Mercosur-Abkommen: Begleitmassnahmen sind alternativlos

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 25. Februar 2026

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands befasste sich mit dem Freihandelsabkommen, mit den Mercosur-Staaten, der schwierigen Situation auf den Märkten und der Bedrohung durch Tierseuchen.

Die Landwirtschaftskammer (LAKA), das Parlament des Schweizer Bauernverbands (SBV) diskutierte das geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und dessen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Gleichzeitig verabschiedete der Bundesrat zuhanden des Parlaments die Botschaft dazu. Die LAKA kommt zu einem klaren Schluss: Das vorgesehene Abkommen macht Konzessionen zulasten der einheimischen Landwirtschaft und hat wirtschaftliche Auswirkungen auf die betroffenen Branchen. Deshalb braucht es zwingend wirksame Begleitmassnahmen damit das Abkommen tragbar wird. Die Landwirtschaftskammer fordert zusätzliche Mittel für Strukturverbesserungen sowie die Absatzförderung und erwartet vom Bundesrat bis zur parlamentarischen Beratung einen verbindlichen Plan diesbezüglich. Ebenfalls ist das Abkommen nicht kompatibel mit Sparübungen auf Kosten der Landwirtschaft, wie sie das Entlastungsprogramm vorsieht. Eine abschliessende Beurteilung des Mercosur-Abkommens wird der SBV vornehmen, sobald die konkreten Begleitmassnahmen vorliegen.

Grosse Sorgen um die Marktsituationen bei Milch, Schweinefleisch und Wein

Die Lage auf verschiedenen Agrarmärkten bereitet der LAKA ebenfalls grosse Sorge. Die Branchen Milch, Schweinefleisch und Wein befinden sich in einer äusserst schwierigen Phase. Die Gründe dafür sind vielfältig und unterschiedlich. Für den SBV ist es wichtig, diese Märkte rasch ins Gleichgewicht zu bringen und den Absatz zu stärken. Der SBV unterstützt die verschiedenen Branchen- und Marktakteure bei der Suche und Umsetzung nach wirksamen Lösungen durch verschiedene kurz- und langfristige Entlastungsmassnahmen, aber auch durch eine bessere Importsteuerung. Die Landwirtschaft ruft den Grosshandel und die Gastronomie auf, das inländische Angebot besser zu positionieren und den Absatz aktiv zu fördern. Jeder Einzelne kann der Landwirtschaft helfen, indem er im Alltag einheimische Produkte speziell Käse oder Wein bevorzugt. 

Lumpy Skin-Krankheit: Solidarität und Unterstützung nötig

Die nodulären Dermatose (Lumpy Skin-Krankheit) bedroht nach verschiedenen Ausbrüchen letztes Jahr im grenznahmen Ausland die Gesundheit der Schweizer Rinder und die Wirtschaftlichkeit des Milchmarkts. Höchste Priorität hat deshalb die Verhinderung einer Ansteckung in der Schweiz. Das letzte Woche ausgesprochene Verbot des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Tiere im grenznahen Ausland zu sömmern, trifft die betroffenen Westschweizer Betriebe und rund 6000 Tiere hart. In Anbetracht des Gesamtbestands von 1.5 Millionen Rindern ist die Massnahme verhältnismässig, dennoch ist nun Solidarität gefordert. Die Anstrengungen einzelner Tierhalter zum Wohle aller müssen anerkannt und dürfen nicht bestraft werden. Deshalb unverständlich, dass die Ankündigung des Verbots nicht mit Begleitmassnahmen einherging. Der SBV setzt sich in Zusammenarbeit mit den kantonalen Bauernverbänden, AGORA und des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands (SAV), dem Bund und den Kantonen dafür ein, dass es vorübergehende Lockerungen der gesetzlichen Anforderungen für die betroffenen Betriebe im Tal- wie auch im Sömmerungsgebiet gibt. Weiter braucht es eine finanzielle Unterstützung der betroffenen Betriebe, um die Unkosten betreffend Futterzukauf oder längerer Transportwege aufzufangen. Und schliesslich fordert er alle Sömmerungsbetriebe auf, freie Sömmerungsplätze auf der in Kürze vorhandenen online-Plattform auf der Webseite zalp.ch des SAV sichtbar zu machen.

Rückfragen

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Michel Darbellay

Stv. Direktor
Leiter Departement Produktion, Märkte & Ökologie
Leiter Geschäftsbereich Viehwirtschaft

Telefon 078 801 16 91
E-Mail michel.darbellay@sbv-usp.ch

Nadine Trottmann

Leiterin Geschäftsbereich Internationales

Telefon 056 462 50 14
E-Mail nadine.trottmann@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Verordnungspaket 2018: Kurs stimmt

31.10.18 | Der Bund hat heute das neue landwirtschaftliche Verordnungspaket verabschiedet. Dieses geht für den Schweizer Bauernverband mehrheitlich in die richtige Richtung.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 43 (22.10. – 26.10.2018)

31.10.18 | Im Herbst, während der Zeit, in der Krankenkassen gewechselt werden, schiessen sogenannte «Versicherungsberater» wie Pilze aus dem Boden. Diese Makler kontaktieren oftmals auch im Namen der Agrisano telefonisch potentielle Kunden. In der Regel kommen diese Anrufe von Call-Centern, welche für jeden vermittelten Beratungstermin eine Provision erhalten. Nicht selten werden so Privatpersonen durch falsche, aggressive oder irreführende Beratungen Opfer von unseriösen Maklern. Diese Berater bewegen sich am Rande der Legalität und sind ein grosses Ärgernis. Die Agrisano empfiehlt Betroffenen, solch lästige Telefonanrufe online zu melden https://www.santesuisse.ch/de/fuer-versicherte/dienstleistungen/meldeformular-telefonwerbung

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Freihandel mit Mercosur ja, aber nicht um jeden Preis

29.10.18 | Die Schweiz verhandelt aktuell ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Die an der heutigen Medienkonferenz vorgestellte Mercosur-Koalition sagt «Ja, aber» dazu. Sie fordert, dass verbindliche Nachhaltigkeitskriterien im Freihandelsabkommen aufgenommen, die sensiblen Landwirtschaftsprodukte nicht gefährdet und der Konsumentenschutz nicht geschwächt werden.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 42 (15.10. – 19.10.2018)

24.10.18 | Seit einigen Wochen pflegt der SBV ein neues Informations-Angebot per Whatsapp. Das Bedürfnis besteht: Bereits in der ersten Woche meldeten sich zahlreiche Personen, um von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Dieses steht allen Bäuerinnen und Bauern offen: Interessierte schreiben ein Whatsapp mit Name, Vorname, Sprache und Ort an die Nummer 079 177 46 28.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Erfreuliche Zunahme bei den Lernenden im Berufsfeld Landwirtschaft!

23.10.18 | Der Aufwärtstrend bei den Lernendenzahlen im Berufsfeld Landwirtschaft geht weiter. Im Vergleich mit den vergangenen sieben Jahren liegen die Lernendenzahlen im aktuellen Schuljahr rund 5.2 Prozent höher als im Durchschnitt. Nach 2017/18 ist dies der zweithöchste Wert seit Einführung der neuen Bildungsverordnung 2009. Gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte sind die Grundlage für eine unternehmerische und nachhaltig produzierende Landwirtschaft.

Mehr lesen
Marktkommentar Kühe und Kälber sind gesucht

19.10.18 | Der Markt für grosses Bankvieh ist gesund. Der Wochenpreis von Fr. 8.80 je Kilo Schlachtgewicht (SG) für Muni und Ochsen T3 bleibt unverändert und wird realisiert.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Unfallhäufung alarmiert Landwirtschaftskammer

18.10.18 | An der heutigen Sitzung befasste sich die Landwirtschaftskammer (Laka) des Schweizer Bauernverbands infolge einer Häufung tödlicher Unfälle auf Bauernbetrieben im laufenden Jahr mit dem Thema Arbeitssicherheit.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Austausch Hängegleiter-Verband und Bauernverband

17.10.18 | Der Schweizerische Hängegleiter-Verband (SHV), der 17‘000 Mitglieder vertritt, und der Schweizer Bauernverband (SBV), die Dachorganisation der Schweizer Landwirtschaft mit 52‘000 Betrieben, trafen sich für einen Austausch.

Mehr lesen