Hauptinhalt

Studie bestätigt zentrale Bedeutung des landwirtschaftlichen Grenzschutzes

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 19. Januar 2026

Der Grenzschutz ist eine wichtige Stütze der Schweizer Landwirtschaft, der einheimischen Lebensmittelproduktion und der Ernährungssicherheit – das stellt eine aktuelle wissenschaftliche Studie des Professors Mathias Binswanger fest. Weiter sieht sie bei verschiedenen Produktgruppen Optimierungsbedarf.

Der landwirtschaftliche Grenzschutz ist ein tragender Pfeiler der Schweizer Agrarpolitik und einer wettbewerbsfähigen inländischen Lebensmittelproduktion. Hinsichtlich der bevorstehenden Debatte zur Agrarpolitik 2030 besteht die Möglichkeit das Instrument zu optimieren. Vor diesem Hintergrund hat der Schweizer Bauernverband gemeinsam mit den Schweizer Milchproduzenten, dem Schweizer Obstverband und dem Schweizer Getreideproduzentenverband beim Ökonomen Mathias Binswanger eine Studie in Auftrag gegeben. Ziel war es, die Bedeutung des Instruments unter den heutigen Rahmenbedingungen fundiert zu beurteilen und allfällige Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. 

Wirksamer Beitrag zu Versorgungssicherheit und Einkommen

Die Studie bestätigt, dass das System der Zollkontingente einen wirksamen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährungssicherheit und zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen leistet. Trotz wiederkehrender Kritik aus ökonomischen Kreisen erweist sich der Grenzschutz im praktischen Umfeld der Schweizer Landwirtschaft als zweckmässig und effektiv. Die häufig bemängelte Ineffizienz spielt gegenüber den verfassungsmässigen Zielen eine untergeordnete Rolle.

Anpassungsbedarf durch ändernde Rahmenbedingungen

Seit der Einführung des Grenzschutzsystems in den 1990er Jahren haben sich die Markt- und Handelsbedingungen deutlich verändert. Die Studie zeigt auf, dass bei den untersuchten Produktgruppen Milch, Obst und Getreide umsetzbare Optimierungsmöglichkeiten bestehen. Als Beispiel sind hier die Erhöhung des Referenzpreises für Brotgetreide oder der Verkäsungszulage zu nennen. Neben der Höhe des Zollschutzes sind auch die Umsetzungsbestimmungen – etwa das Bewirtschaftungssystem der Zollkontingente oder der Beginn der bewirtschafteten Perioden – von zentraler Bedeutung. In diesem Bereich sind Anpassungen möglich, ohne internationale Verpflichtungen der Schweiz zu verletzen. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass historisch tiefe WTO-Zollbindungen insbesondere bei Ackerbaukulturen wie Speisehafer oder Eiweisspflanzen zu strukturellen Schutzlücken führen. Diese lassen sich unter Berücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen kaum schliessen. 

Angesicht des wachsenden Importdrucks durch Freihandelsabkommen mit Konzessionen im Agrarbereich ist es umso dringlicher, bestehende Handlungsspielräume spätestens im Rahmen der AP30+ zu nutzen, und das zentrale Instrument des Grenzschutzes durch die in der Studie aufgezeigten Massnahmen gezielt zu stärken.

Rückfragen

Nadine Trottmann

Leiterin Geschäftsbereich Internationales
Tel. 056 462 50 14

Weitere Beiträge zum Thema

Standpunkte
Standpunkte Alle an die Urne!

13.09.24 | Liebe Bauernfamilien, der 22. September und damit der Entscheid über die Biodiversitätsinitiative naht. Um ein klares Nein zu erreichen, muss die Landwirtschaft und der ländliche Raum maximal zahlreich an der Abstimmung teilnehmen.

Mehr lesen
AGRISTAT aktuell
AGRISTAT aktuell Agristat Aktuell 08-24: Schätzung der Schweizer Ackerfläche 2024

10.09.24 | Die offene Ackerfläche ist im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr annähernd stabil geblieben (+0,2 %). Die Kunstwiesenfläche steigt um 1079 Hektaren oder 0,9 % weiter an. Bei den folgenden Ackerkulturen ergeben sich die grössten Flächenänderungen (in absoluten Zahlen): Sommerweizen (+2557 Hektaren), Winterweizen (-2298 Hektaren), Silo- und Grünmais (+2150 Hektaren), Brache-Ackersaum-Blühstreifen (+2129 Hektaren), Dinkel ( 1562 Hektaren) und Wintergerste (-1484 Hektaren). Die offene Bio-Ackerfläche steigt um 1227 Hektaren (+4,2 %) an.

Mehr lesen
Stellungnahmen Vernehmlassungsverfahren zur Wasserbauverordnung

10.09.24 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zum Vernehmlassungsverfahren zur Wasserbauverordnung.

Mehr lesen
SBV-News
SBV-News SBV-News Nr. 36-2024

09.09.24 | Die Blauzungenkrankheit breitet sich aus. Vor allem Schafe sind betroffen. Der SBV arbeitet daran, rasch eine Lösung für die Zulassung eines Impfstoffes zu finden.

Mehr lesen
Stellungnahmen Vernehmlassungsverfahren zu den Belastungen des Bodens

09.09.24 | Stellungnahme des Schweizer Bauernverbands zum Vernehmlassungsverfahren zu den Belastungen des Bodens.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Milchstatistik der Schweiz 2023

05.09.24 | Gemeinsam mit den Schweizer Milchproduzenten SMP, der TSM Treuhand GmbH, der Branchenorganisation Milch (BO Milch) und der Switzerland Cheese Marketing AG hat Agristat die Ausgabe 2023 der jährlich erscheinenden Publikation „Milchstatistik der Schweiz“ veröffentlicht.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Aktive Wolfsregulierung ist nötig

03.09.24 | Am 1. September startete die 5-monatige Periode, um die Wolfsbestände aktiv zu regulieren. Dieses Vorgehen ist nötig, um die Wolfspopulation wieder in den Griff zu bekommen und das exponentielle Wachstum zu stoppen. Der Schweizer Bauernverband fordert weitere Anpassungen in der Jagdschutzverordnung, damit die Koexistenz mit dem Raubtier verbessert wird.

Mehr lesen
SBV-News
SBV-News SBV-News Nr. 35-2024

02.09.24 | Dem SBV ist der Austausch mit seinen Mitgliedorganisationen wichtig: Deshalb lädt er einmal im Jahr die PräsidentInnen und GeschäftsführerInnen ein. Besprochen wurden dieses Jahr die Abstimmungskampagne, die AP2030, Digiflux oder die Neuerungen m Bereich Raumplanung.

Mehr lesen