Biodiversität im Flug: Mehr Vogelvielfalt im Kulturland

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 20. Oktober 2026.

Vögel sind ein sichtbarer Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie zeigen, wie vielfältig und strukturreich unsere Lebensräume sind und wo Potenzial für Verbesserungen besteht. Das gemeinsame Projekt «Biodiversität im Flug» mit der Schweizerischen Vogelwarte und dem landwirtschaftlichen Informationsdienst gibt einerseits den Landwirtschaftsbetrieben gezielte, praxisnahe Tipps, wie sie die Vogelvielfalt fördern können. Andererseits bringt es Kindern und Jugendlichen das Thema Biodiversität und Vögel im Kulturland näher. 

Typische Vogelarten des Kulturlands wie Feldlerche, Stieglitz oder Neuntöter sind auf wertvolle Lebensräume angewiesen. In extensiven Wiesen, Blühstreifen, Brachen, Hecken oder Hochstamm-Feldobstbäumen können sie brüten und ganzjährig Nahrung sowie Rückzugsmöglichkeiten finden. Rund 20 Prozent der Landwirtschaftsflächen dienen der Förderung der biologischen Vielfalt, von der auch die Landwirtschaft profitiert. Mindestens so wichtig wie die eigentliche Fläche ist aber deren Qualität sowie die Vernetzung und Kombination der verschiedenen Elemente. Je nachdem, welche Tierart – oder konkrete Vogelart – man fördern möchte, müssen die Flächen anders angelegt oder gepflegt werden. 

Hier setzt das gemeinsame Projekt «Biodiversität im Flug» des Schweizer Bauernverbands, der Schweizerischen Vogelwarte und des landwirtschaftlichen Informationsdiensts mit den Projekten «Schule auf dem Bauernhof» und Agriscuola an. Es will Landwirtinnen und Landwirten zeigen, welches Potenzial in ihren Flächen steckt und wie sie dieses gezielt zur Förderung ausgewählter Vögel nutzen können. Es geht darum, die ökologische Qualität der Lebensräume an geeigneten Standorten zu erhöhen, beispielsweise durch das Anlegen von blumenreichen Wiesen, Brachen und Säumen sowie Hecken und Buschgruppen.

Wissen weitergeben – auf dem Betrieb und im Klassenzimmer

Gleichzeitig soll das Projekt dazu dienen, die Bedeutung der Biodiversität im Kulturland und das Engagement der Landwirtschaft aufzuzeigen und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren. Entsprechend richtet es sich auch an Lehrpersonen und Schulkinder. Zum einen wird das bestehende Biodiversitätsdossier für die Angebote «Schule auf dem Bauernhof» überarbeitet und um den Fokus auf die Vogelwelt erweitert. Zum anderen entstehen Unterlagen für Lehrpersonen, die ihnen die Umsetzung des Themas «Vögel im Kulturland» im Unterricht erleichtert. Beide Grundlagen werden in diesem und im nächsten Jahr erarbeitet und anschliessend verbreitet. 

Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler die Vogelarten im Kulturland näher kennenlernen und ein Verständnis für ihre Lebensräume entwickeln. Im Idealfall besuchen sie einen Bauernhof, auf dem hochwertige Massnahmen zur Förderung der Vögel umgesetzt werden und sich diese in natura beobachten lassen.

Das auf mindestens drei Jahre ausgelegte Projekt wird auf Deutsch, Französisch und Italienisch umgesetzt und finanziell unterstützt durch die Stiftung für eine nachhaltige Ernährung durch die Schweizer Landwirtschaft, den Coop Fonds für Nachhaltigkeit sowie UFA-Samen.

Bist du Landwirtin oder Landwirt? Jetzt fürs Webinar anmelden!

Thema: Hecken, Trockenmauern & Co.

Wann: Donnerstag, 19. November 2026, 19:00–19:45 Uhr

Programm:

  1. Dominik Füglistaller, HAFL: Anbau und Pflege von Hecken
  2. Ursin Gustin, Landwirt: Erfahrungsbericht
  3. Fragen & Diskussion

Melde dich an: Anmeldeformular oder mit dem QR-Code:

Weitere Informationen unter www.biodiversitaet-im-flug.ch

Rückfragen

Selina Fischer

Departement Produktion, Märkte und Ökologie
Co-Leiterin Energie und Umwelt

Telefon:    056 462 50 27
E-Mail:     selina.fischer@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

SBV-News SBV-News Nr. 38 (14. – 18.9.2020)

21.09.20 | Diese Woche geht ein denkwürdiger Abstimmungskampf zu Ende. Wer hätte noch im Sommer gedacht, dass angesichts von gewichtigen Vorlagen wie der Begrenzungsinitiative oder der Kampfjetbeschaffung, plötzlich das Jagdgesetz im Hauptfokus steht. Der absehbare klare Ausgang der anderen Vorlagen sowie eine beispielslose, millionenschwere Kampagne der Gegner und die Emotionalität des Themas haben dem Jagdgesetz eine grosse Beachtung verschafft. Es ist legitim grosse Summen an Geld für eine Kampagne einzusetzen. Weniger vornehm ist es, die Mittel für Irreführung und falsche Behauptungen einzusetzen, wie es das gegnerische Komitee machte. Es ist zu hoffen, dass solches Gebaren durch die Stimmbürger nicht belohnt wird.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Landwirtschaftskammer unterstützt Sistierung der Agrarpolitik 22+

21.09.20 | Die Mitglieder der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands diskutierten die Entscheide des Ständerats bezüglich Agrarpolitik 22+, der parlamentarischen Initiative und der Ablehnung der beiden nächstes Jahr anstehenden extremen Agrarinitiativen. Sie fassten zudem die Parolen für die Abstimmungen im November und hörten die vier Kandidaten für das Vizepräsidium an.

Mehr lesen
Marktkommentar «Wir sind dankbar und glücklich»

18.09.20 | 2020 wird ein gutes Jahr für alle Schweineproduzenten und so soll es weiter sein», zieht der stellver-tretende Geschäftsführer von Suisseporcs, Adrian Schütz, Bilanz über die ersten sieben Monate des Jahres. Im August gab es keinen Preiseinbruch wie in den Vorjahren. Nach Jahren mit Konsumrück-gang stabilisiert sich der Konsum.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Gleich lange Spiesse für Schweizer Zucker

17.09.20 | Die Zuckerrüben sind dieses Jahr stark von der virösen Vergilbung befallen und es drohen massive Ertragsverluste. Nach dem Neonicotinoidverbot 2019 sind die Pflanzen nicht mehr systemischen, das heisst während mehreren Wochen, vor oberirdischen Schädlingen geschützt und die durch Blattläuse übertragene viröse Vergilbung breitet sich stark aus. Deshalb haben zahlreiche EU-Länder Notzulassungen für neonicotinoidhaltige Pflanzenschutzmittel erlassen. Die Schweizer Zuckerrübenpflanzer fordern nun eine Gleichbehandlung. Sei es durch einen Einfuhrstopp für Zucker aus Ländern mit in der Schweiz nicht bewilligten Pflanzenschutzmitteln oder eine befristete Zulassung von neonicotinoidhalten Beizmitteln. Die Zeit soll genutzt werden, resistente Sorten und biologische Bekämpfungsstrategien zu finden.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 37 (7. – 11.9.2020)

14.09.20 | Der Vorstand befasste sich mit dem Stand der Beratung zur AP22+ und den entsprechenden Kommissionsentscheiden, dem Stand der Arbeiten bezüglich der Abstimmungen über die Trinkwasser- und Pestizidfrei-Initiative sowie den eingereichten Doppelinitiativen Biodiversität und Landschaft. Weiter diskutierte er die den Themen der eidgenössischen Abstimmungen von Ende November und das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Die Parolen für Volksabstimmungen fasst die Landwirtschaftskammer. Schliesslich informierte er sich über die geplante neue Markenstrategie «Schweizer Bauern» und nahm verschiedene Wahlen vor.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Parlament sagt Nein zu den extremen Pflanzenschutzmittelinitiativen

14.09.20 | Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst die sehr deutliche Empfehlung des Ständerats, die beiden Initiativen im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln abzulehnen. Damit ist die Beratung im Parlament abgeschlossen. Der SBV unterstützt nach wie vor eine rasche und kluge Umsetzung des in der ständerätlichen Initiative vorgesehenen Absenkpfads für die Risiken im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln. Bei den Nährstoffen hat die kleine Kammer den von der vorberatenden Kommission kurzfristig eingefügten Absenkpfad für Nährstoffe als unrealistisch beurteilt und korrigiert. Mit Stichentscheid des Präsidenten wurde die gänzliche Streichung leider abgelehnt.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Stopp der grossen Konsumententäuschung!

11.09.20 | In den letzten Wochen kam tonnenweise Butter aus der EU in die Schweiz. Die Abmachung in der Branche war, dass die Importbutter nicht unter der Schweizer Marken wie «Die Butter» oder «Floralp» vermarktet wird. Die Erfahrung der letzten Tage zeigt nun, dass die Verarbeiter und der Detailhandel sich um diese Abmachung scheren und auch die Importware als Markenbutter verkaufen. Für die Konsumenten ist der Unterschied zur echten Schweizer Butter nur im Kleinstgedruckten zu erkennen. Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands verurteilt diese Buttertäuschung auf Schärfste! Er erwartet, dass die entsprechenden Firmen sich unverzüglich an ihre Zusagen halten und aufhören, die einheimischen hochwertigen Marken zu schwächen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Bundesrat will keine Deklaration tierquälerisch erzeugter Importprodukte

11.09.20 | Mehr Freihandel ist nur mit einer massiven Verschärfung der Deklaration bei importierten Nahrungsmitteln und strengen Tierwohl-Minimalstandards zu haben. Der Bundesrat ist dazu nicht bereit und will somit das nach Schweizer Tierschutzrecht produzierte Fleisch nicht vor Billigimporten schützen. Die Vorschläge des Bundesrates sind gerade vor dem Hintergrund von weiteren Grenzöffnungen und Freihandelsabkommen völlig ungenügend. Die der Mercosur-Koalition angehörenden Organisationen aus Bauern, Konsumentenschaft und Tierschutz (SBV, FRC, STS) wollen die obligatorische Deklaration für Importprodukte konsequent stärken und verlangen mehr Transparenz über in der Schweiz verbotene Produktionsmethoden.

Mehr lesen