Inhalt - Pflanzenschutz

Flim zum Thema Pflanzenschutz

Pflanzenschutz: So wenig wie nötig

Schweizer Landwirte treffen viele vorbeugende Massnahmen, um ihre Kulturen vor Krankheiten oder Schädlingen zu schützen: geeignete Bodenbearbeitung und Fruchtfolge, gesundes Saatgut oder resistente Sorten. Doch das reicht nicht immer um die Qualitätsansprüche zu erfüllen und den Ertrag zu sichern. Dann kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Der Bauernverband und seine Mitgliedorganisationen setzen sich für einen verantwortungsvollen Umgang damit ein. Devise: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wir sind gewillt, noch besser zu werden! Denn Pflanzenschutz geht ins Geld, wir wollen unsere Konsumente nicht mit Rückständen auf den Produkten verunsichern oder die Umwelt und Gewässer belasten. Deshalb unterstützen wir den Aktionsplan Pflanzenschutz, um den Einsatz von Mitteln wie deren unerwünschte Nebeneffekte zu minimieren.

Die wichtigsten Argumente

Agroscope kam 2013 zum Schluss, dass in der Schweiz nicht mehr PSM als im angrenzenden Ausland eingesetzt werden. Unter Berücksichtigung, dass in der Schweiz im Verhältnis zur Landfläche deutlich mehr Spezialkulturen angebaut und Öle, Schwefel sowie Tonmineralien auch als PSM angerechnet werden, liegt deren Einsatz vermutlich sogar über 40 Prozent tiefer als in Deutschland.

Bereits heute setzt die Landwirtschaft zahlreiche Massnahmen um, die dazu beitragen, dass der PMS-Einsatz sicher und zielgerichtet erfolgt:

  • Gezielte Überprüfung der PSM-Wirkstoffe durch den Bund: In den vergangenen 10 Jahren erhielten 125 Wirkstoffe keine erneute Zulassung. Gleichzeitig sind nur 81 neue Substanzen auf den Markt gekommen – ein Rückgang also von 35 Prozent aller Substanzen. Diese Entwicklung ist jedoch nicht nur positiv: Das Risiko für Resistenzbildungen steigt damit deutlich an. Umsetzung neue Abstandsauflagen für PSM: Für PSM, bei deren Anwendung allfällige Drifteinträge ein Risiko für Wasserorganismen darstellen, muss entlang von Oberflächengewässern eine unbehandelte Pufferzone eingehalten werden. Diese Auflage wurde per 2016 überarbeitet und verschärft.
  • Umsetzung neues Gewässerschutzgesetz: Entlang von Oberflächengewässern werden neu Gewässerräume ausgeschieden. Hier besteht ein PSM-Verbot.Anwendungsverbote für PSM in der Grundwasserschutzzone: Der Einsatz von PSM ist in der Schutzzone 1 verboten, in der Schutzzone 2 stark eingeschränkt.
  • Umsetzung neues Gewässerschutzgesetz: Entlang von Oberflächengewässern werden neu Gewässerräume ausgeschieden. Hier besteht ein PSM-Verbot.
  • Anwendungsverbote für PSM in der Grundwasserschutzzone: Der Einsatz von PSM ist in der Schutzzone 1 verboten, in der Schutzzone 2 stark eingeschränkt.

Pflanzenschutz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kommt von der Seite der Öffentlichkeit und der Politik zunehmend unter Druck.  Der Schweizer Bauernverband strebt darum eine intensive Zusammenarbeit mit allen Interessensgruppierungen an. 2011 wurde die Plattform Pflanzenschutz gegründet, um mit Fachpersonen und betroffenen Gruppierungen Lösungen zu aktuellen Problemen zu erarbeiten.  Weitere Informationen zu der Plattform Pflanzenschutz finden Sie im grünen Kasten auf der rechten Seite.

Stellungnahme des SBV zur Kampagne «Keine Pestizide in unseren Gewässern!».

Die „Kampagne gegen Pestizide“ von Pro Natura befremdet den Schweizer Bauernverband – sie ist einseitig, emotional aufgeladen und undifferenziert. Die Schweizer Landwirtschaft hat in den letzten Jahren sehr viele Anstrengungen unternommen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren – unter gleichzeitiger Erfüllung der stetig steigenden qualitativen Anforderungen an die von ihr produzierten Lebensmittel. Ausserdem unterstützt die Schweizer Landwirtschaft den Aktionsplan Pflanzschutz des Bundes, welcher das Ziel hat, die Risiken des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zu reduzieren.

Die ganze Stellungnahme hier herunterladen

Position BLW zur Neueinstufung von Glyphosat als krebserregend durch die IARC

Stellungnahme BLW

Faktenblatt

Glyphosat: Keine Sorge für Schweizer Backwaren-Liebhaber

Die waadtländer Organisation Prométerre liess im Jahr 2016 hundert Lebensmittelproben auf Glyphosatrückstände untersuchen. Bei allen Produkten aus dem Schweizer Getreide- und Ölsaatenanbau konnte kein Glyphosat nachgewiesen werden. Zusätzliche Versuche im Getreidebau zeigten die Wirkung der strengen Schweizer Anbaunormen. Der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) hat die Analysen finanziell unterstützt.

Medienmitteilung

Bericht Glyphosat-Projekt Prométerre (französisch)

Gut zu wissen

Die Schweizer Oberflächengewässer sind grundsätzlich in einem guten – das Grundwasser gar in einem sehr guten – Zustand. Dennoch besteht bei den Oberflächengewässern Handlungsbedarf. Im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutz sollen nun verschiedene Massnahmen getroffen werden, die zu einer Verbesserung der Wasserqualität bei den kleineren- und mittleren Oberflächengewässern führen.