Landwirtschaftskammer fasst Parolen und kritisiert Kürzungen

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 18. September 2026

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands fasste die Parolen für die kommenden Abstimmungen. Sie unterstützt die Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der AHV sowie die Fairness-Initiative. Mit grosser Enttäuschung reagiert sie hingegen auf die geplante Kürzung der Direktzahlungen um 85 Millionen Franken im Bundesbudget 27.

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands (SBV) fasste die Parolen für die bevorstehenden Abstimmungen. Sie empfiehlt, der Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der AHV zuzustimmen. Die AHV stellt eine zentrale Säule der sozialen Sicherheit in der Schweiz dar und hat deshalb eine hohe Bedeutung, auch in der Landwirtschaft. 

Zudem hat die Landwirtschaftskammer die Ja-Parole zur «Fairnessinitiative» beschlossen.  Der SBV war gegen die Einführung der Individualbesteuerung, weil deren Umsetzung für die Bauernpaare mit vielen gemeinsamen Gütern schwierig und aufwändig ist. Trotzdem hat sich das Volk im März für deren Annahme ausgesprochen. Die Fairness-Initiative verfolgt einen anderen Ansatz zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Bei diesem ist für Ehepaare weiterhin eine gemeinsame Steuererklärung vorgesehen. Weil dieses Modell den besonderen Strukturen bäuerlicher Familienbetriebe besser Rechnung trägt, unterstützt die Landwirtschaftskammer die Initiative. 

Zur Feuerwerksinitiative beschloss die Landwirtschaftskammer die Stimmfreigabe. Weil kein direkter Bezug zur Landwirtschaft besteht, verzichtet sie auf eine Parole bei der Neutralitätsinitiative und zum Kriegsmaterialgesetz.

Bundesbudget 27: Keine Sparübung auf dem Buckel der Bauernfamilien!

Die Landwirtschaftskammer ist sehr enttäuscht vom Budgetentwurf 27 des Bundesrats. Darin sieht die Regierung – trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage der Bauernbetriebe generell und wegen der diesjährigen Trockenheit speziell – eine Kürzung der Direktzahlungen in der Höhe von 85 Mio. Franken vor. Für den Schweizer Bauernverband ist das nicht verständlich und nicht akzeptabel. Seit 20 Jahren sind die für die Landwirtschaft bereitgestellten Mittel mit rund 3.6 Milliarden Franken pro Jahr stabil, während die Ausgaben für alle anderen Aufgaben kontinuierlich wachsen. Auch im Budget 27 steigen die Bundesausgaben insgesamt um 2.6 Milliarden Franken oder 3.1 Prozent. Die Landwirtschaft hingegen soll mit einer Kürzung abgestraft werden, während gleichzeitig die Anforderungen an die Direktzahlungen und die Produktionskosten stetig steigen.

Rückfragen

Martin Rufer

Martin Rufer

Direktor Schweizer Bauernverband

Telefon 078 803 45 54
E-Mail martin.rufer@sbv-usp.ch

Loïc Bardet

Leiter Departement Wirtschaft, Bildung & Internationales

Telefon079 718 01 88
E-Mail loic.bardet@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Auch nach Corona lohnt es sich auf einheimische Qualitätsprodukte zu set-zen

06.07.21 | Aufzeigen, dass hinter dem auf der Schweizer Seite des Rheins gekauften, von einem Schweizer Feld stammenden Salat mehr als nur ein Salat steckt, ist eines der Ziele der gemeinsamen Kam-pagne «Shopp Schwiiz» der Swiss Retail Federation, des Schweizer Gewerbeverbandes und von Agro-Marketing Suisse (AMS). Drei Verbände – ein gemeinsames Ziel: Die Bevölkerung für den Einkauf und den Bezug von Dienstleistungen im Inland sensibilisieren und ihr aufzuzeigen, dass ein entsprechendes Konsum- und Kaufverhalten durchaus im eigenen Interesse ist.

Mehr lesen
Standpunkte Das Obligatorium bitte praxistauglich umsetzen

05.07.21 | Nun ist es definitiv, der Schleppschlauch wird ab 2022 obligatorisch. Der Bundesrat hat die Vorschrift in der Luft-reinhalteverordnung aufgenommen. Im Gegensatz zum Ständerat hat die Mehrheit des Nationalrates wichtige Argumente ignoriert und es verpasst, dieses Obligatorium noch aufzuhalten. Der SBV bedauert dies und hat alles versucht das bewährte freiwillige Anreizsystem fortzusetzen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 26 (28.06. – 04.07.2021)

05.07.21 | Facebook, Twitter und Instagram spielen in der Kommunikation des SBV eine wesentliche Rolle. Dies zeigte sich exemplarisch im Zusammenhang mit den extremen Agrarinitiativen: Über die sozialen Medien konnten in den Städten viele jüngere Menschen für die Thematik sensibilisiert werden. Doch auch ausserhalb von Abstimmungs-kampagnen sind die Zahlen eindrücklich: In normalen Wochen erzielt der SBV über seine Social-Media-Kanäle zwi-schen 300'000 und 500'000 Kontakte.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Jetzt einen Platz am 1. August-Brunch sichern!

05.07.21 | Nach ersten Unsicherheiten beschloss der Schweizer Bauernverband den 1. August-Brunch auf dem Bauernhof 2021 durchzuführen. Eine gute Nachricht für alle Brunch-Liebhaberinnen und -Liebhaber. Denn so kann auch in diesem Jahr der Geburtstag der Schweiz traditionsgemäss bei einem regionalen, selbstgemachten Zmorge auf dem Bauernhof gefeiert werden. Am besten heute noch auf brunch.ch einen Hof suchen und sich anmelden. Die Plätze sind limitiert und die Anmeldung erforderlich.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Jagdverordnung: Ein zu kleiner erster Schritt in die richtige Richtung

01.07.21 | Der Schweizer Bauernverband nahm heute die vom Bundesrat beschlossene Revision der Jagdverordnung zur Kenntnis. Die Revision geht zwar in die richtige Richtung – für den Umgang mit dem Wolf wäre jedoch ein grösserer Schritt angezeigt gewesen, da sowohl Bestände und Schäden stark zunehmen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 25 (21.06 – 25.06.2021)

29.06.21 | Der SBV stellte den Mitgliedern der Fachkommission Pflanzenbau die Vernehmlassung und seine provisorische Stellungnahme zum Verordnungspaket Parlamentarische Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» vor. Die Mitgliederorganisation haben nun Zeit bis zum 16. Juli, ihre eigenen Stellungnahmen verfassen und diese an den SBV zu retournieren – Frist beim Bund ist der 18. August.

Mehr lesen
Stellungnahmen Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative

28.06.21 | Der Schweizer Bauernverband (SBV) anerkennt die auf nationaler Ebene bestehenden Herausforderungen im Bereich Biodiversität und begrüsst das Vorhaben, diese Thematik anzugehen. Wir können diesen Gegenvorschlag nur akzeptieren, wenn unsere Forderungen berücksichtigt und die Vorlage entsprechend angepasst wird.

Mehr lesen
Stellungnahmen Vernehmlassung Änderung Agrareinfuhrverordnung; Verlängerung Mindestgrenzschutz Zucker

23.06.21 | Wir bedauern, dass die Eidgenössischen Räte die Debatte zur parlamentarische Initiative 15.479 Stopp dem ruinösen Preisdumping beim Zucker! Sicherung der inländischen Zuckerwirtschaft nicht wie vorgesehen in der Sommersession abschliessen konnten. Der Umstand hat weitere grosse Unsicherheiten für die Schweizer Zuckerrübenproduzenten bei der Anbauplanung und den Vertragsabschlüsse 2022 zur Folge.

Mehr lesen