkartoffeln liegt deshalb neu bei 2500 Fr./ha. Weiter gab es weitere 10 Mio. Fr. für die Bekämpfung der Blauzungen-Krankheit. Unschön war das vom Bundesrat verabschiedete Entlastungspaket. Damit will er den Bundeshaushalt ab 2027 jährlich um 2.7 bis 3.6 Mrd. Fr. entlasten. Die Landwirtschaft war darin mit rund 250 Mio. Fr. pro Jahr unverhältnismässig stark betroffen (Beihilfen Viehwirtschaft, Versteigerung Zollkontingente, Verzicht auf Entsorgungsbeiträge, Qualitäts- und Absatzförderung, Kofinanzierung Landschaftsqualitätsbeiträge). Entsprechend wehrte sich der SBV entschieden dagegen. In der Wintersession kam der Ständerat der Landwirtschaft weitgehend entgegen. 

Agrarpolitik 2030 & Verordnungspaket 2025

Das BLW bereitet die Botschaft für die Agrarpolitik ab 2030 vor. Der SBV brachte seine Anliegen bei diversen Sitzungen und Workshops und als Mitglied der Begleitgruppe ein. Das Ziel ist, die Agrarpolitik für die Bauernfamilien zu vereinfachen und ihnen für die Zukunft positive wirtschaftliche wie auch soziale Perspektiven zu bieten. Der SBV reichte eine intern abgestützte Stellungnahme zum landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2025 ein. Er forderte darin unter anderem die Übernahme des neuen Grenzschutzsystems für Zuckerrüben, höhere Einzelkulturbeiträge für Pflanz- und Saatgut, zusätzliche Mittel für die Tierzucht sowie ein Verbot des Mais-auf-Mais-Anbaus – mit Ausnahmemöglichkeiten zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers. 

Ernährungsinitiative

Der SBV startete die Vorbereitungsarbeiten zu Bekämpfung der Initiative für eine sichere Ernährung. Diese verlangt einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent durch die Umstellung auf eine weitgehend pflanzliche Ernährung. Er stellte eine breite Allianz der betroffenen Branchen auf die Beine, führte einen Kampagnenpitch durch, testete die besten Vorschläge und legte schliesslich den Kampagnenauftritt mit drei Sujets fest. Der Auftritt läuft unter dem Titel «Nein zum Vegan-Zwang». Weiter startete die Beratung der Vorlage im Parlament und das politische Engagement. Der Nationalrat lehnte in der Wintersession sowohl die Initiative wie einen möglichen Gegenvorschlag ab. 

Preiskampf im Detailhandel

Der Detailhandel – allen voran ALDI – startete einen verantwortungslosen Preiskampf mit immer neuen Tiefstpreisen. Der SBV führte mit allen Detailhändlern Gespräche und forderte, die unnötige und gefährliche Spirale zu stoppen. Alle Detailhändler versicherten, die Preissenkungen selbst zu finanzieren und keinen Druck auf Lieferanten und Produzenten auszuüben. Der SBV wird mit Argusaugen darauf achten, dass sie dieses Versprechen einhalten. Statt Preissenkungen im Laden braucht es eine bessere Entschädigung der Produzenten und ihrer erbrachten, stetig höheren Leistungen.

Landwirtschaftsjahr

Die Produktionsbedingungen waren günstig und die Ernten waren trotz Druck beim Pflanzenschutz ausserordentlich gut. Die Produzentenpreise lagen im Mehrjahresvergleich ebenfalls auf einem höheren Niveau. Der Produktionswert der Landwirtschaft war deshalb ausserordentlich hoch, was nach drei schlechten Jahren dringend nötig war. Und auch in diesem guten Jahr gab es Sorgenkinder: Schwein, Milch und Wein litten unter Absatzproblemen und fallenden Preisen. 2026 besteht die grosse Herausforderung darin, diese Märkte zu stabilisieren. 

Neue Züchtungsverfahren

Der SBV brachte sich zur künftigen Regelung der neuen Züchtungsverfahren mit einer breit getragenen Stellungahmen ein. Er sprach sich für eine ergebnisoffene Entwicklung unter Einbezug der Kompatibilität mit der EU aus. Die neuen Züchtungsverfahren können einen Beitrag leisten, um die Herausforderungen im Pflanzenbau zu meistern. Wichtig ist, dass sie einen agronomischen, ökonomischen oder ökologischen Mehrwert bringen und die Transparenz beim Einkauf gewährleistet ist. Der SBV unterstützte die geplante Verlängerung des Gentech-Moratoriums um 2 Jahre.

PFAS

PFAS sind chemische Stoffe, die in vielen Alltagsprodukten vorkommen, in die Umwelt gelangen und dort sehr lange bleiben. Messungen in Lebensmittel zeigten, dass PFAS zwar verbreitet vorkommen, aber die Werte grossmehrheitlich unter den gesetzlichen Höchstwerten liegen. Dennoch trägt die Landwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Risiken, da eine klare Regelung zu Haftung und Entschädigung fehlt. Ein vom SBV in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten bestätigte diese Lücke. Der SBV begleitete das Thema und setzte sich für die Anliegen der Landwirtschaft auch in der politischen Debatte ein. 

Tierseuchenlage

2025 war die Tierseuchenlage sehr angespannt. Von allen Seiten kamen neue und bekannte hochansteckende Krankheiten Richtung Schweiz und zwangen zu entsprechenden Massnahmen. Die Lumpy-Skin-Disease näherte sich mit Ausbrüchen im grenznahen Frankreich gefährlich an, so dass der Bund vorsorgliche Überwachungs- und Impfmassnahmen ergreifen musste. Die Blauzungenkrankheit blieb präsent, weshalb der Bund zur Schadensbegrenzung Impfungen für Rindern und Schafe empfahl. Die Afrikanische Schweinepest blieb im nahen Ausland, Überwachung und Biosicherheitsmassnahmen waren aber nötig. Die Vogelgrippe wurde bei Wildvögeln nachgewiesen, was gezielte Massnahmen zum Schutz von Nutz- und Hausgeflügel nötig machte. Das BVD-Ausrottungsprogramm nähert sich seinem Abschluss. Mit der Einführung der BVD-Ampel wurde ein weiterer Schritt in Richtung BVD-frei gemacht.

SwissSkills

Vom 17. bis 21. September fanden in Bern die gesamtschweizerischen Berufsmeisterschaften SwissSkills statt. Die Berufe Landwirt/in, Gemüsegärtner/in und Weinfachleute führten Wettbewerbe durch und kürten die besten jungen Berufsleute. Melanie Ackermann aus Wolfwil SO gewann Gold als beste Landwirtin, vor Florian Wäfler BE und Anna Schenk BE. Bei den Gemüsegärtner/innen belegte Janik Guggisberg BE den ersten Platz, vor Solène Luder VD und Johannes Majorek ZH. Giulio Ciapponi GR siegte bei den Weinfachlauten vor Yara Christen ZH und Tom Auberson NE. Der Anlass war mit über 120'000 Besucherinnen und Besucher beste Werbung für die vielfältigen Berufe der Landwirtschaft.

Freihandelsabkommen

Der Bundesrat schloss je ein Freihandelsabkommen mit Malaysia und Mercosur ab. Die Verhandlungen mit China, Grossbritannien und den USA sind im Gange. Der SBV begleitete die Verhandlungsprozesse und setzte sich dezidiert beim Bund dafür ein, dass keine Konzessionen bei den sensiblen Landwirtschaftsprodukten gemacht, und die Exportmöglichkeiten für Käsespezialitäten verbessert werden. Im Falle des Mercosur-Abkommens wurde im Berichtsjahr bekannt, dass die roten Linien klar nicht eingehalt sind. Der SBV fordert daher nationale Begleitmassnahmen für die betroffenen Branchen. 

Vertragspaket Schweiz-EU

Im Juni eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung zum Paket Schweiz-EU. Für die Landwirtschaft besonders relevant sind das Landwirtschaftsabkommen und das neue Abkommen zur Lebensmittelsicherheit. Bei Letzterem sieht der Bundesrat neu das Integrationsverfahren vor. Der SBV begrüsst in seiner von der Landwirtschaftskammer verabschiedeten Stellungnahme den bilateralen Weg im Grundsatz. Er sieht in der dynamischen Rechtsübernahme aber zahlreiche Risiken. Er verlangte Nachbesserungen, damit das Vertragspaket für die Landwirtschaft verträglich ist. 

Studie Grenzschutz

Der landwirtschaftliche Grenzschutz steht immer wieder in der Kritik. SBV, SOV, SMP und SGPV gaben deshalb bei Professor Mathias Binswanger eine Studie in Auftrag. Diese zeigte, dass der Grenzschutz äusserst wirksam die landwirtschaftlichen Einkommen und die Versorgungssicherheit des Landes stärkt. Im zweiten Teil zeigte sie die Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen der WTO-Verpflichtungen. Die Erkenntnisse fliessen in die anstehenden politischen Diskussionen u.a. die Ausgestaltung der AP 2030. 

Viel Neues in der Basiskommunikation

Bei der Basiskommunikation gab es zahlreiche Erneuerungen. So wurde eine neue Kampagne mit dem Claim «Von hier. Für dich» gestartet, welche die Verbindung zwischen Stadt und Land stärken und die Leistungen der Schweizer Landwirtschaft der urbanen Bevölkerung aufzeigen will. Dazu wurde auch die Webseite überarbeitet und noch stärker auf die Bedürfnisse der Nutzenden ausgerichtet. Zur einfacheren Umsetzung des 1. August-Brunchs wurde eine neue Ticketplattform kreiert. Das vereinfacht die Buchung sowohl für die Interessierten als auch für die Betriebe selbst. Ergänzt wurde das Ganze durch eine komplette Erneuerung des Messauftritts und neuen Formaten z.B. mit Bauer Patrik im Bereich Social Media. 

Aktionsplan «Kontrollen in der Landwirtschaft»

Der SBV unterzeichnete mit weiteren Akteuren der Land- und Ernährungswirtschaft den Aktionsplan «Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben». Dieser ist ein Resultat des runden Tisches zur administrativen Entlastung der Bauernfamilien. Das Ziel ist ein schlankeres und effizienteres Kontrollwesen. Der SBV unterstützt diesen ersten Schritt, erwartet aber weitere Massnahmen sowohl für staatliche als auch für private Kontrollen in Bezug auf die Regulierungsdichte und damit Kontrollpunkte, Kontrollintervalle, Koordinierung der Kontrollen oder die Sanktionierung bei kleinen Verstössen.

Sensibilisierung Bodenfruchtbarkeit

Der SBV startete die Kampagne «Boden schonen, Ernte sichern» in Zusammenarbeit mit Pflanzenbauorganisationen, Lohnunternehmer Schweiz, Landtechnik Schweiz und der BFH-HAFL. Dazu gab es mit www.bodenschonen.ch eine eigene Internetseite mit Tipps zur bodenschonenden Bewirtschaftung. Diese wurde laufend mit kurzen Videos mit Praxistipps von Landwirtinnen und Landwirte ergänzt, die über die sozialen Medien gestreut wurden. Darüber hinaus gab es in Zusammenarbeit mit der UFA-Revue eine Sonderausgabe zum Thema Bodenschutz.

Kälberimpfung

Auf Antrag der Task Force Kälbergesundheit erarbeiteten die Schweizer Rindviehproduzenten zusammen mit Agriquali ein Konzept zur Kälberimpfung. Die Fachkommission Viehwirtschaft entschied, die Richtlinien von QM-Schweizer Fleisch auf den 1. Juli 2025 anzupassen. Seither müssen alle Kälber gegen fieberhafte Atemwegserkrankungen geimpft sein, wenn sie den Geburtsbetrieb vor 57 Tagen verlassen und anschliessend ein zweites Mal auf dem Folgebetrieb. Ziel der Kälberimpfung sind gesunde Tiere, weniger Bedarf nach Antibiotika und in der Folge eine bessere Wirtschaftlichkeit. Nicht zuletzt ist es das Ziel, die Nachfrage und Reputation von Schweizer Kalb- und Rindfleisch zu verbessern.

Bessere soziale Absicherung

Ab 2027 ist der Versicherungsschutz für mitarbeitende verheiratete sowie eingetragene Partnerinnen und Partner eine Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Der SBV hat dazu eine Themenseite mit den wichtigsten Informationen aufgeschaltet und die online Online-Checkliste verlinkt, die auf www.meine-situation.ch zu finden ist.

Bildungsrevisionen

Im 2025 liefen drei Bildungsrevisionen parallel: in der Grundbildung wurden die Arbeiten fürs EFZ praktisch abgeschlossen und ab November wurden die Berufsbildner im Rahmen zahlreicher kantonaler Berufsbildnertagungen über die Änderungen informiert. Die Arbeiten an Bildungsverordnung und Bildungsplänen der Agrarpraktiker EBA liefen auf Hochtouren, am 6. Januar 2026 konnte die externe Vernehmlassung eröffnet werden. In der Totalrevision der Höheren Berufsbildung wurden die Qualifikationsprofile für die verschiedenen Berufe erarbeitet. Die Entwürfe werden im ersten Quartal 2026 validiert. Ab Frühjahr 2026 geht es an die Modulbeschriebe und die Prüfungsordnungen. 

Wolfsregulierung

Im Februar 2025 ist die geänderte definitive Jagdverordnung in Kraft getreten. Erste Erfahrungen während den provisorischen Regulierungsperioden sind positiv. Mit parlamentarischen Vorstössen sollen noch bestehende Lücken geschlossen werden. Der Herdenschutz muss weiterhin mit erheblichen Bundesmitteln gestützt werden. In der Westschweiz fallen noch immer viel zu viele Rinder den Wölfen zum Opfer.   

Klimawandel und Klimaleistungen

In seinem Fokus digital zum Klimawandel befasste sich der SBV mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und mögliche Anpassungsmassnahmen für die Betriebe. Weil die Landwirtschaft auch Emissionen freisetzt, braucht es das Engagement der Branche sowie Massnahmen zur Reduktion und Vermeidung auf den Betrieben. Der SBV setzt sich aktiv dafür ein, dass Klimaschutzmassnahmen flächendeckend umgesetzt, anerkannt und fair vergütet werden. Seit dem Sommer 2025 engagiert sich der SBV im neu gegründeten Klimabündnis und bringt dort die Sicht der Landwirtschaft ein. Vertreterinnen und Vertreter aller Stufen der Lebensmittelherstellung – von Landwirtschaft über Verarbeitung bis Detailhandel – arbeiten daran, die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu senken.

Biodiversitätsprojekt für Vögel

Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts, das 2025 startete, arbeitet der Schweizer Bauernverband mit der Schweizerischen Vogelwarte und dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst zusammen, um Vögel im Kulturland gezielt zu fördern. Landwirtinnen und Landwirte werden für biodiversitätsfördernde Massnahmen sensibilisiert, die sowohl den Vögeln selbst als auch ihren Lebensräumen zugute kommen. Gleichzeitig ist der Vogel ein Sympathieträger für die Gesellschaft: Mit Hilfestellungen für den Unterricht an Schulen und einem neuen Dossier für Schule auf dem Bauernhof wird Kindern die Biodiversität anhand der Vogelwelt im Kulturland nähergebracht.

Weiteres

Tagung Vollkostenrechnung 

Das Kennen der Vollkosten nach Betriebszweig ist eine wesentliche Grundlage für Preisverhandlungen. Der SBV organisierte deshalb zusammen mit SBV und Agroscope eine Tagung zur Vollkostenrechnung in der Landwirtschaft. Diese stellte bestehende Instrumente, Datenbasen und Anwendungen vor. Für zukünftige Entwicklungen sind Synergien sinnvoll, z.B. bei der Datenbasis, der Aufteilung der Gemeinkosten, der Arbeitszeiterfassung oder der Klassifizierung der Betriebstypen. Eine Koordination zwischen den Anbietern von Vollkostenrechnungen wurde initiiert.

 

Junglandwirtinnen und Junglandwirte 

Die Schweizer Junglandwirtinnen und Junglandwirte brachten ihre Anliegen und Erwartungen zur AP030+ in diversen Sitzungen und Workshops ein. Weitere Themenschwerpunkte waren die neuen Pflanzenzüchtungsverfahren, die Revision des bäuerlichen Bodenrechts und das Entlastungspaket 27. Im November tauschten sie sich mit Nachbarn aus Deutschland, Österreich und dem Südtirol am traditionellen Vierländertreffen in der Ostschweiz zur Strukturentwicklung und Betriebsnachfolge aus. 

 

Digitalisierung

Das Postulat Bourgeois «Digitalisierung im Agrarsektor. Rolle des Bundes» verlangt vom Bundesrat einen Bericht zur digitalen Transformation der Landwirtschaft und zur Rolle des Bundes dabei. Daraus entstand das Projekt Agridata, das der SBV eng begleitet. Er setzt sich für die konsequente Umsetzung des Once-only-Prinzips ein und die Wahrung der Datenhoheit ein. Die Weitergabe von Daten bedingt die Einwilligung der Landwirtinnen und Landwirte. 

 

Raumplanung & Kulturlandschutz

Mit dem Abschluss der Revision des Raumplanungsgesetzes liegen nun die Details der entsprechenden Verordnung vor. Der SBV analysierte die neuen Bestimmungen und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Auf dieser Grundlage wurden Informationsblätter mit den zentralen zu beachtenden Punkten erarbeiten und den kantonalen Bauernverbänden zugestellt.  Angesichts des anhaltenden Verlusts von Kulturland analysierte der SBV die Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächen in einem Bericht und zeigte zentrale Handlungsfelder auf, um den Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzflächen langfristig sicherzustellen.

 

Strukturverbesserungen

Bei den Strukturverbesserungen setzt sich der SBV für die Sicherstellung der Investitionsfähigkeit der Landwirtschaft ein. Ein vom SBV erarbeiteter Bericht identifizierte die prioritären Investitionen sowie mögliche Verbesserungen, um notwendige Strukturprojekte weiterhin zu ermöglichen.

 

Erneutes Wachstum bei der Agrisano

Die Agrisano setzte in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung das Wachstum fort: Nach dem historischen Plus im Vorjahr gewann die Agrisano weitere 6 Prozent oder rund 11 000 neue Versicherte hinzu. Damit sind heute nahezu 200 000 Personen in der Grundversicherung versichert. Auch ausserhalb der Grundversicherung entwickelt sie sich positiv: Die Zusatzversicherung AGRI-spezial zählt rund 79 000 Versicherte, die Taggeldversicherung wuchs um 7 Prozent und die Rechtsschutzversicherung AGRI-protect schützt über 25 000 Personen. In der Vorsorge verzeichneten die Angebote von Agrisano Prevos und der Agrisano Stiftung ebenfalls Zuwachs: Rund 35 400 Personen haben vorgesorgt, was einem Wachstum von 2.2 Prozent entspricht.

 

Kundenzufriedenheit

Im Herbst führte die Agrisano eine Zufriedenheitsumfrage bei über 130 000 Kundinnen und Kunden durch. Die Ergebnisse bestätigen insgesamt ein weiterhin hohes Zufriedenheitsniveau. Landwirtinnen und Landwirte bewerteten die Agrisano dabei etwas besser als Personen ausserhalb des Zielpublikums. Besonders erfreulich ist zudem, dass 96 % der Befragten angaben, die Agrisano weiterzuempfehlen, und 92 % die Gesamtbeurteilung mit «sehr gut» oder «gut» bewerteten.

 

Führungswechsel bei Agriexpert

Per Ende Jahr gab Martin Goldenberger die Gesamtverantwortung von Agriexpert ab. Seit seinem Eintritt am 17. Februar 1992 hat er die Entwicklung von Agriexpert über Jahrzehnte entscheidend geprägt – zunächst als Immobilienschätzer, später als Bereichsleiter und schliesslich als Leiter. Die Leitung von Agriexpert wird per Januar 2026 neu organisiert. Michael Riboni übernimmt die gesamtheitliche Verantwortung für Agriexpert sowie den Bereich Bewertung & Recht. Marco Senn übernimmt zusätzlich zu seiner Funktion als Bereichsleiter Treuhand die Stellvertretung von Michael Riboni als Leiter Agriexpert. 

Die detaillierte Übersicht über die Ziele und Massnahmen gemäss Tätigkeitsprogramm finden Sie hier: