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Das Gremienjahr 2020

Die Arbeit des Vorstands

Tätigkeiten des Vorstandes

Der Vorstand behandelte an zehn Sitzungen eine Vielzahl an Traktanden, fasste Beschlüsse und erledigte statutarisch vorgegebene Geschäfte. Die Grundlagen dazu erarbeiteten die Geschäftsleitung und ihre Geschäftsbereiche.

Besonderen Stellenwert nahmen ein:

  • Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen
  • AP22+ und Pa. Iv. Absenkpfad
  • Situation auf den Märkten
  • Verabschiedung zahlreicher Stellungnahmen
  • Parolenfassung zu Volksabstimmungen
  • Aufsicht über Umsetzung der im Tätigkeitsprogramm vorgesehenen Massnahmen
  • Planung der Tätigkeiten im Jahr 2021
  • Finanzielle Belange
  • Ersatz- und Erneuerungswahlen

Spezielle Themen oder Beschlüsse der einzelnen Sitzungen:

Januar

Zum Jahresauftakt befasste sich der Vorstand mit der Revision der landwirtschaftlichen Bildungsverordnung und eingehend mit diversen Themen rund um die AP22+. Er sprach sich gegen eine Parolenfassung zur Begrenzungsinitiative aus und beschloss eine Neukonzeption des Projekts zur Biodiversität.  

Februar

An der zweitägigen Sitzung behandelte der Vorstand die Besteuerung von Grundstücken und erhielt dazu eine Analyse von Ständerat Werner Salzmann, Chefexperte Landwirtschaft der kantonalen Steuerverwaltung Bern. Ebenfalls setzte er sich erneut vertieft mit vielen einzelnen Aspekten der AP22+ auseinander.

Der zweite Tag war geprägt von Informationen zur Revision der landwirtschaftlichen Grundbildung, den Freihandelsabkommen und der Handelspolitik sowie zum Konzept zur Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen. Zum Schluss wählte er die neuen und bestehenden Mitglieder in die ständigen Fachkommissionen des SBV.

März

Der Vorstand verabschiedete die Stellungnahme zur Reform der beruflichen Vorsorge und beschloss, keine Parole zur steuerlichen Berücksichtigung der Kinderdrittbetreuungskosten sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer zu fassen. Er erhielt Informationen zum Verordnungspaket 2020 und zur AP22+ und genehmigte die IKS-Risiko-Analyse. Zu guter Letzt beförderte er Francis Egger zum Vizedirektor und Sandra Helfenstein in die Geschäftsleitung des SBV.

April

Eine physische Sitzung fiel Corona zum Opfer, deshalb wurde auf dem schriftlichen Weg über die entscheidungsreifen Geschäfte abgestimmt. Der Vorstand verabschiedete die Stellungnahme zum Verordnungspaket 2020 zur AP sowie die Stellungnahme zur Parlamentarischen Initiative Absenkpfad. Ebenfalls genehmigte er den Entwurf des Jahresberichts 2019 zuhanden der LAKA und die Rechnung 2019 inkl. der Spezialfinanzierung Basiskommunikation. Er wählte mit der BDO AG eine neue obligationenrechtliche Revisionsstelle und stimmte der Neuaufnahme des Zuchtverbandes Schweizer Sportpferde als Mitgliedorganisation des SBV zu.

Mai

Da keine statutarischen und entscheidungsreifen Geschäfte anstanden, verzichtete der Vorstand auf eine Sitzung. Stattdessen übermittelte die GL dem Vorstand eine umfassende Information zu aktuellen Geschäften und Projekten. Diese beinhaltete Themen wie die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Stand der AP22+, die Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen und die an der DV im Herbst anstehenden Gesamterneuerungswahlen.

Juni

Der Vorstand wählte Michel Darbellay als Nachfolger von Martin Rufer zum neuen Leiter des Departements Produktion, Märkte und Ökologie. Das Gremium erhielt Informationen zur Vernehmlassung betriebswirtschaftlicher Terminologien und zur Revision des Energiegesetzes. Weiter setzte er sich vertieft mit den Auswirkungen der Coronakrise auf die Landwirtschaft auseinander und befasste sich erneut mit Aspekten der AP22+ und mit der Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen. Zum Schluss verabschiedete er die Schwerpunkte zum Tätigkeitsprogramm 2021 und das IKS-Reglement.

August

Die Pandemie übernahm erneut das Diktat, weshalb die auswärts geplante 2-tägige Sitzung auf einen Tag verkürzt wurde. Behandelt wurden der Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und die Änderung des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub»). Bei beidem verzichtete der Vorstand auf eine Parole. Er verabschiedete die Stellungnahme zur Änderung der Jagdverordnung und erhielt Informationen zur Aktion Blühstreifen. Der Vorstand setzte sich über den Stand zur Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen in Kenntnis und erhielt Informationen zum Projektstand Internationales und zum Phosphor-Recycling. Er verabschiedete Geschäfte im Zusammenhang mit der DV 2020 – so die Traktandenliste, das Tätigkeitsprogramm 2021, die Ansätze der Flächenbeiträge 2021 und die Abwicklung der Wahlen. Zuletzt nahm er die Ersatzwahlen ins Co- und Vizepräsidium der Junglandwirte vor.  

September

Der Vorstand befasste sich eingehend mit der Konzernverantwortungsinitiative und entschied, bei gleichzeitiger Unterstützung des ständerätlichen Gegenvorschlags, die Nein-Parole zu fassen. Er verzichtete bei der Volksinitiative «Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer» auf eine Parole und besprach das Vorgehen in Sachen Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Weiter traf er Entscheidungen zur Parlamentarischen Initiative Absenkpfad, zum Postulat und zur Sistierung der AP22+. Er erhielt Informationen und die Sprachregelung zur Doppelinitiative Landschaft und Biodiversität und gab sich mit der Umsetzung der Optimierung der Markenstrategie «Schweizer Bauern» einverstanden.   

Oktober

In Vorbereitung zur Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien im März 2021 legte der Vorstand das Vorgehen fest. Es folgte eine eingehende Analyse über das Resultat der Abstimmung über das Jagdgesetz. Weiter besprach der Vorstand in diesem Zusammenhang das Verfahren auf politischer Ebene und die Learnings daraus für die Pflanzenschutzmittel-Initiativen. Weiter wurden die AP22+ und die Parlamentarische Initiative Absenkpfad behandelt und über die Weiterentwicklung der Branchenlösung agriTOP informiert.

November

Wieder in Form einer Zoom-Konferenz verabschiedete der Vorstand die Stellungnahme zum Gegenvorschlag zur Massentierhaltungsinitiative und beschloss eine Reglementsänderung des Fonds für Versicherung und soziale Sicherheit. Er erhielt Informationen zur Revision der Grundbildung im Berufsfeld Landwirtschaft, zu den Arbeitszeiten in der Landwirtschaft und zur Umwandlung der DV in eine Versammlung auf dem Schriftenweg.

Dezember

Ebenfalls per Zoom-Konferenz wurde über die Ergebnisse der Wahlen der schriftlich durchgeführten DV 2020 informiert. Der Vorstand beschloss die Ja-Parole bezüglich Freihandelsabkommen mit Indonesien, verabschiedete das Argumentarium dazu und die Vernehmlassung zu «Stopp dem Preisdumping beim Zucker». Ebenfalls hiess er die Vernehmlassung zur Verlängerung des Gentech-Moratoriums gut und verabschiedete die Stellungnahme zum direkten Gegenentwurf zur Gletscherinitiative. Er analysierte das Verordnungspaket 2020, erhielt Informationen zur Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik in der EU und einen Bericht zu den Potentialen im Pflanzenbau. Er hiess ein Gesuch an den Fonds für strategische Projekte für einen Beitrag an die Abstimmungskampagne zur Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen gut und genehmigte deren Finanzierung. Weiter sprach er sich in Sachen Revision Grundbildung für das Bildungsmodell 3+1 im Berufsfeld Landwirtschaft aus. Zum Schluss bewilligte er einen Nachtragskredit für die IT des SBV.

Die Tätigkeiten und Entscheide der Landwirtschaftskammer

Tätigkeiten der Landwirtschaftskammer

Die Landwirtschaftskammer (LAKA) befasste sich – neben den statutarischen Aufgaben – an vier Sitzungen mit folgenden Hauptthemen:

  • Situation auf den Märkten
  • Stellungnahmen
  • Agrarpolitik 22+ und Pa. Iv. Absenkpfad
  • Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen

Sitzung vom 26. Februar 2020

Die Sitzung stand im Zeichen der Wahl von Martin Rufer zum neuen Direktor und der Verabschiedung von Jacques Bourgeois, der den Verband 18 Jahre operativ führte. Weitere Traktanden waren die Kampagne zur Bekämpfung der Pflanzenschutzmittel-Initiativen und die Parlamentarische Initiative Absenkpfad. Die LAKA entschied, zur «Begrenzungsinitiative für eine massvolle Zuwanderung» keine Parole zu fassen und wurde über das Engagement des SBV im Kampf gegen das Referendum zum Jagdgesetz informiert. Weiter erhielten die Mitglieder Informationen zur Massentierhaltungsinitiative, zur Fair-Preis-Initiative sowie zur geplanten Aufhebung der Industriezölle. Es folgten Erläuterungen zum Verordnungspaket 2020 und zur AP22+. Letzteres enthielt die Kernpunkte «soziale Absicherung der Partnerin/des Partners» und «Anforderungen an die berufliche Ausbildung zum Bezug von Direktzahlungen». Weiter wurde das Budget 2020 des SBV sowie eine Anpassung des Reglements der Fachkommissionen gutgeheissen.

Ausserordentliche LAKA vom 20. März 2020, schriftliche Durchführung

Aufgrund der Corona-Ausnahmesituation musste die ausserordentliche LAKA abgesagt werden. Im Zentrum hätte die AP22+ mit der Festlegung der Position des SBV hinsichtlich der Anhörung der WAK-S gestanden. Die Botschaft des Bundesrates beinhaltete viele Mängel, so z. B. einen Rückgang des Selbstversorgungsgrades um 8 Prozent, gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt und einen massiven Rückgang des sektoralen Einkommens. Der Vorstand des SBV legte daraufhin die Vorgehensweise fest und unterbreitete diese der LAKA, die sie entsprechend verabschiedete.

LAKA vom 22. April 2020, schriftliche Durchführung

Auch diese ursprünglich in Bern geplante LAKA musste wegen der Pandemie auf schriftlichem Weg erfolgen. Kernpunkte bildeten die Verabschiedung des Jahresberichts 2019 zuhanden der DV sowie die Rechnung und Spezialfinanzierung Basiskommunikation 2019. Weiter legte die LAKA die Positionierung zur Parlamentarischen Initiative Absenkpfad fest, wählte die neue obligationenrechtliche Revisionsstelle BDO AG und nahm den Zuchtverband der Schweizer Sportpferde als neue Mitgliedorganisation auf.

Sitzung vom 21. September 2020

Die LAKA erhielt ein Update zum Projektstand der AP22+ sowie zum Postulat und besprach das weitere Vorgehen in Sachen Parlamentarische Initiative Absenkpfad. Im Mittelpunkt stand die «Konzernverantwortungsinitiative», über die in Referaten von Caroline Morel, Geschäftsführerin Swissaid (pro) und Ständerat Beat Rieder (kontra) vor Ort debattiert wurde. Die LAKA fasste nach längeren Diskussionen die Nein-Parole. Weiter entschied sie, zur Volksinitiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten» keine Parole zu fassen. Es folgte eine Information zum Sachplan Fruchtfolgeflächen und zur Motion Hegglin «Emissionsmindernde Ausbringverfahren». Zum Schluss verabschiedete die LAKA das Tätigkeitsprogramm und die Schwerpunkte 2021 des SBV zuhanden der DV.

Tätigkeiten Konferenz der operativen Leiter (KOL) der Mitgliedorganisationen

Eintägige Konferenz der operativen Leiter (KOL) vom 20. August 2020

Trotz Lockerungen galten auch im August 2020 noch viele Einschränkungen und Auflagen. Deshalb trafen sich die operativen Leiterinnen und Leiter der Mitgliedorganisationen zu einer eintägigen Konferenz in Bern. Die Mitglieder der KOL wurden das Jahr über als Gäste an die Sitzungen der LAKA eingeladen.

Die Kernpunkte der KOL waren die Abstimmung vom 27. September 2020 über das Jagdgesetz und die 2021 anstehende Volksabstimmung zu den beiden Pflanzenschutzmittel-Initiativen. In einem Workshop wurden mögliche Massnahmen zur Bekämpfung der Initiativen erarbeitet. Weiter wurden die Zusammenhänge der Coronakrise mit der Landwirtschaft und die AP22+ behandelt sowie die Optimierung der Markenstrategie «Schweizer Bauern» vorgestellt. Ein Workshop zum 125-jährigen Jubiläum des SBV im Jahr 2022 rundete den Tag ab.

Delegiertenversammlung vom 19. November 2020

Delegiertenversammlung

Nachdem der Kanton Bern die Corona-Massnahmen im Spätsommer 2020 verschärfte und Anlässe mit über 15 Personen untersagte, war die Durchführung der am 19. November geplanten DV an der BernExpo nicht mehr möglich. Damit die statutarische Vorgabe, dass einmal pro Jahr eine DV stattfinden muss, eingehalten werden konnte, entschieden GL und Vorstand, den Anlass in einer angepassten Form schriftlich abzuwickeln.

Im Zentrum der 88. DV standen die Gesamterneuerungswahlen (Amtsperiode 2020-24) der Mitglieder der LAKA, des Vorstands sowie des Präsidiums des SBV. Einzig die Wahl des neuen Vizepräsidenten mit vier Kandidaten wurde aufgeschoben und die Kompetenz an die LAKA abgetreten. Der bisherige Amtsinhaber, Hans Frei wird, bis eine physische LAKA abgehalten werden kann, den Vorstands- und Präsidiumssitzungen als Gast beiwohnen.

Ersatz- und Neuwahlen in die Landwirtschaftskammer

Mit siebzehn Mutationen gab es einige Rochaden bei den Mitgliedern der LAKA. Neu vertreten im Parlament des SBV sind: Leuenberger Bernard (AGORA), Boillat Vincent (AgriJura), Odermatt Ruedi (Bauernverband Nidwalden), Oesch Karin (Berner Bauern Verband), Lüthi-Kohler Barbara (Berner Bauern Verband), Chatelain Olivier (Berner Bauern Verband), Iten Andreas (Bündner Bauernverband), Schnider Hella (Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband), Kretz Markus (Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband), Grunder Maja (Verband Thurgauer Landwirtschaft), Lütolf Jakob (Zentralschweizer Bauernbund), Blättler Daniel (Zentralschweizer Bauernbund), Peter Marc (Zürcher Bauernverband), Aebischer Hans (Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter), Noirjean Hélène (Fédération suisse des vignerons), Gustin Ursin (Junglandwirte) und Egli Ursula (Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband).

Wahl der bisherigen und neuen Mitglieder des Vorstands

Alle bisherigen Vorstandsmitglieder wurden für weitere vier Jahre gewählt. Neu ins Gremium gewählt sind: Boillat Vincent (Vorstandsmitglied AgriJura), Egli Ursula (Vorstand SBLV), Grunder Maja (Co-Präsidentin Verband Thurgauer Landwirtschaft), Gustin Ursin (Vizepräsident Junglandwirtekommission), Haab Martin (Präsident Zürcher Bauernverband), Kretz Markus (Präsident Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband) und Noël Christophe (Vizepräsident SMP). Lütolf Jakob verbleibt im Vorstand in seiner neuen Funktion als Präsident des Zentralschweizer Bauernbunds.

Wahl des Präsidiums des SBV

Die Delegierten bestätigten Präsident Markus Ritter für weitere vier Jahre mit einem Glanzresultat von 341 Stimmen bei 345 gültigen Wahlzetteln. Auch Vizepräsidentin Anne Challandes (Präsidentin SBLV) und Vizepräsident Fritz Glauser (Präsident Freiburger Bauernverband & SGPV) wurden mit sehr guten Resultaten wiedergewählt.

Übrige statutarische Geschäfte

Weiter hiess die Versammlung den Jahresbericht 2019, das Tätigkeitsprogramm 2021 und die Flächenbeiträge 2021 gut. Im Tätigkeitsprogramm liegt der Fokus auf der Ablehnung der extremen Agrar-Initiativen, die am 13. Juni zur Abstimmung kommen.

Verleihung des Medienpreises

Infolge der besonderen Umstände wurde der von Agrisano gesponserte Medienpreis den Gewinnern im kleinen Kreis übergeben. Für die Deutschschweiz ging er an die SRF-Journalistin Michèle Sauvain für den DOK-Film «Foodwaste – was tun?». Den Preis für die Westschweiz gewann die Journalistin Viviane Givord und die Kamerafrau Goretty Albasini vom Regionalsender Canal 9 für ihren Beitrag «Une task force pour booster la relève dans l’agriculture». Den Preis für die italienische Schweiz erhielten Daniel Bilenko und Yuri Ruspini vom Tessiner Radio RSI für den Beitrag «Dalle Stalle alle Stelle».