Hauptinhalt

Neue Fachbewilligung Pflanzenschutz: Jetzt aktiv werden!

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 20. Januar 2026

Ab dem 1. Januar 2027 ist eine gültige Fachbewilligung die Voraussetzung, um Pflanzenschutzmittel kaufen und ausbringen zu dürfen. Um diese Fachbewilligung zu bekommen, muss man sich unbedingt bis Ende Juni 2026 beim BAFU-Register persönlich registrieren.

Wer weiterhin beruflich und gewerblich Pflanzenschutzmittel verwenden will, braucht ab 2027 eine Fachbewilligung (FaBe) und muss über die nötigen Fachkenntnisse verfügen. Das heisst: Alle professionellen Anwender aus der Landwirtschaft, die ab 2027 Pflanzenschutzmittel kaufen und ausbringen wollen (inkl. Einzelstockbehandlung), brauchen eine Fachbewilligung. Die Ausbringung unter Anleitung durch eine Person mit Fachbewilligung ist nach wie vor möglich. Nach Ablauf der fünfjährigen Gültigkeit muss die Fachbewilligung durch den Nachweis gesetzlich vorgeschriebener acht Weiterbildungsstunden erneuert werden. Ein entsprechendes Weiterbildungsangebot befindet sich aktuell im Aufbau. 

Wie bekommt man eine Fachbewilligung?

Personen mit einem Abschluss als Landwirt/in EFZ, einer gleichwertigen oder höheren landwirtschaftlichen Ausbildung können ihre bestehende Qualifikation registrieren lassen, ohne eine erneute Prüfung abzulegen. Die Liste der anerkannten Abschlüsse ist hier zu finden. Ebenso kann sich registrieren, wer bereits ein Diplom aus einem absolvierten Fachbewilligungskurs hat. Alle anderen müssen ab 2026 eine Prüfung ablegen, um die Fachbewilligung zu erwerben. 

Welche Typen von FaBe gibt es?

  • FaBe SB: Gilt neu nur noch für Herbizidanwendungen (auch Einzelstockanwendungen in der Landwirtschaft) sowie Rodentizide und Molluskizide
  • FaBe L: Anwendung aller PSM im Bereich Landwirtschaft
  • FaBe G: Gilt weiterhin für alle PSM-Anwendungen (Herbizide, Insektizide, Fungizide, etc.) im Gartenbau, Unterhalt von Sportanlagen und Gebäudeumgebungen

Frist vom 30. Juni 2026 nicht verpassen!

Bestehende Fachbewilligungen oder anerkannte Ausbildungsabschlüsse müssen zwischen dem 3. Januar und 30. Juni 2026 in ein zentrales Register eingetragen werden. Die Gebühr für die Registrierung beträgt 50 Franken, die Fachbewilligung wird digital ausgestellt. Jeder muss sich selbst aktiv registrieren, es läuft nicht automatisch. Für die Umwandlung der absolvierten Ausbildungen kann man sich durch verschiedene Logins anmelden: Agov, CH-Login, FED-Login sowie verschiedene kantonale Logins. 

Wieso hat das Bundesamt für Umwelt diese Vorgabe eingeführt?

Die Massnahme der Fachbewilligung Pflanzenschutz ist Teil des Nationalen Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Pa. Iv. Absenkpfad). Ziel ist es, die Risiken für Mensch, Tier und Umwelt zu minimieren. Weitere Informationen gibt es auf dem offiziellen Portal des BAFU zur Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel.

Fachbewilligung und Grundbildung

Ab 2026 ist die Fachbewilligung in die neue Grundbildung EFZ integriert. Alle Lernenden im Bereich Spezialkulturen oder der Fachrichtungen Ackerbau und Biologischer Pflanzenbau in der Landwirtschaft machen im Jahr 2029 automatisch die entsprechende Prüfung für die FaBe L. Alle Lernenden (unabhängig von der gewählten Fachrichtung) erwerben die theoretischen Kompetenzen für die FaBe SB.

Rückfragen

Diana Fomasi

Fachverantwortliche Grundbildung

Laurstrasse 10, 5201 Brugg
diana.fomasi@agriprof.ch  
Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales
Geschäftsbereich Agriprof

Lara Stamler

Geschäftsführerin Vereinigung Schweizer Kartoffelproduzenten
Fachverantwortliche: Getreide, Futtermittel, Digitalisierung im Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Nährstoffe, Nischenkulturen und Biolandbau

Belpstrasse 26, 3007 Bern
lara.stamler@sbv-usp.ch
Departement Produktion, Märkte & Ökologie
Geschäftsbereich Pflanzenbau

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Agrarpolitik 22+: Reform ohne Mehrwert

14.11.18 | Dem Schweizer Bauernverband gelingt es nicht, in der heute vom Bundesrat verabschiedeten Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik einen konkreten Mehrwert zu erkennen, der erneute Anpassungen auf Gesetzesebene rechtfertigen würde.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 45 (05.11. – 09.11.2018)

14.11.18 | Zum Start der internationalen Antibiotika-Awearness Woche hat der SBV gemeinsam mit Partnerorganisationen in einem Mediendossier dargelegt, dass die Landwirtschaft bei der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes sehr aktiv ist. Der Antibiotikaeinsatz konnte in der Nutztierhaltung in den letzten 10 Jahren mehr als halbiert werden. Zudem laufen in den verschiedenen Branchen Projekte, um die Tiergesundheit zu stärken und damit den Antibiotikaeinsatz weiter zu minimieren. Damit leistet die Landwirtschaft und Veterinärmedizin ihren Beitrag zur Minderung der Problematik der Antibiotikaresistenten. Es ist zu hoffen, dass die Humanmedizin gleich aktiv ist!

Mehr lesen
AGRISTAT aktuell
AGRISTAT aktuell AGRISTAT Aktuell 10-18: Nahrungsmittelbilanz (NMB) 2017

13.11.18 | Der Gesamtverbrauch von Nahrungsmitteln ist auch im Jahr 2017 leicht gestiegen, wobei das Produktionsjahr 2017 insgesamt durchschnittlich ausfällt. Entsprechend liegt der Anteil der Inlandproduktion am Verbrauch mit 59 % leicht unter dem Mittelwert der bisher mit dieser Methode berechneten Jahre (2007 bis 2016). Bei der Produktion einzelner Agrarrohstoffe wurden im Jahr 2017 diverse Maximal- bzw. Minimalmengen verzeichnet. Aus diesem Grund werden die Auswirkungen der Inlandproduktion auf die Entwicklung der Vorräte und des Aussenhandels diskutiert. Aufgrund der jahresübergreifenden Effekte sollten Resultate der Nahrungsmittelbilanz nur über mehrere Jahre interpretiert werden.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Treibhauseffekt und Handlungsbedarf der Landwirtschaft

09.11.18 | Landwirtschaftliche Klimaschutzmassnahmen umsetzen – ja, aber wie und mit welchen Mitteln? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Referentinnen und Referenten sowie ein hochkarätiges Podium an der 4. AgroCleanTech-Tagung in Bern, nachdem der trockene Sommer 2018 die Diskussion um den Klimaschutz angeheizt hat.

Mehr lesen
Marktkommentar Schlachtschweine: Nicht marktkonforme Preise

09.11.18 | Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich seit acht Wochen mehrheitlich ausglichen auf einem tiefen Preisniveau ab 2. November von Fr. 3.70/kg SG.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Immer weniger Antibiotika für Nutztiere

08.11.18 | Die Schweizer Landwirtschaft ist seit längerem daran, durch die Förderung der Tiergesundheit, gezielte Zucht oder den Einsatz von Komplementärmedizin den Antibiotika-Einsatz zu minimieren. Die verschiedenen Branchen haben zahlreiche Massnahmen lanciert und Projekte gestartet. In den letzten zehn Jahren ist es gelungen, den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung mehr als zu halbieren. Diese Erfolgsgeschichte soll weitergehen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 44 (29.10. – 02.11.2018)

07.11.18 | Seit 2001 ist das Ausbringen von Herbiziden auf Strassen, Wegen und Plätzen für den öffentlichen Sektor und Private verboten. Diese Woche veröffentlichte das BAFU eine Untersuchung zur Umsetzung des Verbots. Diese zeigte, dass mehr als die Hälfte der Befragten Herbizide einsetzen. Dies auch auf Flächen, auf welchen die Anwendung verboten wäre. Im Gegensatz zu Privaten, von denen 47% noch nie etwas vom Anwendungsverbot gehört haben, kennen über 90% der Fachleute das Verbot. Die Zahlen zeigen, dass es dem Gewässerschutz nicht dient, wenn Massnahmen allein auf die Landwirtschaft abzielen.

Mehr lesen
Marktkommentar Tränkekälber werden Goldstücke

02.11.18 | Aktuell ist das Angebot von Tränkekälbern gross und die Nachfrage ist schwach.

Mehr lesen