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Wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft

Nimmt man gängige volkswirtschaftlichen Kennzahlen, so scheint die Landwirtschaft für die Wirtschaft auf den ersten Blick relativ unbedeutend zu sein: Etwa 100’000 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) in der Landwirtschaft erwirtschaften 0.6% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Aber der erste Blick trügt. Mit den vor- und nachgelagerten Gliedern der Wertschöpfungskette Ernährung hängen weitere 200’000 Arbeitsplätze direkt mit der Landwirtschaft zusammen. Aus dem Wert der Lebensmittelrohstoffe von rund 10 Milliarden Franken entsteht durch die Verarbeitung und den Handel ein Marktwert von fast 60 Milliarden Franken. Die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung sind zudem regional sehr ungleich verteilt. Vor allem in kleineren ländlichen Gemeinden stellt die Landwirtschaft und was mit ihr zusammenhängt ein gewichtiger Wirtschafts- und Lebensfaktor dar. Ein Viertel aller Gemeinden kommt beispielsweise auf einen Beschäftigungsanteil im ersten Sektor von über 25 %.

Diese Kennzahlen blenden zudem einen wichtigen Teil der landwirtschaftlichen Leistungen aus. Jenen Teil, der auf dem Markt keinen Preis erzielt und somit in die obige Rechnung erst gar nicht eingeht. Während für die primären landwirtschaftlichen Güter und Dienstleistungen ein Markt mit Angebot und Nachfrage existiert, gibt es einen solchen für öffentliche Güter nicht. Klassische Beispiele dafür sind die Versorgungssicherheit, die Landschaftspflege, die Förderung der Biodiversität oder die Belebung des ländlichen Raums. Über entsprechende Anreize (z.B. Direktzahlungen) muss die Politik dafür zu sorgen, dass die öffentlichen Güter und Leistungen im gesellschaftlich gewünschten Umfang erstellt werden.

Kontaktperson

Martin Brugger

Martin Brugger

Schweizer Bauernverband
Stv. Leiter Departement Wirtschaft, Bildung und Internationales

Telefon 056 462 53 33
E-Mail martin.brugger@sbv-usp.ch

  

Medienmitteilungen
Schweizer Landwirtschaft: Mehr wert als auf dem Preisschild

03.01.19 | Die Kosten für die einheimische Landwirtschaft und ihr tiefer Anteil an der Wertschöpfung sind häufig ein Thema. Ihr gesamtwirtschaftlicher Nutzen und effektiver Wert kaum. Das will der SBV mit seinem neuen Hintergrundbericht ...

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Medienmitteilungen
Die Eigeninteressen von economiesuisse

16.10.18 | Nach Avenir Suisse hat auch die economiesuisse eine Studie zur Zukunft der Agrar- und landwirtschaftlichen Aussenhandelspolitik herausgegeben. Ihr Rezept dient vor allen ihren eigenen Interessen: Den Grenzschutz für Landwirtschaftsprodukte abbauen.

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Medienmitteilungen
Avenir Suisse propagiert das Sterbefasten

07.09.18 | „Eine Agrarpolitik mit Zukunft“ nennt Avenir Suisse ihr heute veröffentlichtes Pamphlet zur Abschaffung der Schweizer Landwirtschaft. Das Papier strotzt vor absurden Behauptungen und unsinnigen Vorschlägen. Für das Vertrauen in die Schweizer Wirtschaft ist das Wirken von Avenir Suisse alles andere als förderlich.

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Standpunkte Agrarpolitik der Zukunft sollte nicht von gestern sein

05.01.18 | Im November las man in der NZZ von „rosigen Aussichten für die Schweizer Wirtschaft“. Mitte Dezember doppelte das Seco nach und prognostizierte für 2018 ein „kräftiges Wachstum“ von 2.3 Prozent. Da frage ich mich, wie der Bundesrat auf die Idee kam, dass der Grenzschutz für landwirtschaftliche Produkte abgebaut werden müsse, damit die übrige Wirtschaft nicht unter dem Primärsektor leidet. Ich verstehe sowieso nicht, warum der Bundesrat in seiner Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik in allen Szenarien den Grenzschutzabbau vorab nimmt. Ein so einseitiges Werk verdient den Namen „Gesamtschau“ nicht.

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Standpunkte Das Denken verlernt!

13.12.17 | Um markante Worte ist Avenir Suisse nicht verlegen, das muss man ihnen zugestehen. Damit hat es sich mit der positiven Würdigung. Denn mit den Fakten und ihrer korrekten Einordnung nimmt es der Direktor der selbsternannten Denkfabrik nicht so genau. Oder war er einfach des Denkens müde? Die Agrarpolitik ist komplexer als man gemeinhin meint. Ich möchte hier richtigstellen: Die Landwirtschaft bekommt nicht mehr Geld als bisher, im Gegenteil. Auch sie leistet einen Sparbeitrag!

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Standpunkte Ein Sieg für die Land- und Ernährungswirtschaft

25.09.17 | Die Schlacht ist geschlagen, das Resultat ist mit 79 Prozent Zustimmung grossartig. Es war bei Weitem nicht so einfach zu erreichen, wie es im Nachhinein aussieht. Auch ohne offizielle Gegenkampagne sah sich die Vorlage heftigem Gegenwind ausgesetzt. Widersprüchliche Aussagen betreffend Freihandel und offene Märkte verunsicherten Teile der Bauernschaft und führten zu teilweise heftiger Kritik aus der Landwirtschaft. Diverse Medien – vor allem in der Deutschschweiz – schrieben gegen die Vorlage, einige verfielen gar in eine Art Kampagnenjournalismus. Es ist erfreulich, dass sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nicht verunsichern liessen und die Kommentare abprallten.

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