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Unsere Tätigkeiten 2019

Hier eine Auswahl der Themen, die uns 2019 beschäftigten:

Bekämpfung der Initiativen

Der SBV setzte bereits Ende 2018 eine nationale Begleitgruppe ein und gründete eine Allianz, um die beiden Initiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide zu bekämpfen. Die Zeit bis zum eigentlichen Abstimmungskampf wollte die Allianz dazu nutzen, um die Bevölkerung über die von den Initiativen angesprochenen Themen wie Pflanzenschutz, Fütterung, Antibiotika oder Biodiversität zu informieren. Das gemeinsame Dach für alle Aufklärungsaktivitäten war der Slogan «Wir schützen, was wir lieben», die Webseite www.verantwortungsvolle-landwirtschaft.ch und die gleichnamige Facebookseite.

Massnahmen Vorkampagne

Im Rahmen der Vorkampagne entwickelte der SBV einen Messestand zum Pflanzenschutz und ein Outdoormodul. Der grosse Stand kam 2019 an 15 Anlässen zum Einsatz. Weiter produzierten wir Allwettertafeln sowie Flyer zu Pflanzenschutz, Fütterung und Tierhaltung und stellten diese unseren Mitgliedorganisationen kostenlos zur Verfügung. 12'000 Tafeln und über 100'000 Flyer wurden allein in der Deutschschweiz verteilt. Ein Schwerpunkt der Informationsvermittlung erfolgte online über die neue Webseite verantwortungsvolle-landwirtschaft.ch und die gleichnamige Facebookseite. Die rund 150 im urbanen Umfeld beworbenen Beiträge erreichten 1.57 Mio. Personen und lösten 166'000 Interaktionen sowie 241'000 Videoansichten aus. Unsere Erklärvideos im Comicstil zu den Themen Pflanzenschutz, Fütterung und Biodiversität sowie weitere Kurzfilme mit Landwirten zum konkreten Pflanzenschutz kamen sehr gut an. Ergänzend dazu gab der SBV rund 10 Medienmitteilungen rund um die Themen der Initiativen heraus und engagierte sich auf Twitter.

HAFL-Studie: Folgen der Trinkwasserinitiative

Der SBV beauftragte die Fachhochschule HAFL damit, eine Studie zu den Folgen der Trinkwasserinitiative anhand von 11 realen Betrieben in der ganzen Schweiz zu erarbeiten. An einer Medienkonferenz auf dem darin mitwirkenden Hof von Urs Bürgi in Limpach stellte er die Resultate vor: Eine Annahme der Trinkwasserinitiative würde vor allem Betriebe mit Spezialkulturen wie Obst, Gemüse oder Weinbau, gewissen Ackerkulturen sowie Geflügel- und Schweineproduktion zwingen, auf Direktzahlungen zu verzichten und aus dem ökologischen Leistungsnachweis auszusteigen oder die entsprechende Produktion aufzugeben.

Neujahrsmedienkonferenz & Fokusmagazin

Wir starteten das Jahr früh mit der traditionellen Neujahrsmedienkonferenz (Bild) auf einem Bauernhof in Luzerner Landgemeinde Hergiswil bei Willisau und der Präsentation des Fokusmagazins, das sich dem Thema «Wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft» widmete. Gastgeber waren Renate und Bruno Ambühl sowie der Gemeindepräsident Urs Kiener, ebenfalls ein Landwirt. Trotz der recht abgelegenen Lage war die Medienkonferenz gut besucht und dank einer SDA-Meldung auch in den übrigen Medien breit aufgenommen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft liess sich am Beispiel der Gemeinde am Napf besonders gut zeigen.

Märkte & Wertschöpfung

Von den Gesamteinnahmen der Landwirtschaft stammen fast 4 von 5 Franken vom Verkauf der Produkte. Die Situation auf den Märkten ist und bleibt das A und O für die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft. Der SBV hat sich 2019 für optimale Rahmenbedingungen engagiert. Er hat sich gemeinsam mit den Fachorganisationen für angemessene Richtpreise, Handelsusanzen und marktkonforme Importe engagiert. Der Wert der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft lag im Jahr 2019 bei rund 11.0 Milliarden Franken und lag damit rund 300 Mio. Fr. über dem Vorjahr.

Agrarpolitik 22+

Weiterentwicklung der Agrarpolitik ein. Der SBV unterstützt darin Massnahmen, welche die Schweizer Produktion noch nachhaltiger machen, setzt aber sonst auf Stabilität der Rahmenbedingungen. Im Sommer präsentierte der Bundesrat die Ergebnisse der Vernehmlassung sowie die wichtigsten Entscheide aus dem Prozess. Der SBV erwartet die Botschaft Ende Februar 2020. Der SBV wirkte im ganzen Prozess in mehreren Arbeitsgruppen des BLW mit und vertrat dabei die Interessen der Bauernfamilien. 

Freihandelsabkommen

Im Zentrum der handelspolitischen Debatte stand das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur. Dieser ist einer der weltweit grössten Exportmärkte im Agrarbereich. Damit der Schweizer Markt nicht durch günstige Produkte aus Südamerika überschwemmt wird, formulierte der SBV rote Linien, welche die Verhandlungsdelegation nicht überschreiten sollte. Dank der guten Zusammenarbeit in der Mercosur-Koalition mit Tierschutz sowie Entwicklung- und Konsumentenorganisationen gelang es, die Öffentlichkeit breit für das Thema zu sensibilisieren. Alle Bauernverbände der EFTA-Länder sendeten zudem einen gemeinsamen Brief an ihre Wirtschaftsminister.

Fokusmagazin Landwirtschaft im Klimawandel

Mit dem Hitzesommer 2018 ist der Klimawandel definitiv auch in der Schweiz angekommen. Um Klarheit zu schaffen zu den zu erwartenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft, sowie zu den Möglichkeiten, die diese hat, um ihre eigenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, hat der SBV ein Fokusmagazin zum Thema Klimawandel und Landwirtschaft herausgegeben. Im Rahmen einer Medienkonferenz wurde dieses im Sommer 2019 bekannt gemacht. Seither beantwortet der SBV viele weitere Anfragen aus der Bevölkerung zu diesem Thema.

P-Recycling in den Startlöchern

Seit Klärschlamm nicht mehr als Dünger verwendet werden darf, gibt es eine Lücke im Nährstoffrecycling. Beim Phosphor soll diese Lücke wieder geschlossen werden. Dazu wurde auf Bundesebene eine Verordnungsänderung beschlossen. Bis 2026 läuft eine Übergangsfrist. Bis dann soll 50% des Phosphors recycelt werden, bis 2036 sogar 75%. Damit will man der Importabhängigkeit entgegenwirken, die Schadstoffakkumulation (Schwermetalle) drosseln, die aktuell durch importierten Phosphordünger entsteht, und den P-Kreislauf schliessen. Der SBV ist Teil der Kerngruppe, die dieses Projekt begleitet. Er setzt sich dafür ein, dass demnächst am Schluss ein möglichst preiswerter, qualitativ hochstehender Dünger zur Verfügung stehen wird.

Erlebnis Biodiversität

Der Schweizer Bauernverband lud im Sommer zusammen mit Naturfreunde Schweiz, Apisuisse und Dark-Sky Switzerland, die Medien, Bevölkerung und Bauernfamilien zum «Erlebnis Biodiversität» auf dem Hof der Familie Stettler in Münchenbuchsee ein. Dabei zeigte er an verschiedenen Posten und geführten Rundgängen das Engagement der Landwirtschaft für die Biodiversität. Ebenso wie die Vielfalt auf dem Land, im Garten oder auf dem Balkon zusätzlich gefördert werden kann. Obwohl es regnete und stürmte nahmen rund 80 Personen am Anlass teil.

Raumplanung

Der SBV setzte sich erfolgreich dafür ein, dass das Parlament nicht auf den bundesrätlichen Vorschlag zum Bauen ausserhalb der Bauzone eintrat. Die Vorlage ist so dürftig und unausgereift, dass nur ein Neuanfang ein gutes Resultat verspricht. Für uns sind insbesondere die vorgeschlagenen Strafbestimmungen, die Speziallandwirtschaftszonen für die Tierhaltung, die Beseitigungspflicht mit Grundpfand und der Planungs- und Kompensationsansatz inakzeptabel.

Revision landwirtschaftliche Grundbildung

Die OdA AgriAliForm, deren Geschäftsstelle der SBV führt, startete den Prozess der Überarbeitung der landwirtschaftlichen Grundausbildung. Dazu wurden Arbeitsgruppen gegründet, um den Ausbildungsbedarf bis 2030 zu definieren. Im Herbst 2019 kam eine Umfrage unter den OdA-Mitgliedern und den Akteuren der landwirtschaftlichen Ausbildung dazu.

Steuern bei Hofüber- und -aufgaben

Bei Hofübergaben und speziell Hofaufgaben kann es zu hohen Steuern und Sozialabgaben kommen. Agriexpert informierte an Kursen für Landwirte und mit Artikeln in den Fachmedien über die relevanten Faktoren. Ebenfalls wurden diverse Massnahmen zur Minderung der Auswirkungen aufgezeigt, z. B. frühzeitige Planung der steuerlichen Auswirkungen, Einkauf in Pensionskasse usw.).

Care Farming

Der Bauernhof eignet sich auch, um Menschen mit besonderen Ansprüchen eine betreute Wohn- und/oder Arbeitsstätte zu bieten. Der SBV gab eine neue Wegleitung heraus, die interessierte Bauernfamilien bei ihren Überlegungen unterstützt.

«Schweizer Bauern» auf Instagram

Im April lancierte der SBV mit «Schweizer Bauern» einen deutschsprachigen Kanal auf Instagram um auch die jüngere Bevölkerung anzusprechen. Ende Jahr zählte dieser bereits 5400 Fans. Zwei Dutzend Landwirtinnen, Landwirte und Bäuerinnen übernahmen jeweils an zwei Tagen pro Woche den Kanal und posteten aus ihrem bäuerlichen Alltag. Umrahmt wurden diese Einblicke von Fakten und Kurzvideos zur Landwirtschaft sowie den «Buure-Trends». Die französische Version folgt 2020.

1. Nationaler «Tag der offenen Hoftüren»

Rund 150 Bauernfamilien öffneten am 2. Juni für den ersten nationalen «Tag der offenen Hoftüren» ihren Betrieb und luden die Bevölkerung ein, die vielfältige einheimische Landwirtschaft zu entdecken. Rund 60'000 Besucherinnen und Besucher kamen. Die Rückmeldungen, die Anzahl Besuchende und das Interesse der Medien zeigten, dass der SBV mit dem Event ein Bedürfnis abdeckt. Die nächste Durchführung findet am 7. Juni 2020 statt.

Über 1700 Höfe auf vomhof.ch

2019 verlief für das Projekt «Vom Hof» sehr erfolgreich. Die Zahl der Direktvermarkter stieg von 900 auf 1700 Höfe. Aber das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft: Wir planen auch im 2020 erneut einen Effort und nehmen Partner wie TWINT, GastroSuisse und HotellerieSuisse, Bio Suisse, Gemüse- und Obstverband mit ins Boot

Zweite Plakatwelle von «Schweizer Bauern»

Seit dem Sommer 2018 erklären Bäuerinnen und Bauern online und auf Plakaten, welche Leistungen sie für die Schweizer Bevölkerung erbringen, warum sie dies tun und für welche Werte sie einstehen. Anfang Jahr startete in den grössten Schweizer Städten die zweite Plakatwelle mit Selfie-Wettbewerb. 2019 kamen 15 neue Köpfe hinzu. Diese waren nicht nur auf klassischen Plakaten unterwegs, sondern auch auf E-Boards und -Panels in den Bahnhöfen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auf verschiedenen Online-Kanälen

Rindvieh und Wanderwege

Die Arbeitsgruppe «Rindvieh und Wanderwege» der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BUL) und der Mutterkuh Schweiz widmete sich im Jahr 2019, infolge zahlreicher Vorfälle, den rechtlichen Aspekten für Rindviehhalter. Die Agrisano und Agriexpert unterstützen die Arbeitsgruppe dabei mit ihrem Fachwissen.

Agristat

Agristat schloss einen Vertrag mit dem Bundesamt für Statistik über die Zusammenarbeit in den Jahren 2020 bis 2023 ab. Auf dieser Basis wird Agristat weiterhin statistische Daten zur Landwirtschaft in den Bereichen Produktion, Preise, Nahrungsmittel- und Futtermittelbilanz für die Allgemeinheit und internationale Institutionen zur Verfügung stellen.

Agrisano: Deutlich gewachsen

Die Agrisano-Unternehmungen (Agrisano Stiftung, Agrisano Krankenkasse AG, Agrisano Versicherungen AG, Agrisano Prevos und Agrisano Pencas) sind im 2019 deutlich gewachsen – insbesondere in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Das Versichertenwachstum beträgt hier per Anfang 2020 rund sechs Prozent. Damit zählt die bäuerliche Kasse in der Grundversicherung schon über 150’000 Kunden. Besonders gefragt war AGRI-contact. Diese alternative Versicherungsform (Telmed-Modell) wurde vor einem Jahr eingeführt und bereits haben sich 4500 Kunden dafür entschieden.

UVG-Verselbständigung

Die Agrisano Versicherungen AG führt seit 2019 neu das komplette UVG-Geschäft durch und betreibt jetzt sowohl das Kurz- als auch das Langfristgeschäft selber. Bereits seit 2008 führt die Agrisano Krankenkasse AG den Kurzfristteil (Heilungskosten/Taggelder) des UVG-Geschäfts in Eigenregie und arbeitete bis Ende 2018 im Langfristteil (Rentenleistungen) mit einem externen Partner zusammen.

Neue Stiftungsräte gewählt

Im 2019 stand die Erneuerungswahl der Stiftungsräte der Agrisano Stiftung für die Amtsperiode 2020 bis 2023 an. Gleich acht Personen wurden neu in den Stiftungsrat gewählt: Marco Käppeli (Bauernverband Aargau), Pius Neff (Bauernverband Appenzell Innerrhoden), Roger Kauer (Bauernverband beider Basel), Florian Kaspar (Bündner Bauernverband), Stéphane Rosselet (Chambre neuchâteloise d’agriculture et de viticulture), Anne Challandes (Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes), Andrea Zanini (Unione Contadini Ticinese) und Christoph Brunner (Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband). Christoph Brunner wurde zugleich in den Verwaltungsrat der Agrisano Krankenkasse AG und der Agrisano Versicherungen AG gewählt.

Ein neuer digitaler Auftritt

Die Agrisano-Unternehmungen haben im 2019 aufgerüstet: Der neue Internetauftritt ist frisch, kundenfreundlich und auf alle mobilen Geräte zugeschnitten. «Mobile first» heisst der Trend in der digitalen Welt. Die Agrisano – ein Versicherungs- und Vorsorgedienstleister des Schweizer Bauernverbands – geht diesen Weg und präsentiert sich seit Mai 2019 mit einem neuen Internetauftritt, der auf die Nutzung aller mobilen Geräte wie Smartphones oder Tablets ausgerichtet ist. Die Seiteninhalte sind nach wie vor schlank aufgebaut, so dass man die nötigen Informationen schnell und einfach findet. Davon profitieren alle Kunden, egal mit welchem Gerät sie auf die Agrisano-Website zugreifen. Ihrer «Corporate Identity» ist die Agrisano treu geblieben. Ebenso ihrer Ausrichtung: Alle Versicherungen aus einer Hand – für die Landwirtschaft.

Mit Prix Agrisano ausgezeichnet

Zum dritten Mal wurde im April 2019 ‒ diesmal anlässlich der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes in Bern ‒ der Prix Agrisano verliehen: an den Verein Netzwerk Sense aus Alterswil (FR) und an eine Bäuerin. Das Netzwerk Sense organisiert schnell und unbürokratisch Hilfe im Haushalt und ist ein echtes Bedürfnis in der Region. Die Bäuerin, die anonym bleiben möchte, hat in ihrer Nachbarschaft ausserordentliche Hilfe geleistet. Mit dem Prix Agrisano wird alle zwei Jahre eine «natürliche Person» (Einzelperson, Familie oder Gruppe) sowie eine «juristische Person» (Organisation oder Institution) ausgezeichnet, die sich für verunfallte, kranke, betagte oder anderweitig hilfebedürftige Menschen einsetzt. Es wird ein besonders grosses soziales Wirken für die bäuerliche und ländliche Bevölkerung gewürdigt.