Nationalrat lehnt Mercosur-Abkommen ab

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 17. Juni 2026

Der Nationalrat lehnte das Mercosur-Abkommen in der Gesamtabstimmung ab. Ein Grund dürfte sein, dass sich die Mitglieder der grossen Kammer bezüglich der Begleitmassnahmen für die Landwirtschaft nicht einig waren. Das Abkommen führt zu zusätzlichen Importen aus Ländern mit völlig anderen Produktionsbedingungen und damit Druck auf die entsprechenden einheimischen Märkte. Es liegt nun am Ständerat, eine mehrheitstaugliche Lösung zu finden und verbindliche Abfederungsmassnahmen zu definieren, damit das Abkommen in Kraft treten kann. 

In der Schlussabstimmung sagte der Nationalrat Nein zum geplanten Mercosur-Abkommen. Dies, nachdem es den Mitgliedern in der Debatte nicht gelang, sich auf ausreichende und verbindliche Ausgleichsmassnahmen für die Landwirtschaft zu einigen. Mit einem auf 8 Jahre befristeten Kredit für die Bauernbetriebe, hätten die Einbussen aufgrund der vom Bundesrat zugestandenen Konzessionen abgefedert werden sollen. Denn erstmals sind 25 bilaterale Zollkontingente ausserhalb der WTO-Kontingente vorgesehen. Damit kommen mehr Fleisch, aber auch Früchte, Ackerbau- oder Milchprodukte aus Südamerika auf den Schweizer Markt. Die Produktionsbedingungen in den Mercosur-Staaten unterscheiden sich grundlegend von den Schweizer Standards. 

Der Schweizer Bauernverband schlug deshalb vor, die Mittel für die Strukturverbesserungen aufzustocken. Die Kasse des dafür wichtigen «Fond de Roulement» ist fast leer. Dieser gibt zinslose, aber zurückzuzahlende Darlehen. Gleichzeitig steigen die Bau- und Investitionskosten in der Landwirtschaft. Der Kredit soll also vor allem dazu dienen, dass die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sich weiterentwickeln und die künftigen Herausforderungen besser meistern können.  

Nach dem Scherbenhaufen im Nationalrat, liegt der Ball nun beim Ständerat. Für den Schweizer Bauernverband ist klar: Ohne verbindliche Entschädigung wird er das Abkommen nicht unterstützen können.

Warum braucht es beim Mercosur-Abkommen Begleitmassnahmen?

Mit dem Mercosur-Abkommen wurden erstmals Importkontingente ausserhalb der bestehenden WTO-Kontingente gewährt. Dadurch entstehen zusätzliche Importe. Dies kann zu sinkenden Produzentenpreisen oder zu Marktanteilsverlusten führen. Die finanziellen Einbussen für die Schweizer Landwirtschaft werden auf 70 bis 115 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.

Wofür werden die Mittel eingesetzt?

Die Erlöseinbussen sollen durch effizientere Strukturen aufgefangen werden. Deshalb soll der grösste Teil der geforderten Mittel in Form von zinslosen, rückzahlbaren Darlehen für Massnahmen zur Strukturverbesserung eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise die Modernisierung von Stallanlagen oder der Ausbau von Bewässerungsinfrastrukturen. Zinslose Darlehen sind ein bewährtes Instrument der Agrarpolitik.

Braucht es bei allen künftigen Freihandelsabkommen Begleitmassnahmen?

Nein. Solange die Konzessionen im Agrarbereich innerhalb der bestehenden WTO-Zollkontingente liegen, sind keine Begleitmassnahmen erforderlich.

Rückfragen

Nadine Trottmann

Leiterin Geschäftsbereich Internationales

Telefon 056 462 50 14
E-Mail nadine.trottmann@sbv-usp.ch

Michel Darbellay

Stv. Direktor
Leiter Departement Produktion, Märkte & Ökologie
Leiter Geschäftsbereich Viehwirtschaft

Telefon 078 801 16 91
E-Mail michel.darbellay@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Viel Interesse am 1. August-Brunch

01.08.26 | Der 1. August-Brunch auf dem Bauernhof stiess auch in diesem Jahr auf grosses Interesse. Rund 283 Bauernfamilien öffneten am Nationalfeiertag ihre Hoftore. Aufgrund der Anmeldungen und Erfahrungswerten nahmen rund 80'000 Gäste an einen Hof-Brunch teil. Sie genossen einen reichhaltigen Brunch mit regionalen und hofeigenen Produkten in besonderer Atmosphäre. Viele Brunchs waren bereits im Vorfeld ausgebucht – ein Zeichen für die grosse Beliebtheit der traditionellen Veranstaltung.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen 1. August-Brunch auf dem Bauernhof: Genuss und bundesrätliche Begegnungen am Nationalfeiertag

21.07.26 | Am 1. August heissen Bauernfamilien in der ganzen Schweiz die Bevölkerung auf ihren Höfen willkommen. Der traditionelle Brunch verbindet regionale Köstlichkeiten mit persönlichen Begegnungen und zeigt, wo und wie unsere Lebensmittel entstehen. Auch die Landesregierung ist am Nationalfeiertag auf den Bauernhöfen präsent: Vier Mitglieder des Bundesrats besuchen einen 1. August-Brunch und bringen damit ihre Wertschätzung gegenüber den Schweizer Bauernfamilien zum Ausdruck.

Mehr lesen
SBV-News
SBV-News SBV-News Nr. 29-2026

20.07.26 | Die Online-Kampagne ist gestartet. Hilf zu überzeugen, indem du den Kanälen folgst und die Beiträge teilst.

Mehr lesen
SBV-News
SBV-News SBV-News Nr. 28-2026

13.07.26 | Hitze und Trockenheit belasten die Landwirtschaft. Wegen «höherer Gewalt» können die Kantone Ausnahmeregelungen gewähren.

Mehr lesen
Jobs
Jobs Projektleiter/in Hofübergabe 60-100%, Brugg

13.07.26 | In deiner neuen Rolle berätst und unterstützt du unsere Kunden bei anspruchsvollen Nachfolgelösungen. Werde Teil unseres Teams!

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Ab heute ist die Inlandproduktion aufgebraucht

13.07.26 | Die Schweizer Landwirtschaft kann den Bedarf der Bevölkerung immer kürzer aus eigener Produktion decken. Der Schweizer Food Overshoot Day fällt dieses Jahr auf den 13. Juli – früher als je zuvor. Ab diesem Zeitpunkt stammen die konsumierten Lebensmittel statistisch gesehen bis Ende Jahr aus dem Ausland. Das erhöht nicht nur die Abhängigkeit von Importen, sondern verlagert auch Umweltbelastungen ins Ausland. Die Agrarpolitik 2030 muss diese Entwicklung korrigieren und die inländische Lebensmittelproduktion gezielt stärken.

Mehr lesen
Jobs
Jobs Fachspezialist/in für das Bauen ausserhalb der Bauzone 60-100%, Brugg

12.07.26 | Bauen ausserhalb der Bauzone klingt für dich nicht nach trockenen Paragrafen, sondern nach spannenden Herausforderungen? Werde Teil unseres Teams!

Mehr lesen
Jobs
Jobs Juristische/r Mitarbeiter/in, 40-60%, Brugg

10.07.26 | Du suchst eine juristische Aufgabe mit Praxisbezug, Verantwortung und direktem Nutzen für die Schweizer Landwirtschaft? Wir suchen eine/n juristische/n Mitarbeiter/in 40-60%.

Mehr lesen