Inhalt - Biodiversität

Biodiversität

Biodiversität heisst:

  • Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume wie Wasser, Wald, Alpiner Raum)
  • Vielfalt der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen)
  • Vielfalt der Gene (Rassen oder Sorten von wildlebenden und genutzten Arten)

 

Dazu kommt die funktionale Biodiversität, das Zusammenspiel von Arten, Rassen und  Sorten in Ökosystemen, wenn zum Beispiel Bienen Blüten bestäuben, eine Buntbrache  viele Nützlinge hervorbringt oder eine Hecke Wasser speichert und den Boden vor Erosion schützt.

Landwirtschaft braucht Biodiversität

Vielfältige Lebensräume und eine  Vielfalt an Arten, Rassen, Sorten und Ökotypen mit unterschiedlichen genetischen Eigenschaften garantieren langfristige Fruchtbarkeit und Stabilität der Ökosysteme. Denn je grösser die Vielfalt, desto grösser ist die Auswahlmöglichkeit der Natur und der Züchter unter den vielen Arten und Sorten. Desto besser ist damit die  Anpassungsfähigkeit zum Beispiel bei Klimaveränderungen oder bei Schädlings- und Krankheitsbefall. Und desto besser gesichert ist langfristig auch die Nahrungsgewinnung aus der Natur.

Biodiversität braucht Landwirtschaft

Wo die Natur in der Schweiz sich selbst überlassen bleibt, wächst meist Wald. Wo aber die Landwirtschaft Offenland mit Kleinstrukturen schafft, entwickelt sich eine grosse Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Allerdings geht diese Biodiversität bei zu intensiver Nutzung wieder zurück. Deshalb ist eine dauerhafte, aber naturnahe Nutzung ein Plus für die Vielfalt. Eine farbenfrohe Wiese, seltene Schmetterlinge, der Gesang der Feldlerche, der Duft von Kamille und wildem Origan: Biodiversität birgt einen reichen Schatz an Schönheiten, die wir entdecken und geniessen können! Dafür lohnt sich der gemeinsame Einsatz aller für die Biodiversität.

Plattform Blühende Lebensräume

Die landwirtschaftliche Produktion ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Um nachhaltig wirtschaften zu können, muss sie so effizient wie möglich produzieren. Eine der vielen Herausforderungen besteht darin, auf dem Betrieb Ökoelemente einzusetzen, welche Ökosystemdienstleistungen (Bestäubung, Schädlingskontrolle, usw.) fördern, um so eine hochwertige landwirtschaftlichen Produktion zu ermöglichen und die Artenvielfalt zu erhalten. Die Plattform Blühende Lebensräume von Agroscope, FiBL, GAFL und SBV will dazu beitragen, diese Herausforderung zu meistern.

Im Jahr 2015 wurden die Blühstreifen in die Biodiversitätsförderflächen aufgenommen. Im Sommer, wenn nicht viel Nahrung für Bestäuber vorhanden ist, kann die Saat von einem Blühstreifen diese Lücke füllen oder wenigstens verkürzen. Nebst den Bestäuber profitieren auch Nützlinge von diesem Lebensraum. Die Nützlinge ermöglichen es den Schädlingen Druck zu verringern und so den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu senken. Ausserdem decken sie den Boden dank ihrem schnellen Aufwuchs vor den unerwünschten Unkräutern ab und verhindern auch die Erosion.

Wettbewerb BFF-Blühstreifen

Im Jahr 2018 haben Schweizer Landwirtinnen und Landwirte die Möglichkeit, die schönsten Blühstreifen des Landes anzulegen. Der Wettbewerb "Die schönsten BFF-Blühstreifen der Schweiz" wird vom Schweizer Bauernverband in Zusammenarbeit mit Agroscope, der HAFL und dem FiBL organisiert. Ziel des Wettbewerbs ist es, den Bekanntheitsgrad von den blühenden Lebensräumen zu fördern, die zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Um die Landwirte zu motivieren, erwarten sie tolle Preise! Die Blühstreifen sind eine win-win Situation für die Bauern: Was gut ist für die Biodiversität ist, auch gut für die Landwirtschaft.

www.pbl-phf.ch

Plattform Bienenzukunft

Bienen sind ein wichtiger Bestandteil für die Biodiversität und für die Wirtschaft. Das Bienensterben ist ein heikles Thema, welches häufig mediatisiert wird. Pflanzenschutzmittel, Stress sowie Nahrungsmittelmangel spielen eine Rolle beim auftreten von Krankheiten bei den Bienen. Zurzeit ist ihre Zukunft nicht gesichert, weshalb die Plattform Bienenzukunft gegründet wurde. Ziel ist, es verschiedene Akteure aus der Praxis zusammenzuführen und konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten, um die Vielfalt, die Gesundheit und den Lebensraum von Bienen zu sichern. 

www.bienenzukunft.ch

Wiesenmeisterschaft

Bienenweide: Futterquelle für Insekten

Vögel in der Kulturlandschaft

Hochstammobstgärten liefern nicht nur den Rohstoff für Apfelsaft und verschönern die Landschaft, sie sind zudem Lebensraum für zahlreiche Vögel wie den Distelfink oder den selten gewordenen Wiedehopf. Die Bauernhöfe mit ihren Gebäuden, aber auch die Vernetzung der Kulturlandschaft mit Buntbrachen, Blumenwiesen, Säumen entlang von Ackerland, Hecken oder eben Obstbäumen, bieten den einheimischen Vögeln Heim und Nahrung. Sogar mitten in den Getreidefeldern findet die Feldlerche einen Platz zum Brüten, wenn Landwirte spezielle Lerchenpatches schaffen. Vier Bauernfamilien erzählen, was sie auf ihrem Betrieb tun, um gezielt Lebensräume für Vögel zu schaffen.


Jürg und Astrid Berweger aus Effretikon (ZH) halten 14 Mutterkühe und bauen auf 15 Hektaren Ackerland Weizen, Zuckerrüben, Mais, Sonnenblumen, Gemüse und Spargeln an. Vernetzte Blumenwiesen, Ackersäume, Hecken, Brachen, Obst- und Einzelbäume sowie gestufte Waldränder bieten auf dem Betrieb Vögeln und anderen Tieren Unterschlupf und Nahrung.

Mehr zum Thema